Donnerstag, 23. Mai 2013

Die interessantesten Outdoor Lautsprecher für unterwegs...

Es scheint als würden immer mehr Hersteller wasserresistente, ja sogar stossfeste portable Lautsprecher anbieten. Ich werde sicherlich nicht jeden davon testen können, obwohl mich manche durchaus interessieren würden. Manche schwimmen sogar an der Wasseroberfläche wie der Grace Digital ECOXGEAR ECOXBT, den man auch bei Amazon kaufen kann:


Ich habe den ECOXGEAR ECOXBT noch nicht gehört, habe aber auch kein Bedürfnis mit meinem Lautsprecher schwimmen zu gehen. Zu den akustischen Qualitäten kann ich also nichts sagen, aber viele scheinen von dem Teil begeistert zu sein.

Den UE Boom, habe ich bereits vorgestellt. Ich finde den Lautsprecher sehr vielversprechend, und hoffe ein Exemplar hören zu können, sobald es erhältlich ist.
Von allen interessiert mich der UE Boom fast am meisten, da ich denke, dass Logitech auch das meiste Knowhow im Audiobereich hat, haben sie ja schon mehrmals bewiesen, dass sie gut klingende Lautsprecher bauen können, angefangen mit dem mm50, bis zum z715i, der nur durch den schwachen Klang bei Akkubetrieb enttäuscht hat.

Ein ähnliches Röhrendesign wie Ultimate Ears, verfolgt Scosche mit der Boombottle, wobei das Design wie auch die Farben bei weitem nicht so elegant aussehen, wie der UE Boom. Ausgestattet ist die Boombottle mit 2 Lautsprechern und einem Passivradiator und könnte aufgrund der Größe bereits einen voluminöseren Klang erzeugen als die Konkurrenz, wenn Scosche bei der Wahl der Lautsprecher, sowie dem entsprechenden Tuning und DSP-Processing gute Arbeit geleistet hat. Auf Amazon bzw einem Marketplace-Händler auch schon zu haben, können sich Interessierte selbst ein Bild bzw einen Ton von der Boombottle machen.

Viel kompakter ist der Boombotix Rex, hat jedoch neben 2 Lautsprechern auch einen Passivradiator verbaut und soll angeblich 90dB erreichen. Auch hier wäre es interessant, ob der Lautsprecher nur laut ist, sondern ob man damit auch ernsthaft Musik hören kann. Über einen Clip hinten, kann man ihn sich an die Kleidung oder sonstwo hinclipsen, aber ob er jemals zu uns kommt, ist ungewiss.



So wie der Braven BRV-1 aussieht, könnte er durchaus auch Stösse oder Fälle von größeren Höhen aushalten. Das Teil soll laut Brent Butterworth von Sound&Vision gar nicht so schlecht klingen, obwohl mir das Design fast gar nicht gefällt und sich mit Scosche wohl den letzten Platz teilt:
Nicht wirklich wasserfest, jedoch dennoch interessant finde ich den House of Marley Chant, der durch sein Holzgehäuse und das tweedartige Cover sicherlich den größten Kultfaktor versprüht. Aber ob er wirklich gut klingt, kann man nur rätseln. Die "Lüftungsschlitze" im unteren Bereich lassen einen Passivradiator oder ähnliches vermuten, weshalb er wahrscheinlich nicht so dahinsäuseln wird, wie ähnliche Lautsprecher, die man sonst so sieht.

Vielleicht ist ja auch für euch etwas von Interesse dabei. Wenn ihr einen der Kandidaten schon gehört habt, dann wär ich über eure Eindrücke dazu in den Kommentaren sehr erfreut.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Ultimate Ears UE Boom


(c) mashable.com

Von Ultimate Ears ist ein neuer kompakter Lautsprecher "UE Boom" vorgestellt worden.
Der UE Boom scheint viele Punkte meiner persönlichen Wunschliste an einen portablen Lautsprecher zu erfüllen. Er ist sehr kompakt und kaum größer als eine kleine Jambox, er bietet omnidirektionalen Klang, 2 entgegengesetzte Passivradiatoren unterbinden unerwünschte Vibrationen. 2 Lautsprecher lassen sich zu einem Stereosystem paaren, die Lautsprecher sind darüber hinaus wetterfest, und die Akkulaufzeit wird mit 15 Stunden angegeben. Zusätzlich gibt es eine App, mit der man den Klang mittels EQ weiter anpassen kann.



Es bleibt abzuwarten wie gut die wirklich klingen, ansonsten wäre es sicher eine bessere Alternative zu JBL Flip, Jambox, oder Beats Pill usw. Das Design finde ich sehr gelungen, gefällt mir jedenfalls mehr als der JBL Flip, und die unterschiedlichen Farben peppeln das ganze zusätzlich auf.

Nur der Preis ist mit 199,- etwas heikel. Da muss klanglich wirklich schon was rauskommen, damit der Preis gerechtfertigt ist. Engadget.de vergleicht sie sogar mit dem Libratone Zipp, mashable empfindet die UE Boom sogar besser als die BIG Jambox, iLounge ist dagegen realistischer, gibt der UE Boom aber auch ein B+ rating.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Review: Libratone Zipp - Airplay für unterwegs

 
Mich hat der Libratone Zipp seit seiner Vorstellung interessiert. Das Design mit den Wollpullis fand ich irgendwie ulkig. Nicht, dass ich die optionalen Pullis unbedingt regelmäßig wechseln würde, aber eine sorgfältig ausgewählte Farbe für den Pulli, und der Lautsprecher sollte optisch perfekt mit dem Interieur abzustimmen sein, vor allem da er auch nicht unbedingt nach Lautsprecher aussieht, sondern eher wie ein Accessoir.


Auch der Gedanke, dass der Lautsprecher omnidirektional abstrahlen würde, wodurch die Aufstellung vor allem draussen nicht so kritisch sein sollte, und man theoretisch von rundherum den gleichen Sound erhält, war äußerst reizvoll. Etwas das mich beim Bose Soundlink immer schon gestört hat war, dass der Klang dumpf und breeig wurde, sobald man sich nur etwas aus dem Sweetspot bewegt hat, was beim Zipp nicht mehr der Fall sein dürfte.
Man stellt ihn bei einem Kaffeekränzchen mitten auf den Tisch und alle Beteiligten sollten (zumindest in der Theorie) eine gleichsam angenehme Klangkulisse erhalten, im Gegensatz zum Bose Soundlink, der  immer speziell ausgerichtet werden muss, damit er nicht nur wummert.


Leider fand ich keinen einzigen Händler in Österreich, der das Gerät vorführbereit hätte, auch auf direkte Anfrage bei Libratone, nannte man mir nur einen einzigen Händler in Graz, der den Zipp wiederum laut eigener Webseite gar nicht im Programm hatte.
Sorgen machten mir vor allem die mageren 4 Stunden Akkulaufzeit bei Airplaybetrieb, sowie der hohe Preis, aber ich wollte mir selbst ein Bild davon machen, und habe mir den Zipp kurzerhand bestellt, mit dem Gedanken, er würde meinen Sounddock Portable bzw auch den Soundlink ersetzen, von denen ich mich dann gerne wieder trennen würde.

Gekommen ist der Zipp in einer offensichtlich bereits geöffneten Verpackung, da die Siegel bereits mehrmals überklebt worden waren. Dies beruhigte mein schlechtes Gewissen den Lautsprecher bei etwaigem Nichtgefallen wieder zurückschicken zu können, da auch ich offenbar kein komplett neues Gerät erhalten hatte. Der Akku war auch vollständig entladen, sodass ich den Lautsprecher erst mal laden musste, bis ich ihn endlich hören konnte.

Der Zipp ist mit 1,8 kg nicht sonderlich schwer. Er ist zwar deutlich größer als der Bose Soundlink (mehr als das doppelte Volumen), aber er wiegt nur etwa 500 Gramm mehr.

Ein würdigerer Gegner wäre da eher der Bose Sounddock Portable bzw. das neuere Airplay-Modell Bose Soundlink Air, der mehr oder weniger auf dem Sounddock Portable basiert. Beide haben in etwa ein vergleichbares Volumen, wobei der Bose dann inklusive Akku mit 2,8 kg doch erheblich schwerer als der Zipp ist. Mit dem optionalen Cover ist der Bose Sounddock zwar nicht ganz so schick wie der Zipp, aber wenigstens passt er wie in meinem Fall farblich dazu:

Klanglich unterscheiden sich Bose Soundlink und Bose Sounddock Portable nicht dermaßen stark. Der Bose Sounddock hat natürlich um einiges mehr Power und klingt auch insgesamt differenzierter, aber die Grundabstimmung ist bei beiden dennoch bemerkenswert ähnlich, weshalb ich den Zipp vor allem mit dem "besseren" Bose Sounddock verglichen habe.

Das erstmalige Setup ist denkbar einfach. Man drückt die DirectPlay Taste, und wählt sich vom Iphone in das vom Zipp erstellte Wifi-Netzwerk ein. Schon kann man den Lautsprecher als Airplay-Ziel direkt anwählen, bzw ihn mittels seiner Ip-Adresse weiter konfigurieren, bzw die von Libratone angebotene App dafür bemühen, mit der sich der eigene Router sehr komfortabel auswählen lässt. Nach dem Einschalten hat man mittels 2 Tasten entweder die Wahl sich mit dem Heimnetzwerk zu verbinden, oder den DirectPlay Modus zu verwenden. Ganz so einfach hat sich das Umschalten jedoch nicht gestaltet, denn manchmal wollte der Lautsprecher trotz DirectPlay kein Netzwerk aufbauen, oder verweigerte jegliche Verbindung. Erst ein neuerlicher Start usw (manchmal sogar mehrmals hintereinander) behob das Problem.

Ich habe den Zipp vorwiegend im normalen Wifi-Modus in Verbindung zu meinem Router verwendet und hatte beinahe im ganzen Garten einen ungestörten Musikstream. Nur wenn die Mikrowelle an war, wurde die Musik immer wieder unterbrochen (vermutlich, weil sie mit dem 2,4Ghz Netz interferierte), und ab und zu hatte man auch sporadische Aussetzer, aber ingesamt war der Airplaystream doch eher störungsfrei. Überraschenderweise hielt der Zipp im Wirelessbetrieb bis zu 7,5 Stunden durch. Das ist beinahe das Doppelte der angegebenen 4 Stunden. Ich hatte den Lautsprecher eher auf niedrigen bis normalen Lautstärken im Garten im Betrieb, aber auch bei höheren Lautstärken schaffte ich immer wieder die 7 Stunden. Kabelgebunden habe ich den Zipp nicht ausprobiert, bin mir aber sicher, dass er da noch länger hält. Ich habe mich nur gefragt, wie man das interne Wifi komplett ausschalten könnte, um zusätzlich Energie zu sparen, denn üblicherweise ist der Zipp auch bei kabelgebundem Betrieb nach wie vor als Airplayziel verfügbar. Wird keine Musik gestreamt, geht der Zipp automatisch in den Standby über, und erst nach einer weiteren Weile schaltet er komplett ab.

Doch kommen wir endlich zum Wichtigsten:
Schon beim ganz ersten Hörtest fällt mir der grundlegend andersartige Klang des Zipp auf. Der Klang wirkt anfangs auf mich sehr unspektakulär und gleichzeitig enttäuschend. Der Klang wirkt topfig, als würde der Lautsprecher in einer Tonne spielen. Es klingt fast so, als wären die Lautsprecher in die falsche Richtung ausgerichtet. So drehte ich den Zipp in alle Richtungen, aber der Klang wurde dadurch nicht besser.
Positiv dagegen, dass der Klang vom Zipp selbst bei leisen Lautstärken in sich geschlossen bleibt und weder im Bass- noch im Höhenbereich absauft. Auch bei hohen Lautstärken wird der Bass nicht derart stark zurückgefahren, wie z.B. beim Bose Soundlink, weshalb der Zipp bei hohen Lautstärken auch kraftvoller klingt als der Soundlink.

Im direkten Vergleich mit dem Sounddock Portable fällt beim Zipp ein wummig abgestimmter Bass auf, aber auch ein ziemlich dünner nasaler Mittenbereich und ein klarer jedoch gleichzeitig leicht zischelnder Hochtonbereich auf.
Der Bass vom Zipp ist zwar ähnlich druckvoll wie vom Sounddock Portable, jedoch höher abgestimmt, mit einem Frequenzbuckel zwischen 150-200 Hz, der eher unangenehm klingt. Wirklich enttäuscht hat mich die Mittenwiedergabe. Stimmen klangen unnatürlich, auch manche Instrumente klangen auf dem Zipp einfach nicht richtig. Selbst der dumpfe Bose Soundlink klang bei vielen Liedern natürlicher als der Zipp, der mich immer wieder klanglich an einen Küchentopf erinnert hat.

Ich habe viele Aufstellpositionen ausprobiert, aber am besten fand ich den Klang draussen, weil da die klanglichen Unzulänglichkeiten nicht derart stark aufgefallen sind, und der Zipp bei etwas höheren Lautstärken durch seinen insgesamt durchaus druckvollen Klang überzeugen konnte.


So ganz ohne Probleme hat der Zipp hohe Lautstärken jedoch nicht gemeistert. Bei vielen Stücken hat der Tieftöner bereits knapp über der Hälfte der Lautstärke überschlagen. Die Verzerrung war nicht extrem und selbst bei maximaler Lautstärke wurde sie nur unwesentlich stärker, aber sie war hörbar und störend. Beispielsweise war der Bassklang bei "Too Young To Die" von dem neu gemasterten Jamiroquai Album "Emergency On Planet Earth" auf dem Zipp im oberen Lautstärkedrittel bereits am Limit, der sich zusammen mit der Bassdrum in einer Art Blubbern äußerte. Der Bose Sounddock Portable hatte da viel mehr Reserven, obwohl er bei maximaler Lautstärke dann auch stark zur Verzerrung neigt.

Mit der Libratone App kann man den Klang mittels zusätzlicher Klangparameter weiter beeinflussen. So gibt es diverse FullRoom-Profile, die bestimmen wie der Zipp aufgestellt ist (Bodennähe, bzw im Regal, auf einem Tisch, oder Outdoor) und es gibt weitere Voicings, die den Klang nochmals entsprechend eines EQ-Presets weiterbearbeiten.
Bei den FullRoom-Profilen kann man immer den Abstand zur hinteren und seitlichen Wand in groben Schritten einstellen, jedoch sind die klanglichen Unterschiede eher marginal. Man muss schon oft hin- und herswitchen um wirkliche Nuancen tatsächlich feststellen zu können. Aber selbst die zusätzlichen Voicings greifen nur unwesentlich in den Klang ein. Mit einer normalen EQ-App könnte man den Klang viel weitreichender verbiegen.
Ich habe mich ursprünglich auf das "Outdoor"-Profil festgelegt, weil es am druckvollsten klang, bin jedoch nach einiger Zeit auf das "Floor" Profil mit Wandabstand >60cm umgeschwenkt, weil es den wummigen Bass etwas gezähmt hat und die Höhen gleichzeitig verstärkt. Zusätzlich aktivierte ich das "Movie" Voicing, das den Bass eine Spur druckvoller machte, jedoch im Gegenzug die Höhen zurücknahm. Wirklich glücklich wurde ich damit jedoch nicht. Immer wieder fummelte ich mit den Einstellungen rum, und versuchte eine passende zu finden, aber fand nie ein Setting, das mich befriedigt zurücklehnen ließ, um die Musik einfach zu genießen. Der Klang war zwar insgesamt sehr klar, denn die Höhenwiedergabe war wirklich brillant, aber alles passte irgendwie nicht zusammen. Auch beim Zipp hatte ich immer wieder das Bedürfnis ihn direkt zu mir zu drehen bzw. höher zu stellen, weil sonst die Höhen merkbar darunter litten, was ich der eigenartigen Treiberbestückung zuschrieb, die durchaus interessant ist.

Über dem nach oben strahlenden 4" Tief/Mitteltöner sind 2 Bändchenhochtöner (bzw. Air Motion Transformer) angeordnet, die wiederum mittels einer seltsamen fächerartigen Konstruktion klanglich in alle Richtungen gestreut werden sollen. In Wahrheit ist die Streuung dennoch nicht 100% indirektional. So klingt der Zipp direkt von vorne am besten. 90° von den Seiten ist der Klang am schlechtesten, da nimmt die Höhenwiedergabe doch stark ab, um dann von schräg hinten wieder besser zu werden. Man merkt dieses Phänomen selbst von größeren Entfernungen. Stellt man den Zipp völlig frei auf und geht rundherum, merkt man immer wieder, wie der Klang sich ändert. Auch ist die Höhenwiedergabe vertikal recht gerichtet. Steht der Zipp direkt auf Ohrenhöhe, klingt er am besten. Stellt man ihn jedoch zu niedrig, leidet die Höhenwiedergabe sofort. Der von Libratone beworbene omnidirektionale Klangcharakter ähnlich eines Instuments ist meiner Meinung nach eher als Gag zu sehen, so wirklich zu Ende gedacht wurde es nicht. Anstelle von irgendwelchen komischen Fächern, wäre ein völlig frei montierter einzelner Hochtöner sicherlich effizienter gewesen. Denn obwohl im Zipp 2 getrennte Hochtöner für die jeweils beiden Stereokanäle verbaut sind, ist die Klangwiedergabe insgesamt dennoch mono. Ich habe testweise "Money" von Pink Floyd angespielt, das am Anfang ziemlich krasse links/rechts-Effekte aufweist, die sich vorwiegend auf den Hochtonbereich beschränken, aber von den Effekten war am Zipp nicht das Geringste zu hören, es klang einfach monophon, in welche Richtung ich den Lautsprecher auch drehte.


Auch der frei montierte Hochtöner meiner Philips Soundsphere schafft es zumindest in einem großen Radius um die Lautsprecherfront ein sehr homogenes Klangbild zu erzeugen. Bei den Philips ist der Tief/Mitteltöner ebenso indirekt nach oben strahlend ausgeführt, sodass die Philips teilweise sogar einen weniger direktionalen Klang erlauben als der Zipp. Insgesamt war der Klang der Philips natürlich um einige Klassen besser, abgesehen von der imposanten Stereobühne, dank 2 getrennter Lautsprecher. Der Zipp klang eher wie ein Kofferradio, während die Philips beinahe an eine größere Anlage erinnern.
Mir sind überdies noch weitere Probleme mit der Hochtonwiedergabe beim Zipp aufgefallen und zwar bei Stücken wo gewisse Klänge (zb. Hi-Hats, oder Tamburin) nur links oder rechts abgemischt wurden. Diese Klänge gingen beim Zipp fast völlig unter.
Bei der Basswiedergabe setzt Libratone ausschließlich auf den 4-Zöller. Es handelt sich um ein geschlossenes Gehäuse, der Zipp ist also weder mit einer Bassreflexröhre, noch mit einem zusätzlichen Passivradiator ausgestattet. In Wahrheit ist damit natürlich eine sauberere Basswiedergabe möglich, als bei Bassreflexsystemen, jedoch ist es auch viel ineffektiver, vor allem bei kleinen Membranen und Gehäusen. So verwundert es ein wenig, wie Libratone da die Basswucht rausgeholt haben, denn selbst das Gehäusevolumen im Inneren hinter dem Chassis ist voll zugestopft, sodass der Lautsprecher kaum einen wirklichen Resonanzkörper zu haben scheint:
(c) recordere.dk
Etwas ungewöhnlich ist auch die Bassabstrahlung. Hält man sein Ohr direkt hin, vermag man kaum einen nennenswerten Bass zu hören, erst aus einiger Entfernung hört man wirklich tiefe Töne.

Um mich von meinen subjektiven Klangeindrücken nicht in die Irre leiten zu lassen, habe ich den Zipp auch mit einigen weiteren Lautsprechern verglichen, die ich selbst nicht besitze. In einem B&O Laden hatte ich die Möglichkeit zum direkten Vergleich mit einem Beolit12. Dieser klang im Bassbereich gewaltiger und sauberer, im Mittenbereich natürlicher, nur im Höhenbereich war der Zipp deutlich klarer, ohne schrill zu klingen. Aber mir ist aufgefallen, dass grundsätzlich alle B&O Lautsprecher einen etwas dumpferen Klang produzieren.


Obwohl ich nie ein großer Fan des B&W Zeppelin war, klang der Zeppelin im Vergleich zum Zipp doch um einiges edler. Negativ fiel hier wieder die Mittenwiedergabe des Zipp auf, sowie die Höhenwiedergabe, die stark nachließ, wenn der Lautsprecher nicht auf Ohrenhöhe stand. Ich fand selbst den Klang des alten JBL Radial, den es mittlerweile seit 7 Jahren auf dem Markt gibt, und der inzwischen um 150 Euro verscherbelt wird, um einiges imposanter als den des Zipp. Sogar der JBL Radial schaffte ohne große Tricks eine viel homogenere Höhenabstrahlung. Auch von hinten klang der JBL noch einigermaßen klar und der Klang änderte sich kaum, egal von welchem Winkel man zum JBL stand. Schade, dass JBL es nie geschafft hat einen vergleichbaren wirklich vernünftigen portablen Lautsprecher zu bauen.

Ich hatte den Zipp mehrere Tage am testen, bis ich mich entschieden habe ihn doch zurückzuschicken. Ich wollte mich mit dem Zipp wirklich anfreunden und habe ihn auch teilweise liebgewonnen, wie auch mein kleiner Sohn, dem ich ihn ab und zu zum Einschlafen mit ruhiger Bossanova Musik ins Bettchen stellte. Ich hatte mit meiner Entscheidung zu kämpfen, aber für den Preis war es mir einfach nicht möglich den gegebenen Klang zu akzeptieren.



+ schönes neutrales aber gleichzeitig auffälliges Design
+ akzeptable Akkulaufzeit
+ insgesamt druckvoller Klang
+ sehr klare brillante Höhenwiedergabe
+ Klang bleibt bei allen Lautstärken homogen
+ mehr oder weniger 360° Abstrahlung
+ komfortable App für die Einrichtung als auch zur Klangeinstellung
+ Dank DirectPlay auch unterwegs ohne zusätzlichen Router Airplay möglich

- teuer
- "Mono"klang
- topfiger Klang, vor allem Mittenwiedergabe unnatürlich
- Bass wummig abgestimmt
- Höhenwiedergabe vertikal stark direktional
- Klangparameter der App beeinflussen den Klang nur unwesentlich
- für wirklichen portablen Betrieb zu groß und schwer
- gelegentliche Verbindungsprobleme bei DirectPlay-Betrieb

Bose Soundlink II - Limited Edition white

Bose hat kürzlich eine limitierte weisse Version des Soundlink vorgestellt, die ich persönlich wirklich chick finde. So wie alle bisherigen Modelle, egal ob mit Lederhülle oder ohne, der Soundlink hat für mich immer einen gewissen retro-70er Look gehabt. Beim neuen hingegen wirkt einerseits die weiße Farbe als auch das neue Design des vorderen Gitters viel eleganter und erinnert teilweise sogar an den B&O Beolit12.
Es wäre nur etwas schade das weisse Leder auf eine dreckige Oberfläche zu stellen,  aber Leder ist da ja üblicherweise recht pflegeleicht.

Wenn Bose diese Special Edition auch zusätzlich etwas besser getuned hätte, sprich eine weniger gerichtete Höhenwiedergabe, und gegebenfalls ein ingesamt besser abgestimmter Klang, würde ich diese Version vermutlich sofort kaufen.




Freitag, 26. April 2013

Lautsprecher - wie groß/klein müssen sie sein?

Ich habe hier eine kleine Grafik vorbereitet, die eine willkürliche Auswahl einiger kompakter und vor allem portabler Lautsprecher zeigt, die ich kenne und bereits gehört habe, bzw. gerne noch hören würde. Die Angaben sind eher grob gehalten, denn ich habe nicht alle Lautsprecher akribisch nachmessen können. Einige Größenangaben wurden direkt vom Hersteller übernommen und entsprechend einfach nachmodelliert. Das ganze soll nur einen ungefähren Größenvergleich demonstrieren.

Interessant ist vor allem das Volumen, mit denen die Lautsprecher auskommen müssen, um den entsprechenden Sound zu erzeugen. Dass nicht alle Lautsprecher genauso effizient mit dem Volumen umgehen wird offensichtlich, wenn man sich vor Augen führt, dass der Bose Soundlink volumsmäßig kaum größer ist als der Nokia Play 360, aber dennoch viel gewaltiger und auch lauter klingt.
Mit 1 Liter Gehäusevolumen ist schon ein recht reifer Klang möglich, wie der TDK A33 beweist, der fast genau so kraftvoll klingt wie die deutlich größere Big Jambox. Noch eindrucksvoller klingen die Bose Computer Musicmonitors, wo einer der Lautsprecher gerade mal 0.65l zur Verfügung hat, jedoch meiner Meinung nach besser klingt als der Soundlink. Leider sieht Bose für diese Lautsprecher keinen Akkubetrieb vor, obwohl die erste Version, die vor vielen Jahren in Japan vorgestellt wurde, noch ein eigenes Fach für Batterien hatte.
Der Bose Sounddock portable leistet mit einem Nettovolumen von knapp über 3l erstaunliches und überspielt locker die größere Logitech UE Wireless Boombox. Der Beolit 12 ist nochmals fast doppelt so groß. Ich konnte mir diesen bereits kurz mal anhören, war aber nicht sonderlich beeindruckt, vor allem nicht um den verlangten Preis.

Demnächst werde ich noch den Libratone Zipp testen, der in etwa Sounddock portable Maße hat und vermutlich für den Garten die bessere Wahl wäre, da der Klang dank der omnidirektionalen Abstrahlung von allen Seiten gleich klingen soll, beim Sounddock hör ich manchmal nur noch Bass, je nachdem wie ungünstig er aufgestellt ist. Ob der Zipp rein vom Klangvolumen an den Sounddock portable rankommt, wird sich zeigen...

Gehört habe ich leider immer noch nicht den vielgelobten Pasce Minirig!
Interessant wäre es auch den neuen FoxL Dash7 zu hören, der bei Sound+Vision bereits eine positive Bewertung erhalten hat. Der Dash7 sollte vom Volumen nochmals weniger als die Hälfte der Jambox einnehmen, aber gleichzeitig besser klingen!



Dienstag, 16. April 2013

Review: TDK A33 Wireless Weatherproof Speaker - und der Sommer(regen) kann kommen!

Mich haben die TDK Geräte der "Life On Record"-Serie seit Beginn an angesprochen. Die erste Generation bestand aus 3 Ghettoblaster-artigen Boomboxen (und anderem DJ-Kram wie Turntables usw), die eher groß und schwer zu transportieren waren und zu allem Überfluss bis zu 12 dicke D-Batterien für den Betrieb unterwegs benötigten.
Die neue Serie wurde komplett überarbeitet, allen Lautsprechern wurde nun ein eingebauter Akku spendiert, darüber hinaus verbinden sich alle zwecks Musikstreaming per Bluetooth und es sind einige kompakte Modelle dazugekommen wie eben der A33, den ich kurz testen konnte und Euch meine Erfahrungen damit nicht vorenthalten will, um nebenbei den Blog auch wieder etwas zu beleben. Nach dem verschneiten Osterfest werden die Temperaturen endlich wieder etwas wärmer, weshalb man schön langsam überlegen sollte, welches Gerät man sich für die Musikbeschallung und Belästigung bzw Vertreibung zu naher Sonnenanbeter im Park besorgen sollte.


Den A33 empfand ich besonders reizvoll, da er nochmals deutlich kompakter als der Bose Soundlink ist, und ich mir dank des Spritzwasserschutzes durchaus vorstellen könnte, den Lautsprecher auch mal am Strand einzusetzen, wo ich den Bose Soundlink eher lieber schonen würde.

Seit der Ankündigung wollte ich immer schon wissen wie der A33 wirklich klingt, empfand den Preis bei uns jedoch etwas hoch angesetzt. Bei uns ist er mit 229,- Euro relativ teuer, auf Amazon.com konnte man ihn sogar schon um 139$ kaufen, inkl. Versand und Zoll ist man dann immer noch bei etwa 160€. Darüber hinaus gibt es einige Händler in Polen, die ihn deutlich günstiger anbieten, der günstigste wird um knapp 600 Zloty angeboten, was weniger als 150 Euro entspricht, wobei man dann schauen muss, wie man an den Lautsprecher kommt, denn die Anbieter versenden leider nur innerhalb Polens.

Obwohl der A33 tatsächlich relativ kompakt ist, wie im folgenden Vergleich mit dem Bose Soundlink gut zu sehen, wiegt er dennoch fast eine halbe Tonne. Ohne es nachgewogen zu haben, macht der A33 jedoch einen schwereren Eindruck als der Soundlink.



Der Größenunterschied mag vielleicht nicht riesig erscheinen, aber im Handling merkt man es doch sehr. Der TDK wirkt im Vergleich richtig kompakt. Auch von der Dicke geben sich beide nicht viel. Der TDK macht aufgrund des Designs zwar einen dickeren Eindruck, aber der Bose inklusive Cover usw ist beinahe genauso dick. Wenn nicht das überraschend hohe Gewicht wäre, wäre der TDK zumindest was die Größe betrifft eine echte Alternative zum Soundlink. In einer Jackentasche findet der TDK locker Platz (lustiges Video dazu findet man hier), wo es für den Soundlink teilweise schon eng werden kann, ganz zu schweigen von noch größeren Kandidaten wie der BIG Jambox, bei der es beinahe hoffnungslos erscheint, sie schnell mal mitnehmen zu wollen. Man braucht dann schon einen Rucksack oder irgendwelche Taschen, vielleicht kommen ja irgendwann wieder mal Männderhandtaschen in Mode, da könnte man dann versuchen die BIG Jambox reinzustopfen.
Der TDK kann auch locker in einer Hand getragen werden, und sollte sich mal der Nachbar aufregen, weil die Musik zu laut ist, kann man ihn ähnlich eines Ziegelsteins einfach zum über den Schädel ziehen missbrauchen. Das nötige Gewicht hat er, und auch die Verarbeitung ist tadellos, sodass der Lautsprecher durchaus robust genug sein sollte, den Kopf des Gegners auszuhalten.


Mich hat natürlich am meisten interessiert wie gut sich der TDK klanglich gegenüber Soundlink usw behaupten kann, weshalb ich ohne langes Geschwafel gleich mal über die klanglichen Qualitäten sprechen will.
Überraschenderweise klingt der TDK richtig gut. Ich war mir anfangs nicht sicher was ich mir davon überhaupt erwarten konnte, nach den ganzen Enttäuschungen wie dem Philips P9, oder der UE Boombox von Logitech, aber meine Befürchtungen waren unangemessen, denn der TDK macht richtig guten Klang.
Neben einem langen und ausführlichen Vergleich des TDK mit meinem Soundlink II, habe ich ihn auch in einen Elektroladen geschleppt und ihn direkt mit der Big Jambox, oder auch dem besagten Philips P9, aber auch einem Logitech Z715, nebst einigen anderen verglichen.

Der TDK klingt angenehm, er hat nicht den aufgeblähten und dominanten Bass des Bose Soundlink, aber er schafft es dennoch genügend Bassfundament zu erzeugen, dass er nicht dünn oder quäkig klingt. Der Bass vom Bose ist nicht nur tiefer, sondern auch ausgeprägter. Dadurch kann sich bei Bose und gewissen Aufnahmen der Bass zu sehr in den Vordergrund drängen und gleichzeitig den ganzen Rest zudröhnen, was durch eine ungünstige Aufstellung zusätzlich verstärkt wird. Der TDK hat dieses Problem nicht, er klingt auf jeden Fall basslastig und überrascht mit einer gewissen Klangfülle, aber der Bass ist bei weitem nicht so im Vordergrund wie bei Bose. Er klingt natürlicher, dezenter und nicht ganz so kraftvoll, aber man hat dennoch nie das Gefühl, als wäre zu wenig davon da. Vielleicht, wenn man wie ich durchaus Bass mag, könnte man das Gefühl haben, dass der TDK etwas mehr davon vertragen würde. Ein Mittelding zwischen Bose und TDK wäre wahrscheinlich genau richtig, aber auch hier kann man mit etwas Aufstellungstricks weiterhelfen. In einer Ecke oder näher an der Wand kann man dem TDK zu noch mehr Power im Bassbereich verhelfen. Auch draussen auf den Boden gestellt macht der Lautsprecher mehr Druck, und von etwas weiter weg klingen Soundlink und A33 recht ähnlich, was die Klangfülle betrifft. Draussen laut gespielt hat der Soundlink kaum klangliche Vorteile gegenüber dem TDK.

Abgesehen vom Bass, fällt im direkten Vergleich zu Bose auf, dass der TDK auch sonst klarer klingt. Er klingt im Mitten und Höhenbereich prägnanter, obwohl er im obersten Frequenzbereich dennoch etwas beschnitten erscheint. Es ist Geschmackssache, was besser klingt, auf jeden Fall hat man beim TDK nie das Gefühl, der Klang wäre verhangen oder dumpf, wie das beim Bose der Fall ist. Zwar hat der Bose seidigere Höhen, die auch weiter nach oben reichen, aber er klingt insgesamt dennoch dumpfer, als hätte man einen Polster davor oder so, vor allem wenn er nicht optimal auf den Hörer ausgerichtet ist. Beim TDK büst der Klang nicht ganz so stark ein, wenn er nicht optimal steht, obwohl er zusätzlich einen kleinen Kippständer im Boden verbaut hat, um ihn auch entsprechend stärker nach oben ausrichten zu können.

Trotz aller Schwächen, würde ich dem Bose insgesamt dennoch den edleren Klang attestieren. Er klingt irgendwie erwachsener, weicher, und bei vielen Instrumenten realistischer, sei es Klavier oder Saxophon, die beim TDK teilweise etwas hölzern wiedergegeben werden, dafür hört man beim TDK im Gegenzug feine Percussion-Anschläge und Becken, die beim Bose fast völlig untergehen.
Wenn jemand immer schon das Gefühl hatte, als würde der Soundlink dumpf klingen, oder zu viel Bass haben, sollte sich den A33 mal anhören, denn er setzt genau an diesen Punkten an.

Auch wenn der A33 nicht unbedingt audiophil klingt, und bei weitem nicht perfekt ist, so ist er dennoch für die Größe klanglich sehr schön abgestimmt, Hut ab vor TDK, dass sie es so gut hingekriegt haben und nicht verpfuscht wie manch anderer Hersteller. Der Logitech Z715 klang im Akkubetrieb dagegen wie eine billige Plastikbox, der Philips P9 wie ein mikriger Küchenradio. Der TDK erreicht zwar nicht ganz das Niveau der Big Jambox, ist aber insgesamt nicht mal halb so groß. Im Bassbereich spielt die BIG Jambox etwas kraftvoller und auch sauberer, und sie ist auch im Höhenbereich prägnanter, wobei die Höhen bei der BIG Jambox etwas kalt und digital klingen. Die Unterschiede zwischen beiden waren diesmal jedoch nicht ganz so groß, wie zwischen Soundlink und A33.

Bemerkenswert auch die Pegel, die der A33 schafft. Er spielt auf jeden Fall lauter als der Soundlink, wenn auch nicht ganz so sauber. Der Soundlink komprimiert die Dynamik bei höheren Lautstärken, beim TDK scheint bei höheren Lautstärken nur eine Art Bass Limiter im Einsatz zu sein, beim letzten Lautstärkedrittel wird der Bass dezent zurückgefahren, gleichzeitig nimmt der Mittenbereich deutlich zu, weshalb der Klang insgesamt auch etwas schrill wird, aber der Klang wird allem Anschein nach nicht zusätzlich noch dynamisch bearbeitet wie bei Bose. Dadurch gibt der A33 manche Bassfrequenzen ab einer gewissen Lautstärke nicht mehr völlig sauber wieder. Vor allem Bassdrums und Housekicks neigen dazu leicht zu verzerren und bekommen eine leichte Rauschfahne. Reine Basstöne bleiben dennoch klar, nur schnelle Attack-Sounds haben das Problem. Bei einigen Stücken muss die Lautstärke gar nicht so hoch sein, schon ab der Hälfte kann es passieren, dass die Bassdrum etwas angezerrt wird. Es liegt meiner Meinung nach auch eher am aktiven Basstreiber, weil dieser offenbar bereits am Anschlag ist, oder der Verstärker die Pegelspitzen nicht schafft, denn die Passivmembranen hinten klingen trotzdem sauber. Der eigentliche Bass kommt beim TDK vorwiegend von hinten, die vordere aktive Bassmembran ist bassmäßig deutlich höher abgestimmt.
Frequenzmäßig reicht der Bass ohne großen Abfall beim TDK bis etwa 70hz, danach geht es pegelmäßig immer weiter runter und unter 60hz hört man kaum noch was. Der Soundlink spielt die 60hz locker und sogar tiefer runter, hat aber in den oberen Bereichen einige Buckel, die beim TDK nicht derart auffällig sind. Überhaupt scheint Bose den Bassbereich irgendwie künstlich zu pushen. Bei einigen Aufnahmen sind mir zusätzliche Obertöne bei Bassklängen aufgefallen, die ich so in der Originalaufnahme nicht gehört habe. Da greift Bose offenbar wirklich stärker in den Klang ein und verbiegt gewisse Frequenzen um möglichst viel Bass rauszuholen, was dann bei manchen Aufnahmen jedoch oft ins Negative umschlagen kann, vor allem bei leiseren Lautstärken und wenn die Höhenwiedergabe von sich aus schon stark unterdrückt ist.
Der TDK scheint keinerlei zusätzliche Basstricks anzuwenden, er hebt den Bass bei leisen Lautstärken auch nicht zusätzlich an, weshalb er bei ganz leisen Pegeln teilweise etwas dünn und mittenbetont klingen kann und meiner Meinung nach vor allem bei leisen Pegeln (unter 2 Lautstärkestrichen) ein wenig zusätzlichen Bassboost vertragen könnte.
Die eingebauten EQ-Presets vom Iphone sind eher was für die Tonne, aber es gibt diverse Apps, mit denen man den Klang durchaus verbiegen kann. Eine, die bei mir des öfteren im Einsatz ist, ist Bongiovi DPS.


Ich habe damit ein wenig am A33 experimentiert, und Bongiovi bietet in der kostenpflichtigen Version mittlerweile zusätzliche Profile zum Runterladen an, darunter auch welche für die BIG Jambox. Ich habe mit dem BIG Jambox Hifi Profil am A33 recht passable Ergebnisse bekommen, der Bass wird dabei relativ stark angehoben, und gleichzeitig die Mitten etwas zurückgenommen. Wenn man dann mit dem in der App zusätzlich eingebauten EQ noch am Bass ein wenig schraubt, dann klingt der A33 selbst bei leisen Lautstärken recht erwachsen. Man muss natürlich etwas vorsichtig sein, mit Hifi hat das ganze nichts zu tun, denn DPS wendet auch eine gewisse Dynamikbearbeitung in den Profilen an, aber gerade bei leisen Lautstärken ist eine etwas gepresste Dynamik durchaus wünschenswert. Auf die Art bearbeitet gefällt mir der Klang vom A33 leise gespielt deutlich mehr, als das Gewummere vom Soundlink, der Klang bleibt klar und ist dennoch druckvoll.
Sehr laut kann man dann aber auch nicht aufdrehen, da man noch schneller in die Verzerrung reinkommt. Natürlich wirkt die App auch nur auf die am Iphone gespeicherte Musik. Andere Streamingapps wie Spotify, Amazon Cloud Player usw bleiben aussen vor, trotzdem gehört Bongiovi DPS zu den eher besseren Klangbearbeitungsapps fürs Iphone, die ich kenne.

Durch die einseitig hinten angebrachten Passivmembranen bekommt der TDK bei hohen Basspegeln eine gewisse Unwucht und neigt auch dazu stärker mitzuvibrieren. Dadurch kann es trotz seiner Gummifüsse durchaus passieren, dass er zum Rumwandern neigt, vor allem wenn man die Klappstütze nützt, und die Auflagefläche der Gummifüsse nicht mehr voll ausgenutzt wird. Auch sollte er nicht an andere Objekte angelehnt werden, da sich die Vibrationen dann als lästiges Rattern weiterpflanzen können. Der Bose aber auch die BIG Jambox sind dank entgegengesetzter Passivradiatoren nahezu vibrationsfrei. Abgesehen von den leichten Verzerrungen, sind mir keinerlei Probleme mit Rasseln im Inneren, bzw Resonanzen mit dem Gehäuse usw aufgefallen, selbst bei maximaler Lautstärke ist das Teil trotz der Vibrationen nicht auseinandergefallen.

Abgesehen vom Klang finde ich das Design von TDK durchaus gelungen. Der A33 wirkt frischer und peppiger als der Soundlink, ohne prollig zu wirken. Der Soundlink erinnert teilweise doch stärker an einen alten Transistorradio.
Elegant gelöst ist beim A33 die Lautstärkeanzeige, die aus 5 LEDs besteht, die nacheinander aufleuchten bzw. vorher erst stufenweise heller werden, bevor die nächste LED aktiv wird. Beim Soundlink hingegen weiss man nie, auf welcher Lautstärkestufe er im Moment eingestellt ist.  Auch die beleuchtete Power- sowie Bluetoothtaste, geben vor allem im Dunkel was her. Auf der Seite sind hinter einer Gummiklappe alle Anschlüsse spritzwassergeschützt versteckt. Da findet sich neben dem obligatorischen Stromanschluss auch der Aux-in. Die USB-Buchse ist nur zum Laden externer Geräte gedacht und da leider auch nur, wenn der Lautsprecher selbst am Strom hängt. Unterwegs bei Akkubetrieb liefert die USB-Buchse unverständicherweise keinen Strom.
Zu finden ist hier auch ein zusätzlicher Power-Schalter. Den Sinn dieses zusätzlichen Schalters habe ich nicht ganz verstanden. Ich vermute, dass man damit den Akku vom Ladevorgang entkoppeln kann, und man so den Akku schont, falls das Gerät ohnehin längere Zeit nur am Stromnetz betrieben wird.


Die Akkulaufzeit ist wohl der größte Schwachpunkt des A33, denn ich bin bei eher niedrigen Lautstärken auf 6,5 Stunden gekommen, dann hat die Powerleuchte angefangen zu blinken, und wenig später hat sich der Lautsprecher von selbst ausgeschaltet. Bei maximaler Lautstärke passiert es immer wieder, das bereits nach wenigen Minuten die Powerleuchte ihre Farbe wechselt und kurz zu Blinken beginnt, aber selbst nach 1. Stunde auf maximal hat sich das Gerät nicht von selbst ausgeschaltet. Ich möchte aber noch genauer testen, wie lange der Lautsprecher bei hohen Lautstärken wirklich durchhalten wird.
Der Hersteller gibt 6 Stunden Laufzeit bei "normalen Lautstärken" an, beim Bose Soundlink komme ich bei ähnlichen Lautstärken teilweise auf über 10 Stunden, was für einen ganzen Tag am Strand normalerweise reichen sollte. Mit 6 Stunden könnte es da eher eng werden. Laut Anleitung ist der Akku beim A33 tauschbar, zumindest wird es da kurz erwähnt, aber ob wirklich jemals Ersatzakkus angeboten werden, bleibt fraglich. Ich war so neugierig und habe den Akku unter der Bodenklappe ausfindig gemacht. Die Bodenklappe ist mit 6 kleinen Torxschrauben fixiert, darunter verbirgt sich ein 2000mAh 7.2 Volt Akku, der aus üblichen AA-Zellen zusammengesetzt ist. Zur Not könnte man sich so einen Akku auch selber zusammenlöten, das nötige Geschick vorausgesetzt. Der Akku ist jedoch sehr passgenau verbaut, etwas zu viel Kabel, und es könnte schwierig sein alles in der Luke zu verstauen.



Bei leerem Akku dauert es etwa 2,5-3 Stunden, um ihn wieder voll aufzuladen. Das Ladegerät liefert 2A bei 12V, und falls man sich den Lautsprecher aus den USA importiert und der entsprechende Steckdosenadapter nicht mitgeliefert ist, kann man ihn mit jedem passenden Universalnetzgerät und dem entsprechenden Stecker laden. Ich hatte zufällig noch ein ähnliches Netzgerät mit exakt dem selben Stecker zuhause, das jedoch nur 1,25A bei 12V lieferte, damit wurde der A33 aber auch geladen.

Zu sagen wäre noch, dass mir einige Macken bei Bluetoothbetrieb aufgefallen sind. Beim Wechsel zum nächsten Titel, wird vorher nochmal ein kurzer Takt des vorigen Titels angespielt, was manchmal etwas lästig sein kann. Manchmal werden ein paar Takte bei der Wiedergabe verschluckt, was jedoch eher nur beim Umschalten zwischen verschiedenen Bluetoothzielen passiert, was man im Normalfall eher nicht macht. Auch ist mir aufgefallen, dass ich am Iphone beim Streamen von meinem NAS über WLAN nach einigen Minunten immer wieder das WLAN-Netz verloren habe, während ich zum A33 per Bluetooth gestreamt habe. Es wurden danach auch keine meiner WLAN-Netze mehr gefunden, bis ich Bluetooth wieder deaktiviert habe. Es kann sich dabei um ein Iphone Problem handelt, denn ähnliche Probleme wurden immer wieder in Support-Foren beschrieben, aber bisher war mir das so noch nie aufgefallen, und beim darauf folgenden Test mit dem Soundlink ist die WLAN-Verbindung nicht unterbrochen.

Insgesamt hat mich der TDK A33 doch recht beeindruckt. Ich finde ihn ziemlich schick, die Größe ist wirklich als portabel zu bezeichnen, und der Klang ist angenehm und kraftvoll, wenn auch nicht so wuchtig wie beim Soundlink. Ich würde es mir natürlich noch etwas kompakter wünschen, denn ein einzelner Bose Computer Music Monitor ist immer noch deutlich kompakter, bietet aber einen tiefer abgestimmten Bass und einen insgesamt feiner abgestimmten Klang, aber wer weiss, wie groß dieser dann als portable Version mit eingebautem Akku usw wirklich wäre.
Ach ja, telefonieren kann man mit dem A33 auch, aber wer will das schon mit einem Lautsprecher...

Zu meinen einzigen wirklichen Kritikpunkten würde ich das hohe Gewicht zählen und die etwas magere Akkulaufzeit. Als nachteilig für den Transport würde ich überdies die glatten Ränder vorne und hinten sehen, die recht schnell zerkratzen dürften. Die restlichen Teile sind dagegen eher matt und düften nicht ganz so schnell unansehlich werden. Der Preis ist bei uns leider etwas zu hoch, um 149$ wäre der A33 jedoch ein heisser Tipp und eine echte Alternative zu den meisten Konkurrenzprodukten, die dann doch um einiges schlechter klingen.


+ kompaktes trendiges Design
+ robust und spritzwassergeschützt
+ runder, kraftvoller, jedoch nicht übertriebener Klang
+ Klang bleibt gleich, egal ob bei Akku- oder Strombetrieb
+ laut


- hierzulande überteuert 
- relativ schwer
- Klang könnte lautstärkeabhängig noch etwas feiner abgestimmt werden
- klingt etwas dünn bei leisen Lautstärken
- Bass kann bei höheren Lautstärken leicht verzerren
- starke Vibrationen bei höheren Lautstärken
- Akkulaufzeit könnte höher sein 
- gelegentliche Bluetoothprobleme 
- glatte Ränder eher anfällig für Kratzer

Mittwoch, 20. März 2013

DAS Übergadget!

Ich möchte kurz in eigener Sache berichten und erklären warum ich schon längere Zeit nichts mehr gepostet habe. Hiermit stelle ich meine aktuellste Errungenschaft vor, das Gadget der Gadgets:
 
techn. Daten:

Name: Sascha
Herstellungsdatum: 05.02.2013
Geschlecht: männlich
Länge: 50cm
Gewicht: 3250 Gramm
Farbe: gelb-rosa (Anmerkung: kann je nach Alter und Laune variieren)



Für mich ist die neue Situation natürlich sehr aufregend, aber verständlicherweise auch sehr zeitraubend, sodass sich mein Leben seitdem grundlegend verändert hat und ich nicht mehr die Zeit habe, mich mit vielen Dingen zu beschäftigen, die ich davor manchmal auch nur aus Langeweile getan habe.

Sascha hat nun oberste Prioriät, und Blödeleien wie Lautsprechertests oder Blogs stehen außen vor. Nebenbei erlauben es auch die Finanzen kaum noch, jedes erdenkliche Spielzeug haben zu wollen, denn das meiste Geld geht derzeit ohnehin für Windeln drauf. Außerdem soll der kleine sich nicht schon von Beginn an ein schlechtes Vorbild an seinem Vater nehmen. Obwohl ich insgeheim hoffe, dass auch er bald Interesse an Lego zeigen wird, damit auch ich vielleicht auch wenig mitspielen kann.... Jedenfalls schien seine Neugierde ziemlich geweckt worden zu sein, als ich ihm das Ipad zum ersten mal gezeigt habe:


Ich möchte mich dennoch bei allen bisherigen Lesern sehr bedanken und hoffe, dass ihnen der eine oder andere Beitrag gefallen oder auf irgendeine Weise geholfen hat.

Demnächst werde ich vermutlich kaum Gelgenheit finden, über neues zu berichten, möchte den Blog aber nicht ganz aufgeben. Schaut ab und zu vorbei, vielleicht findet sich ja doch noch wieder ein Beitrag.

Bis dahin wünsche ich allen das beste und genauso viel Freude, wie wir derzeit mit unserem neuen Gadget haben.