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Wednesday, February 8, 2012

Review: Jawbone Jambox, der/die kleine Krachmacher/in

Skizzen zur Jambox von Yves Behar
Seit ihrer Vorstellung vor knapp über einem Jahr hat sich die Jambox mittlerweile zu einem populären Statussymbol unter den Gadgetfanatikern gemausert. Dass der akustische Kern der Jambox auf den Technologien von Soundmatters basiert, die bereits seit Jahren in deren FoxL Verwendung finden, wissen jedoch die wenigsten.

Jawbone hat versucht das Konzept von Soundmatters weiterzuführen, einen möglichst kleinen Lautsprecher mit möglichst "großem" Klang zu bauen. Wo Soundmatters hingegen das Design der Funktion unterstellt hat, hat Jawbone eher versucht daraus ein Icon zu erzeugen, so wurde eigens Yves Behar engagiert, um das eigenwillige Design der Jambox zu entwerfen.

Originalverpackung der Jambox bei Markteinführung
Neben unterschiedlichen und knalligen Farben, sind es vor allem die unterschiedlichen Muster, die die Aufmerksamkeit auf die Optik der Jambox lenken sollen (und vielleicht auch von deren Klangqualitäten abzulenken?)

Ebenso ausgeklügelt war das ursprüngliche Marketingkonzept. Anfangs wurde die Jambox noch in einer Pappschachtel angeboten, die ein altmodischer Ghettoblaster und die Aufschrift "THAT WAS THEN..." zierte. Der Gag erschloss sich einem erst beim Öffnen, als im Inneren der viel zu großen Schachtel ganz vorlaut die kleine Jambox mit dem Kommentar "...THIS IS NOW" präsentiert wurde.

Von diesem Gag ist in der Zwischenzeit leider nichts mehr übrig, denn die Jambox wird zwar nun in einer stylischen, jedoch auch langweiligen Plastikbox verkauft, bei der manche sogar schon beim Öffnen verzweifeln. Auch prahlt der Hersteller ganz stolz mit Angaben zur Maximallautstärke von 85dB, was teilweise bereits zu Gehörschäden bei langfristiger Einwirkung führen würde. Selten erwähnt wird, dass die 85dB bei 0,5m Abstand erzielt werden können, und es wird auch nirgendwo gesagt, bei welchen Frequenzen dieser Pegel erreicht wird. Das Gehör ist bei Frequenzen von 1500Hz sowieso am empfindlichsten, und solch einen Pegel erreicht sogar meine Türglocke, die noch kleiner ist.

Jawbone hebt immer wieder gern hervor, dass es sich bei der Jambox um den ersten "intelligenten" Lautsprecher handelt, da dieser jederzeit mit weiteren Funktionen oder auch Updates verbessert werden kann. Der Micro-USB Anschluss dient nicht nur zum Laden der Jambox, sondern wird auch zur Verbindung mit dem Computer und der Jawbone-eigenen Software MyTalk verwendet, um gewisse Einstellungen und Änderungen am Lautsprecher bzw dessen Funktionen tätigen zu können. Dass MyTalk es geschafft hat bereits einige Jamboxes zu bricken, ist eine andere Geschichte, auf die ich nicht eingehen will, da es mich selbst noch nicht betroffen hat und alle meine Updates bisher ohne Probleme verlaufen sind.

Was Jawbone im Vergleich zu Soundmatters auf jeden Fall verbessert hat, ist das Handling. Die Jambox benötigt keinen zusätzlichen Kippständer und durch die gummierte Oberfläche sollte eigentlich auch das Rumtanzen unterbunden werden, was jedoch nicht wirklich passiert. Bei höheren Lautstärken fängt auch die Jambox genauso wie der FoxL an, auf der Unterlage herumzuwandern, sodass es sowohl mir als auch vielen anderen Besitzern bereits passiert ist, dass die Jambox sich irgendwann selbständig macht und vom Tisch herunter fällt.

Jambox meiner Mutter nach dem selbständigen Fall vom Tisch
Die Oberseite der Jambox zieren 3 große Tasten, die die wichtigsten Funktionen übernehmen. An der Seite gibt es noch den Powerschalter, der gleichzeitig auch zum Pairing verwendet wird, auf der selben Seite liegt auch der Aux-In und der besagte USB Anschluss. Alles wirkt sehr aufgeräumt, im Gegensatz zum Foxl, der alles irgendwie kreuz und quer verstreut hat. Auch merkt sich die Jambox im Gegensatz zum FoxL nach dem Ausschalten die zuletzt eingestellte Lautstärke.

Etwas nervig jedoch all die Geräusche, die die Jambox von sich gibt. Schon beim Einschalten kann man sich erschrecken. Der dabei erzeugte Ton wird jedes mal mit voller Lautstärke abgespielt und entspricht einem lauten "Klick" mit einem gleichzeitig tieffrequentem Basston, der schließlich als Rauschfahne nach 2 Sekunden abklingt. Auch der Ausschaltton ist nervig und erinnert an ein lautes "Bluuuuubb" oder so ähnlich. Zu allem Überfluss gibt es auch noch einen Ton, der die Paarungsbereitschaft mit einem neuen Gerät signalisiert, ein extrem lautes "Tuut, tuut, tuut", sowie einen eigenen Ton für eine erfolgreiche Paarung, der teilweise sogar verzerrt wiedergegeben wird, weil er so laut ist. Man kann zwar sowohl den Einschalt- als auch Ausschaltton mittels eines Tastentricks einmalig unterdrücken. Um die Jambox stumm einzuschalten, muss man gleichzeitig die minus-Taste drücken. Die "Piep"-Töne, die dann aber trotzdem bei jeder Lautstärkeänderung losplärren, kriegt man nicht weg. Das dumme ist, dass die Töne je nach Lautstärke auch lauter werden. Man stelle sich vor, man wolle am Abend noch ein wenig leise Musik hören, während die Frau bereits schläft. Die Jambox wurde davor jedoch auf maximaler Lautstärke belassen. Versucht man nun leiser zu machen, antwortet die Jambox mehrmals mit einem lauten "Piep, piep, piep...", was der schlafenden Frau wohl gar nicht gefallen würde.
Warum Jawbone trotz mehrmaliger Kritik und Kundenwunsch es nicht umsetzen konnte, die Töne völlig zu deaktivieren, ist mir bis heute nicht klar. Nur bei Kabelbetrieb über Aux-In, werden keine Lautstärketöne abgespielt. Die Jambox bietet auch weitere akustische "Features" an, so spricht eine englische Frauenstimme, wenn sie zur Paarung bereit ist, auch kann sie den Akkustand bekanntgeben. Man kann die Stimmen auch tauschen, oder die Sprachen wechseln, für solchen Firlefanz ist eben Mytalk da. Seit der Softwareversion 2.0 hat Jawbone aber auch ein neues Feature eingeführt, das die Jambox klanglich aufwerten soll. Sie nennen das "Liveaudio", doch dazu später.

Sehr hübsch auf jeden Fall das mitgelieferte Accessoir. Das USB-Ladegerät, sowie zwei USB-Kabel in unterschiedlichen Längen sind in grau gehalten und designtechnisch von Apple-Geräte inspiriert. Das Aux-In Kabel ist ein echter Hingucker, denn es ist farblich auf die jeweilige Jambox abgestimmt und als Flachkabel ausgeführt. Doch was nutzt das schönste Zubehör und das beste Design, wenn alles andere nicht passt?
Grundsätzlich könnte man die Jambox als "Ableger" vom FoxL sehen. Beide verwenden exakt die gleichen Lautsprecherchassis, arbeiten nach dem selben Prinzip der "Bassbattery", bei dem die Batterie in einem Gummimantel als Passivradiator die tiefen Frequenzen von den Lautsprechern verstärkt. Das Gehäuse der Jambox ist jedoch größer und anders konstruiert als das vom FoxL. Auch die Elektronik (darunter vermutlich die Verstärkerschaltung, die Bluetootheinheit etc.) sind von Jawbone überarbeitet worden.


Die wichtigste Frage: Welcher von beiden klingt besser, Jambox oder FoxL? Da kann ich mit Sicherheit behaupten: FoxL, denn er klingt feiner, differenzierter, mit besser ausgeprägtem Bass, klareren Höhen und Mitten. Trotzdem ähneln sich beide klanglich extrem. Fehlt der Direktvergleich, so klingt auch die Jambox gut, hier ein kurzes Vergleichsvideo dazu:



Wo die Jambox auf jeden fall punktet, ist die maximale (verzerungsfreie) Lautstärke, denn die liegt in etwa in dem Bereich, in dem der FoxL vom Netzgerät spielt. Der FoxL kann zwar insgesamt um einiges lauter spielen, verzerrt dann aber nur noch kläglich. Ich hatte beide Lautsprecher schon öfters im Auto verwendet. Für klangliche Untermalung vom Beifahrersitz sind zwar beide denkbar ungeeignet, der Klang ist dann nämlich zu leise und kann sich kaum gegen den Autolärm durchsetzen, aber am Cockpit gegen die Windschutzscheibe gestellt, kann er sich durchaus entfalten. Der FoxL war in dieser Situation meist ziemlich am Limit, um eine ansprechende Klangkulisse zu erzeugen, die Jambox lag über diesem Limit und vermochte bei maximaler Lautstärke durchaus genügend Power zu erzeugen, dass man auch auf der Autobahn etwas von der Musik mitbekam.


Die Tücken liegen aber auch hier im Detail. Die Jambox hat immer wieder Probleme mit gewissen Frequenzen, die sie nicht rein wiedergeben kann, da dann das gesamte Lautsprechergehäuse zu vibrieren beginnt. Verzerrt der FoxL, ist die Verzerrung auch als solche erkennbar, denn man hört ganz klar wo die Limits des Verstärkers sind. Gesellen sich bei der Jambox jedoch zu den digitalen Verzerrungen noch die besagten Resonanzen des Gehäuses dazu, ist das Resultat beinahe unhörbar und endet in einem kratzenden, krachenden Lärm. Trotz mehrmaligen Öffnens meiner Jambox, habe ich es nicht geschafft diese Resonanzen mit dem Gehäuse bzw. den Teilen im Inneren zu beseitigen. Einerseits bereiten Basstöne der Jambox extreme Probleme. Man hört im Inneren bei bestimmten Frequenzen etwas mitrasseln (ich vermute da die Kabel vom Akku). Aber auch Instrumente wie Klavier, E-Piano, Gitarre usw kann die Jambox bei leicht gehobener Lautstärke nicht klar wiedergeben, hier gesellen sich Resonanzen dazu, die wie die Schwingung eines Saxophon-Rohrblatts klingen, oder wenn man am mit einem Stück Papier auf einem Kamm "singt". Ich vermute dass sich die Schwingungen der beiden Lautsprecher bei bestimmten Frequenzen auf das gesamte Gehäuse übertragen, da hier kaum gedämpft wurde. Zwar ist das Gehäuse mit einem Gummi abgedichtet, aber alle Platinen und losen Teile im Inneren können rumrasseln, wie es ihnen gerade passt.



Was auf den FoxL zutrifft, hat auch bei der Jambox Gültigkeit: Die Jambox fängt erst bei höheren Lautstärken an zu "leben". Wirklich druckvoll und beeindruckend für ihre Größe wird der Klang der Jambox erst bei Lautstärken nahe des Maximums. Leider ist man nahe des Maximums oft schon klanglich ziemlich am Limit. Manche Instrumente können bereits 2-3 Stufen unter Maximum verzerren, andere Stücke klingen sogar bei maximaler Lautstärke noch gut, was natürlich von Art der Aufnahme und des Masterings abhängt.
Bei leisen Lautstärken hingegen ist der Klang der Jambox ähnlich flau wie der vom FoxL, wenn nicht sogar noch flauer, da der FoxL den oberen Bassbereich doch etwas mehr betont. Die Jambox hat den Bass deutlich tiefer abgestimmt, wobei man diese Frequenzen ohne optimale Aufstellung kaum noch wahrnimmt. Man muss die Jambox schon auf den Boden, in eine Ecke oder gegen die Wand stellen, um das volle Frequenzspektrum, das sie tatsächlich abgibt mitzubekommen. In kleinen Räumen kommt der Klang um einiges voller als mitten in einem großen Raum oder sogar im Freien, wo der Klang trotz maximaler Lautstärke keinerlei Tiefe im Bassfundament aufbauen kann. Hier von einer "Jambox" zu sprechen, die von einigen Metern kaum noch hörbar ist und wie ein Handylautsprecher krächzt, ist schon sehr gewagt.
Die Akkulaufzeit ist überraschend hoch. Meine Jambox hält locker 10 Stunden bei gemäßigter Lautstärke. Die Bluetoothverbindung ist durchaus stabil, kann jedoch auch mal aussetzen, was vor allem lästig ist, wenn man die Jambox auch als Freisprecheinrichtung nutzt. Es ist mir schon öfters passiert, dass die Jambox bei eingehendem Anruf plötzlich die Verbindung zum Iphone verliert. Nimmt man das Iphone dann zum Telefonieren in die Hand, ist auch plötzlich die Bluetoothverbindung wieder da und die Jambox übernimmt erneut das Gespräch.

Irgendwann hat Jawbone ein Softwareupdate für die Jambox angekündigt, das mit "Liveaudio" ein neues Feature mitbringen sollte. Liveaudio sollte eine virtuelle 3D-Klangbühne schaffen und insbesondere mit Liveaufnahmen oder binauraler (mit Kunstkopfmikrophonen aufgenommener) Musik die besten Ergebnisse liefern. Die Umschaltung zwischen Liveaudio an/aus wurde durch das gleichzeitige Drücken beider Lautstärketasten getätigt. Die Einführung von Liveaudio endete jedoch schließlich mit einem ziemlichen Disaster. Sofort wurden Kritiken laut, dass die maximale Lautstärke nach dem Update um mehr als die Hälfte leiser war. Viele Besitzer waren von dem Update enttäuscht und schickten sogar ihre Jambox zurück, oder ließen sie sogar gegen eine alte Version eintauschen, denn ein Downgrade wurde von Jawbone nicht angeboten und der "Fehler" lange Zeit nicht eingestanden. Erst nach einigen Monaten wurde dann Version 2.1 veröffentlicht, die alle Lautstärkeprobleme beseitigen sollte. Ich habe mit dem Update erst gewartet, bis alle anderen Besitzer sich wieder beruhigt hatten und keiner sich mehr über die zu leise Lautstärke beklagt hat. Erst dann habe ich das Update auch selbst durchgeführt.
Liveaudio wäre in der Tat eine Bereicherung, stößt jedoch auch schnell an seine Grenzen. Mit aktivem Liveaudio ist die maximale Lautstärke der Jambox beträchtlich leiser als ohne. Auch wird Musik mit aktiven Liveaudio sehr schnell verzerrt wiedergegeben. Selbst bei 2-3 Lautstärkestufen unter dem Liveaudio-Maximum hört man bei gewissen Frequenzen Verzerrungen, wobei diese Lautstärkestufe weit unter jenem Maximum liegt, das die Jambox ohne Liveaudio schaft.
Mit Liveaudio wird nicht nur der Klang künstlich verbreitert, sondern auch der Frequenzverlauf entsprechend beeinflusst, so hebt Liveaudio sowohl die tiefen als auch hohen Frequenzen deutlich hervor. Die Jambox klingt dadurch nochmals größer, vorausgesetzt man hört mit reduzierter Lautstärke, da sie sonst unangenehm zu rattern beginnt. Ich vermute hinter Liveaudio eine Art Phasenverschiebung. Da es hierbei normalerweise zu Auslöschungen im Bassbereich kommt, wird dieser eben frequenzmäßig stärker betont. Je nach Art der Aufnahme kommt es aber auch zu anderen typischen Nebeneffekten wie dem Hervortreten von Hallanteilen in den Vordergrund etc.
Ist man nicht allzu klangkritisch und legt nicht übermäßig viel Wert auf die naturgetreue Wiedergabe der Originalaufnahme, kann Liveaudio zumindest bei niedrigen Lautstärken und den richtigen Aufnahmen eine durchaus effektvolle Wiedergabe gewährleisten. Mit 0.5 - 1 Meter Abstand zur Jambox erhält man so tatsächlich eine breite Klangbühne, die sich seitlich weit jenseits des kleinen Lautsprechers aufzubauen scheint. Je nach Aufnahme bzw. Abmischung sind in der Tat sehr immersive Klangeffekte möglich.
Das ganze ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. Manche Instrumente können bei aktivem Liveaudio bereits bei  niedrigen Lautstärken hörbare Verzerrungen verursachen. Epiano-Sounds mit bereits starken Chorus-Effekten können das gesamte Gehäuse zum Mitrasseln bringen. Auch Kickdrums benötigen 2-3 Lautstärkestufen unter Maximum, damit sie nicht jedes mal übersteuern.
Die künstlliche Lautstärkebegrenzung bei aktivem Liveaudio hätte ich mir persönlich dynamischer gewünscht. Bei leisen Lautstärken hätte der Bassbereich durchaus den Bassboost vertragen, den er jetzt hat, bei höheren Lautstärken hingegen, hätte die Bassanhebung wieder zurückgenommen werden können. So neige ich persönlich dazu Liveaudio bei leisen Lautstärken zu aktivieren und bei höheren wieder zu deaktivieren, erstens um überhaupt die notwendige Lautstärke zu erreichen, und zweitens um die lästigen Verzerrungen zu unterbinden.



Insgesamt ist die Jambox ein unausgegorenes, überteuertes Designerstück, das ich nur bedingt empfehlen kann. Bei nicht allzuhohen Qualitätsansprüchen kann die Jambox auf jeden Fall erfreuen. Sie klingt für ihre Größe durchaus beeindruckend, man muss sich aber auch ihrer Limits bewusst sein. Einen besseren Klang als von einem viel günstigeren durchschnittlichen Küchenradio kann die Jambox nicht liefern. Wirklich hohe Lautstärken sind damit nicht möglich, andererseits erzeugen hohe Lautstärken bereits lästige Nebengeräusche, Vibrationen etc. Bei niedrigen Lautstärken klingt sie hingegen flau, hier hilft wiederum Liveaudio, das den Klang dynamischer und im Bassbereich präsenter macht, mit dem Nachteil, dass durch die künstliche Klangverbreiterung die Aufnahme kaum noch was mit dem Original  zu tun hat.
Was besonders enttäuschend ist, dass Jawbone es nicht geschafft hat, trotz größerem Gehäuse als dem FoxL, einen besseren Klang rauzukitzeln. Der FoxL klingt auf jeden Fall ausgewogener aber gleichzeitig auch druckvoller als die Jambox. Die Jambox kann nur punkten, wenn man Liveaudio aktiviert, wobei man dann immer wieder mit Übersteuerungen oder Gehäuseresonanzen zu kämpfen hat. Der Bose Soundlink schafft nicht nur eine viel höheren Lautstärke, sondern hat von Grund auf einen viel voluminöseren Grundton.



Demnächst will Jawbone eine "BIG Jambox" vorstellen, die größenmäßig sogar den Bose Soundlink übertrifft. Ob sie klanglich auch derart zu beeindrucken vermag, wird man sehen. Die angekündigte Größe ist bereits etwas grenzwertig. Mir wäre lieber gewesen, Jawbone hätte die bestehende Jambox überarbeitet und nur marginal vergrößert, gegebenfalls auch mit einem zusätzlichen Passivradiator an der Front ausgestattet. Dass man bei solch einer Größe bereits einen erwachsenen vollen Klang erreichen kann, zeigt Bose mit den Computer Music Monitors, die einzeln nicht viel größer als die Jambox sind. Bose optimiert den Klang jedoch auch dynamisch und passt den Frequenzverlauf an die Lautstärke an. Dadurch verzerren die Music Monitors selbst bei maximaler Lautstärke nie und klingen ebenso bei leisen Lautstärken entsprechend druckvoll.
Verglichen mit anderen günstigen Minilautsprechern wie Raikko Nano, X-Mini, Wavemaster Mobi etc. spielt die Jambox natürlich in einer ganz anderen Liga. Ob der gesalzene Aufpreis dies wirklich wert ist, muss jeder für sich beurteilen. Logitech, Logic3 und viele andere Hersteller bieten ähnlich kompakte Bluetoothlautsprecher mit ähnlicher Leistung an, jedoch deutlich günstiger. Mit etwas Aufpreis ist hingegen bereits der größere Soundlink von Bose erhältlich, der nochmals einige Klassen über der Jambox spielt.
Ich bin mir sicher, man hätte aus dieser Größe bereits mehr Sound quetschen können.

+ ausgefallenes Design, einfaches Userinterface
+ für die Größe durchaus beeindruckender Klang
+ druckvoller Bass bei hohen Lautstärken
+ voller Klang mit breiter Klangbühne bei aktivem Liveaudio
+ höhere maximale Lautstärke als FoxL mit weniger Verzerrungen
+ bessere Bluetoothreichweite als FoxL
+ gegen Mobilfunk besser abgeschirmt als FoxL

- verglichen mit dem FoxL schlechterer Klang 
- nervige Tastentöne, nicht deaktivierbar
- Übersteuern und Rattern bei hohen Lautstärken
- niedrige Lautstärke und Übersteuerungen bei Liveaudio
- dürftige Verarbeitung, dadurch auch Gehäuseresonanzen bei gewissen Frequenzen
- dünner Klang mit wenig Bass bei niedrigen Lautstärken
- Rumtanzen bei hohen Lautstärken 
- zu teuer

Tuesday, February 7, 2012

Kleiner Subwoofer, große Jambox

Soundmatters hat schon vor einigen Wochen einen neuen kompakten Subwoofer als Zusatz zu deren Miniaturlautsprecher FoxL angekündigt. Der mit dem Namen FoxLO bezeichnete Miniwoofer ist deutlich kompakter (jedoch dicker) als der Soundlink von Bose, hat aber leider keinen Akku eingebaut und ist nur für den stationären Betrieb aus der Steckdose gedacht, wobei der Verstärker 25 Watt Ausgangsleistung bieten soll. Über die genaue Treiberkonfiguration ist nichts näheres bekannt, außer dass es sich um ein Passivradiatordesign handeln soll. Ob Soundmatters diesmal entgegengesetzte Radiatoren einsetzt, damit das Gerät bei hohen Pegeln nicht wie wild durch die Gegend hüpft, wie schon bei deren nicht mehr erhältlichen SUBbstage 100, ist nicht bekannt.

Somit hat der spezielle Subwoofer-Ausgang des FoxL nun auch endlich seinen Zweck, der FoxLO kann jedoch auch an andere Lautsprecher direkt angehängt werden, da er das Eingangssignal auch durchschleifen kann.

Der Sinn dieses kompakten Subwoofers erschließt sich mir jedoch nicht ganz. Für Zuhause werde ich mit Sicherheit keinen MiniSubwoofer einsetzen, mit zusätzlichem Kabelsalat. Da werden die meisten wohl doch deren stationäre Hifi-Anlagen nutzen. Wenn die Verbindung zum FoxLO wenigstens kabellos möglich wäre, aber so?
Der FoxLO ist offensichtlich speziell für den Betrieb zusammen mit dem FoxL ausgelegt, aber da der Pegel vom FoxL doch relativ beschränkt ist, wird auch ein zusätzlicher Subwoofer nicht wirklich viel daran ändern können.

Mein Wunsch wäre ein akkubetriebener Woofer gewesen, wenn schon unbedingt notwendig. Oder gleich ein FoxLXL, der beide Geräte FoxL und FoxLO miteinander vereint und zu einem kompakten jedoch kraftvollen portablen Soundsystem machen würde.


Eine weitere Ankündigung darf man sich demnächst auch von Jawbone erwarten. Waren bereits seit einiger Zeit Gerüchte im Umlauf, Jawbone würde eine größere Version der Jambox rausbringen, verhärten sich nun diese, als erste Detailzeichnungen den FCC erreichten.

Die neue Version soll Jambox BIG bzw BIG Jambox heissen, die Maße sollen 25.5 x 8.1 x 9.4cm betragen, was beinahe bereits die Maße des Supertooth Disco erreicht und auch das Volumen des Bose Soundlink (24.5 x 12.5 x 4.5 cm) übersteigt.
Der erwartete Preis der BIG Jambox wird mit ~300$ angesetzt, was sie auch als direkte Konkurrenz zum Bose Soundlink macht. Wie gut die Jambox wirklich klingen wird und ob sie vom Klangvolumen oder auch der maximalen Lautstärke tatsächlich mit dem Soundlink konkurrieren kann, bleibt abzuwarten.

Sunday, January 15, 2012

Kurztest: Panasonic Lumix G X Vario PZ 14-42 mm - Gurke oder Sahnestück?

Nach einigen etwas Lautsprecher-lastigen Postings nun zu etwas völlig anderem.



Nach der Vorstellung des kompakten Pancake-artigen Powerzooms von Panasonic war ich auf Anhieb begeistert, fand ich schon das zusammenfahrbare 14-42 Kitzoom von Olympus viel sinnvoller an kompakten Kameras wie der E-P1 oder GF1, als das "große" Lumix 14-45, das kaum Größenvorteile zu bestehenden Kitzooms hatte und auch kaum kleiner war als die spiegellosen APS-C Kits von Samsung oder Sony.

Bereits seit der Vorstellung von Olympus' Rüsselzoomkit war mein größter Wunsch, dass Panasonic mal ein ähnliches Zoomobjektiv rausbringen würde. Die einzigen wirklich kompakten Objektive, die ich an meiner GF1 immer nutzte, waren das 14mm und 20mm Pancake. Das 14-45 Kitzoom, obwohl optisch auf sehr hohem Niveau, habe ich schließlich verkauft, unter anderem auch dadurch, weil ich im neuen PZ14-42 endlich einen würdigen Nachfolger gesehen habe.

Panasonic hatte es tatsächlich geschafft sich selbst zu übertreffen, denn das neue PZ14-42 ist kaum größer als das 20mm Pancake und bietet die gleichen optischen Daten wie der mehr als doppelt so große Vorgänger. Es ist auch deutlich kleiner und leichter als die bereits sehr kompakten Kits von Olympus.
Auch die Objektivkappe steht nicht dick weg, sondern verschwindet regelrecht im Objektiv, ähnlich wie schon das Olympus-Pendant.
Die von Panasonic veröffentlichten MTF-Charts zeugten von guter Optik, sodass ich nur noch auf die Veröffentlichung des Objektivs wartete und mich auch der etwas hoch angesetzte Preis nicht abschrecken konnte.

Als dann schließlich jedoch die ersten Test- und Vergleichsfotos mit anderen Objektiven im Netz auftauchten, trübte sich meine Stimmung wahrlich. Viele vermuteten ein Problem mit dem OIS, der bei 42mm und bestimmten Belichtungszeiten (im Bereich von 1/200) zu unerwarteten Verwacklungen führen würde.
Dann wurden auch beim Test der GX1 auf Photographyblog Fotos mit dem PZ14-42 veröffentlicht, von denen kaum eines bei 42mm scharf war.

Bis heute hat mich das vor dem Kauf dieses Objektivs abgehalten, obwohl ich nach wie vor neugierig auf das Objektiv war, sodass ich letzte Woche zu einem Wiener Händler gepilgert bin, um dort eines seiner Exemplare kurz an meiner Kamera zu testen und mit meinem 14-140, das ich als einziges Lumix Zoom immer noch besaß, zu vergleichen.
Das PZ14-42 ist tatsächlich winzig und leicht. Man glaubt kaum, dass das ein ausgewachsenes 3x Zoom sein soll. Der fehlende Zoomring stellt für mich kein Problem dar. Der Zoom-Lever ließ sich wunderbar bedienen, und den manuellen Fokus habe ich bei AF-Objektiven sowieso nie genutzt, weshalb ich auch die ganze Aufregung in diversen Foren darüber, dass ein Fokusring fehlte nicht nachvollziehen konnte.

Der Händler war so freundlich mir das PZ14-42 kurz zu überlassen und hat mir auch erlaubt damit vor dem Geschäft einige Testfotos zu machen. Ich hatte nur sehr wenig Zeit das Objektiv gründlich zu testen. Auch war die Motivwahl vor oder im Geschäft eher dürftig. Aber da ich mein 14-140 zum Vergleich mithatte, konnte ich durchaus einige objektive Schlüsse zu den optischen Qualitäten des neuen Powerzooms ziehen.
Ich hege hier keinen Anspruch auf einen wissenschaftlichen Test mit Stativ, Selbstauslöser und mehrmaligem Nachfokussieren. Mich interessiert viel mehr die Praxis, wo ich meist ohne Stativ unterwegs und schnell mal abdrücke. Wenn ein Objektiv übermäßige Probleme mit Verwacklung hat, dann ist das eben ein Problem. Alle Bilder sind aus RAW entwickelt und der gleichen Bearbeitung unterzogen.

Zuerst einige Tests aus dem Geschäft bei längeren Verschlusszeiten, um die Wirksamkeit des OIS zu testen. 1/13 ist bei 14mm kein Problem, genauso wie ich 1/5 bei 42mm halbwegs scharf halten konnte. Nur die ISO800 Aufnahme mit 1/40 ist noch eine Spur schärfer. Auch eine weitere Aufnahme bei 42mm und 1/40 durch das Schaufenster nach aussen zeigt außer einer Bewegungsunschärfe der Passanten keine Verwacklung.

GH1 16:9 ISO100 14mm/5.6 1/13sec





GH1 4:3 ISO100 42mm/5.6 1/5sec


GH1 4:3 ISO800 42mm/5.6 1/40sec



GH1 16:9 ISO100 42mm/5.6 1/40sec



Erst im direkten Vergleich zum 14-140 zeigen sich dann die Stärken bzw. Schwächen des Powerzooms.
Bei vollem Weitwinkel auf f/5.6 abgeblendet ist das PZ14-42 schärfemäßig bereits dem 14-140 10fach-Zoom unterlegen, wo bei f/4.0 das PZ14-42 noch auf ähnlichem Niveau bzw. an den Rändern sogar etwas schärfer wirkt. Es fällt auch auf, dass das 14-140 bei 14mm etwas weitwinkeliger ist. Welche Brennweite nun wirklich realistischer ist, kann ich nicht sagen.

Hier die 100% Ausschnitte.
14mm:




Bei vollem Zoom wird der Vergleich dann ziemlich extrem. Das PZ14-42 wirkt hier matschig und kontrastlos und ist bei f/5.6 somit beinahe unbrauchbar. Der direkte Vergleich zum 14-140 bei dieser Brennweite ist beinahe erschreckend. Abblenden auf f/8 verbessert das Ergebnis nur marginal. Das PZ14-42 bleibt flau und verwaschen.
42mm:




Ich wage nicht zu beurteilen, ob das von mir getestete Exemplar nun repräsentativ für alle Modelle sein könnte. Eine ewaige Serienschwankung ist durchaus möglich und auch sehr wahrscheinlich, nach meinen bisherigen Erfahrungen mit diversen Objektiven von Panasonic und Olympus. Dass das PZ14-42 in keinem Brennweitenbereich kaum Schärfevorteile zum 10fach-Zoom 14-140 bietet ist zwar enttäuschend, jedoch aufgrund der extrem kompakten Bauweise vielleicht auch verständlich, aber die extreme Unschärfe bei 42mm in der Bildmitte vermag sich mir überhaupt nicht zu erschließen.
Teilweise könnte hier eingies auch an eine Tiefenunschärfe hindeuten. Vielleicht summieren sich hier einige Effekte, so dass das PZ14-42 neben der eher mäßigen optischen Performance zusätzlich auch mit OIS-Problemen so wie etwaigem Fehlfokus im Fernbereich zu kämpfen hat, was den extremen Abfall bei 42mm erklärt. Einiges davon könnte von Panasonic unter Umständen durch ein Firmwareupdate behoben werden. Meines Wissens wurde für das PZ14-42 bereits ein Update rausgebracht. Welche Version auf diesem Exemplar tatsächlich installiert war, habe ich nicht geprüft. Es bleibt wohl auch hier abzuwarten, wie sich das weiterentwickeln wird.
SLRGear bescheinigt dem Objektiv durchaus hohe Qualitäten und stellt es teilweise sogar auf das Niveau des alten hervorragenden Lumix 14-45, das laut meinen eigenen Erfahrungen wiederum mein jetziges 14-140 deutlich abhängte.

Gemäß den Blurindex-Charts von SLRGear jedoch, sollte das PZ14-42 bei 14mm um einiges schärfer sein als das 14-140:



Der Vollständigkeit halber hier noch meine Vergleichsbilder zum Download in voller Größe, sowie der Update zum Link vom vollständigen Test:
14-42 @14mm/f4
14-42 @14mm/f5.6


14-140 @14mm/f4
14-140 @14mm/f5.6


14-42 @42mm/f5.6
14-42 @42mm/f8

14-140 @41mm/f5.6

Wednesday, December 14, 2011

2 Sonos Play:3





Heute hatte ich das Vergnügen 2 Play:3 von Sonos im Stereobetrieb hören zu dürfen. Testweise habe ich die Stereo-Verlinkung auch mehrmals gelöst um den Play:3 nochmals einzeln zu hören und zu vergleichen. Ich muss sagen, dass 2 Play:3 das System klanglich auf jeden Fall auf ein weit höheres Niveau bringen. Ein einzelner Play:3 klang irgendwie immer etwas verloren, aber sobald der zweite dazu verlinkt wurde, ging wahrlich die Post ab. Parallel dazu am ZP120 angehängte Regallautsprecher, die um einiges größer waren, klangen gegen das Play:3 Stereopaar ziemlich erbärmlich.
Man muss natürlich beachten, dass man bei 2 Play:3 bereits von knapp 600 Euro spricht, trotz der derzeitigen Aktion mit dem Bridge-Bundle.

Sehr interessant auch das Innenleben vom Play:3 zu sehen anhand einer transparenten Version, die ich sogar als durchaus attraktiv empfinde, weil sie nicht ganz so klinisch daherkommt, wie in weiß. Weitere Ansichten dazu gibts hier.


Den Play:5 habe ich leider nach wie vor nicht gehört, aber wäre er optisch nicht ganz so dominant, wäre er wahrscheinlich dennoch meine erste Wahl, da bis jetzt alle von einem deutlich "fetteren" Sound beim Play:5 berichtet haben. Zur Not müsste man selbst etwas Hand anlegen, und die große Front mit einem kleinen "Kunstwerk" auflockern, wie bei den Special Editions hier zu sehen. Ein paar hübsche Blumen draufgemalt, und da würde sogar die Frau nichts negatives mehr darüber sagen ;-).

Monday, December 12, 2011

Die besten Ipod-Lautsprecher/Dockingstations - eine persönliche Liste

Als ich begann mich vor vielen Jahren für portable Lautsprecher zu interessieren, wurde mir schon damals schnell klar, dass die meisten Lautsprecher, egal ob für portable Nutzung unterwegs oder stationären Betrieb zuhause, fast nur noch Ipod-spezifisch angeboten wurden. Viele Lautsprecher boten zwar die Möglichkeit andere Geräte auch per Aux-In anzustöpseln, aber sie waren vorwiegend für die Nutzung mit Ipods bzw. später Iphones oder neuerdings sogar Ipads ausgelegt, sodass der Dock meist irgendwie dominant angebracht war, oder sogar das Design des Lautsprechers rund um den Dock herumgebaut wurde. Aus dem Begriff "Lautsprecher" wurde schnell der Begriff "Dockingstation" oder sogar "Sounddock", wobei es sich bei letzterem eher um eine Trademark von Bose handelt, der Begriff aber dennoch von vielen für den allgemeinen Gerätetyp "Aktivlautsprecher mit Dockingmöglichkeit für Applegeräte" benutzt wird.

Der Markt ist mittlerweile übersät von allen möglichen Dockingstations in allen möglichen Preislagen. Einige haben die Lautsprecher eher als Beigabe und sollten wirklich nur als Dockingmöglichkeit zum Laden verwendet werden, andere wiederum können vor allem klanglich beeindrucken und würden auch ohne Ipod-Dock durchaus eine gute Figur als standalone Aktivlautsprecher machen.
Es sei dahingestellt, ob statt eines einfachen Ipod-Lautsprechers, nicht eine vollwertige Kompaktanlage empfehlenswerter wäre. Ich selbst empfinde integrierte Geräte als viel praktischer und platzsparender, als eine Anlage, die aus mehreren Teilen besteht, extra verkabelt werden muss und im Endeffekt möglicherweise nicht viel besser klingt, als ein Dock im gleichen Preisbereich. Statt einer kompletten "Anlage", bieten einige Hersteller aber auch eigene getrennte Aktivlautsprecher mit bereits eingebautem Ipod-Dock oder als Zusatz an. Es ist alles eine Geschmacksfrage, ob man "klassische" Lautsprecher möchte, die auch wie Lautsprecher aussehen, oder ob man etwas ausgefalleneres wünscht, das auf den ersten Blick vielleicht gar nicht als Lautsprecher erkennbar ist.
2 getrennte Lautsprecher haben immer den Vorteil der freien Aufstellung und einer besseren Stereoabbildung. Ein einzelner integrierter Lautsprecherdock wird niemals ein akzeptables Stereobild liefern können, es sei denn er verwendet spezielle akustische Tricks oder Algorithmen, die einem "Stereoklang" vorgaukeln.
Am schönsten wären natürlich 2 getrennte Lautsprecher, die keinerlei Kabelverbindung untereinander mehr benötigen, da sie wireless miteinander kommunzieren. Zu solchen Modellen könnte man die Parrot Zikmu zählen, die ich hier vorgestellt habe, die Canton your_Duo, aber auch ein Paar Play:3 oder Play:5 von Sonos, die beide jeweils nur eine Steckdose benötigen und deshalb von der Aufstellung deutlich flexibler sind, als normale Lautsprecher. Der Markt für diese Art von wireless Spass ist noch ziemlich jung, bzw. noch nicht so verbreitet. Vollaktive Standlautsprecher, die untereinander wireless verbunden wären, und sich zusätzlich wireless mit dem Abspielgerät (egal ob Iphone, Android oder sonstiges) und dem eigenen Netzwerk verbinden würden, sind mir außer den Zikmu bisher keine bekannt, welche darüber hinaus sogar noch über einen Appledock verfügen.

Mein Gefühl ist, dass der "Dock" im Begriff ist auszusterben, und die Gräte nur noch kabellos miteinander kommunizieren werden. Zahlreiche Airplay- oder bluetoothfähige Lautsprecher beweisen dies bereits. Trotzdem ist so ein Lautsprecher mit Dock nach wie vor sehr praktisch, denn das Iphone wird reingesteckt, wird geladen, und man kann sofort und unkompliziert Musik loshören. Das Problem aller wireless-Lösungen ist nach wie vor der viel höhere Akkuverbrauch. Wenn ich mit meinem halb leeren Iphone abends vom Büro zurückkomme und dann noch beginne wireless über Airplay oder Bluetooth Musik zu hören, ist der Akku innerhalb kürzester Zeit vollkommen leer.
Auch ist die Bedienung eines gedockten Geräts über die Fernbedienung nur erschwert möglich ist. Nur die wenigsten Docks bieten tatsächlich volle Fernsteuerungsmöglichkeit von i-Devices an, meist ist man auf Vorwärts/Rückwärts Skipping und die Änderung der Lautstärke beschränkt. Auch aus dieser Perspektive erscheint das kabellose Streaming und die gleichzeitige Bedienung direkt am Player viel komfortabler.

Rechzeitig zur Weihnachtszeit ;-) und um etwas Ordnung in diese eher unübersichtliche Marktsituation zu bringen, möchte ich hier einige Lautsprecherdocks vorstellen, die ich persönlich kenne, besitze oder intensiv gehört und verglichen habe, und von denen ich glaube, dass sie zu den besseren am Markt gehören. Die Liste hegt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Ich kenne weder alle Lautsprecher am Markt, noch habe ich alle jemals persönlich hören können. Aber einige sind dabei, die besonders hervorstechen, und vor allem durch ihren überlegenen Klang im Vergleich zu Konkurrenz überzeugen. Ich werde auf jeden Fall versuchen bei jedem Produkt die Besonderheiten bzw Probleme aufzuzeigen, und hoffe dass die Liste auch anderen hilfreich erscheint.
Falls es andere Vorschläge zu weiteren empfehlenswerten Produkten gibt, würde ich mich jederzeit über einen Kommentar dazu freuen.

Die Geräte wurden hier preislich aufsteigend sortiert, wobei ich den aktuellen Preis von Amazon hergenommen habe. Der aktuelle Preis ist natürlich gewissen Schwankungen ausgesetzt, man findet die Geräte mit Sicherheit bei anderen Händlern günstiger, bei anderen wiederum auch deutlich teurer.


79€: iPig mit Akku
Sieht zwar nach Kinderspielzeug aus, aber um den Preis liefert das iPig wirklich anständigen Klang.
Vom Ipig gibt es 2 Varianten, ohne eingebauten Akku oder etwas größer mit Akku, außerdem werden zusätzliche Nebenvarianten wie iGhost, iPanda etc. angeboten. Ich besitze sowohl die Version mit und ohne Akku. Klanglich ist auf jeden Fall die Version mit Akku besser, vorausgesetzt man passt den Klang ein wenig mit den digitalen Klangreglern an. Das iPig mit Akku erreicht nicht ganz das klangliche Niveau eines Bose Sounddocks, aber es ist auf jeden Fall klanglich nicht schlechter als der Bose Soundlink. Man bekommt um den Preis eine anständige Klangperformance. Der Akku hält bei normalen Lautstärken bis zu 10 Stunden. Die Verarbeitung ist leider nicht ganz optimal, so kann es beim iPig schon mal vorkommen, dass bei höheren Lautstärken Luft aus irgendwelchen Ritzen gepresst wird. Man schafft es gegebenfalls selbst einiges abzudichten, aber im Normalfall und "normalen" Lautstärken dürfte das kein Problem sein.

99€: Logitech S715i
Klingt bei Netzbetrieb schön rund und voll, aber nicht ganz ausgewogen. Erreicht meiner Meinung nach nicht das Niveau des iPigs, das insgesamt runder und harmonischer klingt. Bei Akkubetrieb fällt der Klang vom Logitech deutlich zurück, Bass wird stark zurückgenommen wie auch die maximale Lautstärke. Der Akku soll laut Hersteller 8 Stunden halten, bei hohen Lautstärken ist jedoch nach nicht mal 1 Stunde Schluss. Für echten Betrieb unterwegs eher enttäuschend.

125€: JBL On Stage 400 P
Sehr druckvoller Bass für die Größe. Hat im Bassbereich mehr "Drive" als ein Bose Sounddock, erreicht aber nicht dessen maximale Lautstärke. Relativ betonte Höhen, leider kaum Oberbass und etwas zurückhaltende Mitten.












167€: Philips DS8500 Fidelio
Klingt angenehm neutral mit schön rundem und ausgewogenem Bass, ist auch zum Laden eines Ipads geeignet. Mit entsprechendem Aufpreis auch als eigene Version mit Akku und Bluetooth zu haben (siehe weiter unten).










173€: JBL Radial
Bezogen auf die Größe des absoluten Gehäusevolumens klanglich eine echte Wucht. Besser und tiefer abgestimmter Bass als beim On Stage 400P mit nicht ganz so dominanten Höhen, deutlich höhere Maximallautstärke, beinahe ähnlich druckvoll wie der viel größere Harman Kardon go+play.











229€: Altec Lansing iMT800 MIX
Ziemlich hässlicher großer  Brocken, jedoch klanglich auf hohem Niveau. Von Haus aus etwas basslastig abgestimmt, kann jedoch dank 10-Band EQ sehr gut angepasst werden. Ähnlich druckvoll wie der Harman Kardon go+play,  und im Gegensatz dazu auch bei Batteriebetrieb (8 D-Zellen) hohe Lautstärke und voller Klang möglich. Wurde teilweise schon um 149,- angeboten. Das Nachfolgemodell IMT810 hat außer des höheren Preises und einer anderen Farbgebung nichts neues zu bieten.



247€: Bose Sounddock 
Der "Klassiker" unter den Dockinglautsprechern. Angenehm warm abgestimmter Sound, aber im Vergleich zum günstigeren JBL Radial deutlich unterlegen. Mit gesalzenem Aufpreis auch als portable Version mit Akku erhältlich.










254€: Harman Kardon go+play
Sehr wuchtig abgestimmter Sound. Sehr tiefer Bass, dafür eher wenig Oberbass. Ist bei bestimmten Frequenzen und höheren Lautstärken bereits etwas am Limit. Auch portabel mit 8 D-Zellen zu betreiben, da jedoch extrem flau mit kaum Bassdruck. Bei Batteriebetrieb auch von der maximalen Lautstärke dem Altec Lansing MIX unterlegen mit bereits hörbaren Verzerrungen.





279€: Philips DS8550/10 Fidelio
Klingt wie die günstige Variante weiter oben, hat jedoch zusätzlich für portablen Betrieb einen Akku eingebaut, der bis zu 6 Stunden autonome Musik bieten soll, außerdem auch Bluetoothkonnektivität um Musik wireless streamen zu können.








289€: Audyssey South Of Market Audiodock 
Meiner Meinung nach klanglich auf höherem Niveau als der Harman Kardon go+play oder die Monster Beatbox. Auch der doppelt so teure und große Sounddock 10 klingt dagegen eher blass.
Lässt sich dank frei einstellbarem EQ an den eigenen Geschmack anpassen. Der Dock kann auch Ipads laden und der Audyssey bietet darüber hinaus auch Bluetoothstreaming von nicht-Apple-Geräten an.





380€: Sony RDP-XA 700 IP
Beeindruckt durch angenehm vollen und druckvollen Klang, bei kompakter Bauweise. Neben der Ladefunktion für Ipods, Iphones und sogar Ipads, kann man auf den ausfahrbaren Dock auch vollkommen verzichten und den Lautsprecher nur über Airplay nutzen.




382€: Bose Sounddock portable
Klingt beinahe gleich wie die stationäre Variante, schafft auch von Akku die volle Power. Klingt auch unterwegs deutlich voller und ist insgesamt sogar lauter als der Harman Kardon go+play bei Batteriebetrieb beim Bruchteil der Größe und des Gewichts.










399€: Monster Beatbox - Beats by Dr. Dre
Sehr angenehm abgestimmter Klang mit tiefem Bass und klaren Höhen. Bei leisen Lautstärken im Bassbereich jedoch etwas zurückhaltend. Muss lauter aufgedreht werden, um die volle "Monsterladung" abzuliefern.











410€: JBL On Beat Xtreme
Ausnahmsweise habe ich den JBL On Beat Xtreme selber noch nicht gehört, nehme ihn jedoch trotzdem in diese Liste auf, da die Testberichte dazu wie z.B. von iLounge sehr positiv sind und den JBL dem oftmals hochgelobten B&W Zeppelin klanglich sogar vorziehen. Ich selbst war nie großer Fan des B&W Zeppelin, hat mir die frühe Version noch recht gut gefallen, konnte ich mich mit dem Klang der neuen Air-Version überhaupt nicht anfreunden, da er für mich irgendwie hohl und wummig klang. Der JBL On Beat besticht durch sein Möbiusschleifen-artiges Design, bietet neben Bluetooth-Streaming die Möglichkeit ein Ipad zu laden und ermöglicht dank des schwenkbaren Arms auch den Betrieb im Querformat. Ich bin mir sicher, dass dieser Dock klanglich zu den besseren JBL Lautsprechern gehört und auch den Harman Kardon go+play locker schlägt. Ausgestattet mit 4x30 Watt Verstärkern, gehört diese Dockingstation wohl zu den leistungsstärksten in dieser Liste!


Mein absoluter Favorit ist derzeit der hierzulande eher unbekannte Audyssey Dock, den ich hier bereits ausführlich vorgestellt hatte. Das Gerät ist sehr kompakt, der Klang dennoch extrem erwachsen und steht selbst großen Standlautsprechern beinahe in nichts nach. Erst bei wirklich hohen Lautstärken wird der Bass leicht zurückgefahren. Ich kann den Audyssey ohne Einschränkungen wirklich jedem empfehlen.

Meine zweite Wahl wäre der JBL Radial, der seit seiner Markteinführung vor einigen Jahren mittlerweile deutlich günstiger zu haben ist. Der Klang ist sehr ansprechend und beeindruckend für die Größe. Die Formgebung ist sicherlich Geschmackssache, kann zur Not jedoch auch gut als "moderne Skulptur" interpretiert werden.

Wenn jemand unbedingt Akkubetrieb braucht, ist mit dem Philips DS8550/10 gut bedient, der klanglich in etwa auf Sounddock portable Niveau spielt. Der Vorteil vom Sounddock portable ist die geringere Größe, sowie der stärkere Akku, der bei normalen Lautstärken weit über 10 Stunden Musik liefert.

Als Preis/Leistungssieger würde ich das Ipig mit Akku sehen, das klanglich auf jeden Fall der kleineren Version ohne Akku überlegen ist. Das Ipig klingt von Akku genauso wie bei Netzbetrieb, die Freude trüben nur etwaige Verarbeitungsmängel, die je nach Gerät unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Monday, November 28, 2011

Review: Sonos Play:3 System (im Gift Pack mit der Sonos-Bridge)


 Derzeit bietet Sonos noch bis Ende des Jahres ein eigenes "Bundle" bzw. "Giftpack" um 299,- an, in dem der Play:3 sowie die dazu notwendige Bridge beinhaltet sind. Man spart sich den Preis der Bridge und kann sofort mit dem "Streamen" loslegen?
Ist das Sonos-System überhaupt notwendig? Bringt es was? Dazu habe ich mir schon zuvor einige Gedanken gemacht, und ich denke ja, es bringt sehr wohl was, denn bisher habe ich keine praktische Lösung gefunden, um meine gesamte Musiksammlung aus dem Netzwerk intuitiv und kabellos an einen oder sogar mehrere Lautsprecher zu streamen.

Das Bundle wird in einer eigenen "Gift"-Schachtel verkauft, die ähnlich wie die Originalschachteln vom Play:3 und der Bridge designed wurde, und diese beiden nochmals extra verpackt beinhaltet.
Der Inhalt ist durchaus elegant verpackt, aber beide Male vom Inhalt relativ minimalistisch. Außer Stromkabel sowie einem schmucken Flachband-LAN-Kabel findet man beim Play:3 nur noch den Quickstart Guide samt Installations-CD. Die Bridge hat exakt dasselbe Flachbandkabel beigepackt, außerdem ein sehr kompaktes externes Netzgerät und einen gleich designten Quickstart Guide.
Die Produkte von Sonos sind vorwiegend in weiß gehalten, wie auch die Kabel etc., was für ein einheitliches "corporate Design" sorgt.
Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut. Der Play:3 Lautsprecher wirkt solide und wertig und hat auch einiges an Gewicht, das er auch benötigt, denn der Passivradiator hinten verwendet zum Tuning eine zusätzliche Masse, die für gewisse Vibrationen sorgt, was bei einem zu leichten Lautsprecher dazu führen würde, dass er bei höheren Pegeln zum Wandern beginnt. Am Lautsprecher sind nur 3 Tasten vorhanden, 2 für die Lautstärke und eine Taste zur Stummschaltung, warum diese Tasten so wichtig sind, werden wir später noch sehen. Hinten ist der Stromanschluss sowie eine LAN-Buchse. Der Lautsprecher hat aber auch WLAN eingebaut, sodass das Stromkabel im Grunde genommen genügt, um ihn betreiben zu können.
Für die Funktion und die Einbindung in ein Sonos-Netzwerk wird natürlich auch die Bridge benötigt, die die notwendige Netzwerk-Infrastruktur erst ermöglicht. Die Bridge ähnelt einem kleinen Router und hat hinten 2 LAN-Buchsen, wie dem Anschluss für das Netzteil. Außerdem befindet sich oben eine einzige Taste, um die Bridge im System zu registrieren.

Das Sonos-System funktioniert grob erklärt folgendermaßen:
Eine Bridge verbindet sich mit dem eigenen Netzwerk und hat so Zugriff auf die eigenen Musikfreigaben, die Bridge hat außerdem dank des Routers auch Verbindung zum Internet, wo weitere abonnierte Musikdienste aus dem Internet, oder auch zahlreiche frei verfügbaren Internetradiosender abgespielt werden können. Die Bridge baut ein eigenes unabhängiges Wireless-Netzwerk auf, mit dem sich dann die weiteren Sonos-Player automatisch verbinden können.
Für die eigentliche Wiedergabe wird mindestens ein Sonos-Player benötigt. Dies kann einerseits ein Aktivlautsprecher von Sonos selbst sein, wie eben die beiden Modelle Play:3 und der größere Play:5, oder man kann auch einen Zoneplayer verwenden, wobei der kleine Zoneplayer nur einen Line-Out Ausgang für Aktivlautsprecher oder einen zusätzlichen Verstärker bietet. Der große Zoneplayer hingegen kann als vollwertiger Verstärker bezeichnet werden, da er mit eigenem Lautsprecheranschluss ausgestattet ist. Alle Player sind mit der Bridge kabellos verbunden, bieten jedoch auch die Möglichkeit per LAN-Kabel verbunden zu werden. Darüber hinaus arbeiten sie auch als Repeater und erweitern das Sonos-Netzwerk für weitere Player, die dann nicht mehr mit der Bridge direkt, sondern mit einem Player davor kommunizieren, falls die Reichweite bis zur Bridge nicht mehr ausreichen sollte. Im Grunde geonmmen handelt es sich dabei um ein ausgeklügeltes und intelligentes System.


Wahrscheinlich war auch deshalb die Installation kinderleicht. Ich habe nicht mal die Quickguide richtig gelesen, noch die InstallationsCD gestartet. Ich habe die Bridge zuhause einfach an meinen Router an einen freien LAN-Port angehängt und konnte sie mit der Iphone-App sofort konfigurieren. Gleich im Anschluss wurde ich von einem Update benachrichtigt, das dann auch automatisch geladen und installiert wurde. Viele Einstellmöglichkeiten hatte ich sonst nicht, erst nachdem sich auch der Play:3 im Netzwerk eingeklinkt und sein verfübares Update geladen hat, konnte ich meine Musiksammlung indizieren lassen. Hierzu bietet Sonos die Möglichkeit das Netzwerk nach Freigaben zu durchsuchen, oder man weiss die UNC-Pfade von selbst und gibt diese samt Benutzer und Passwort (falls notwendig) ein.


Die Indizierung hat bei meiner Musiksammlung, die etwa 61.000 Titel beinhaltet und über 400Gb groß ist, nicht ganz eine Stunde gedauert. Während dieser Zeit konnte ich nur die Internetradiosender ausprobieren und schon mal austesten wie der Play:3 eigentlich klingt. Erst nachdem die Indizierung abgeschlossen war, konnte ich auf meine Musikordner zugreifen, oder wie sonst üblich über die ID3-Tags nach Album, Artist, Titel etc. blättern bzw. suchen. Die meisten Alben wurden sauber und den Tags entsprechend importiert, teilweise auch mit Covern, wobei die Cover vermutlich nur dann übernommen wurden, falls sie auch in den ID3-Tags gespeichert waren. Eine Coverdatei im selben Ordner wurde hingegen ignoriert. Vielleicht muss man die Coverdateien speziell formatieren, um diese fürs Sonos-System ebenfalls sichtbar zu machen, hierfür hätte ich wohl doch die Anleitung bemühen sollen.
Bekannt ist das Sonos-Limit von 65.000 Titeln. Was passiert, wenn die eigene Musiksammlung diesen Wert übersteigt, kann ich nicht sagen. Angeblich kann man dann trotzdem über Ordner zugreifen. Ich habe jedoch gemerkt, dass auch die Aktualisierung der Ordneransicht jedes mal einer neuerlichen Indizierung bedarf. Ich habe testweise 2 neue CDs auf mein NAS kopiert, diese wurden erst sichtbar, nachdem ich die Indizierung neu gestartet habe, was auch wieder mehrere Minuten gedauert hat. Kauft man sich also täglich ein neues Album oder sogar mehrere, muss man auch täglich den Index starten, damit diese Musik auch tatsächlich vom Sonos-System erkannt wird. Wie lange die Indizierung von größeren Änderungen an der Musiksammlung benötigen würde, kann ich nicht sagen. Aber ich führe gerne ab und zu mal einige "Aufräumarbeiten" an meiner Musik durch, verschiebe Ordner, gruppiere sie neu etc. Vermutlich müsste Sonos dann den Index völlig neu schreiben, was wiederum bis zu einer Stunde dauern würde.

Die App von Sonos ist zwar übersichtlich gestaltet und halbwegs logisch aufgebaut, hat mich jedoch auf dem Iphone nicht so sehr überzeugt, da man hier fast dauernd hin- und herblättern muss, um etwaige Änderungen am System durchführen zu können, oder einfach nur mal den Equalizer anzupassen.
Am Ipad hat die App einen viel benutzerfreundlicheren Eindruck hinterlassen, da hier die wichtigsten Einstellungen direkt über die Hauptseite ersichtlich und auch erreichbar sind. Ich kann auf der Hauptseite links meine Zonen verwalten (falls mehrere vorhanden sein sollten), in der Mitte wird der aktuell abgespielte Stream samt der dazugehörigen Playlist dargestellt, die ich jederzeit ändern kann, ganz rechts kann ich immer auf das Musikmenü zugreifen, wo sich meine Bibliothek befinded, oder man einen Radiosender wählen kann, bzw. auch einen anderen Musikdienst, falls man diesen abonniert hat. Auch die Systemeinstellungen wie eben der besagte Equalizer lassen sich vom Menü in der Fußleiste direkt anwählen. Man muss am Ipad nicht dauernd rumblättern, sondern hat alles immer im Griff und im Überblick.


Wählt man einen Titel aus, wird man jedes mal mit einem Popup gefragt, ob dieser sofort abgespielt werden soll, oder am Schluss der Playlist hinzugefügt. Sonos erstellt automatisch immer eine Playlist, sobald ein Titel abgespielt wird. Diese Sonos-Playlist kann man im Nachhinein jederzeit anpassen und auch unter einem eigenen Namen abspeichern. Das Löschen von einzelnen Titeln geschieht schnell und unkompliziert mit dem üblichen Wisch nach rechts. Alles in allem sehr durchdacht und komfortabel zu bedienen. Ich muss wirklich sagen, dass das Sonos-System bei weitem den benutzerfreundlichste Medienplayer bietet, den ich jemals ausprobieren konnte, vor allem am Ipad. Am Iphone war die Bedienung dann doch etwas kompromissbehaftet.

Ich habe das Sonos-System sowohl in meinem eigenen Heimnetzwerk ausprobiert, als auch im Firmennetzwerk. Wie schon zuhause wurde auch im Firmennetzwerk die Bridge sofort freundlich aufgenommen, und ich konnte hier genauso Freigaben erstellen, auf die ich dann mittels User und Passwort über die Bridge Zugriff hatte. Ist die Bridge erstmal erfolgreich im Netz, gibt es auch für den Player kein Hindernis mehr, solange die Reichweite nicht allzugroß ist, damit die wireless-Verbindung nicht zu instabil wird. Ich kann nicht genau sagen, ob es genau mit dieser Distanz zusammenhing, aber gerade im Firmennetzwerk gab es einige Instabilitäten mit dem Play:3. Immer wieder kam es vor, dass die App am Iphone protestiert hat, dass nur eine Bridge im System wäre, obwohl parallel dazu der Play:3 neben mir munter seine Playlist ohne jegliches Mucken und ohne Unterbrechung abgespielt hat. Warum immer wieder diese Kontaktabbrüche stattfanden, konnte ich nicht eingrenzen, jedenfalls wenn ein Sonos-Player erstmals spielt, dann spielt er auch, da kann die Eisenbahn drüberfahren. Deshalb sind die Tasten am Play:3 so hilfreich. Ich hatte beispielsweise von der Sonos-App am Iphone lange Zeit keinen Zugriff mehr auf den Play:3, während dieser jedoch mit höherer Lautstärke fröhlich vor sich hinspielte. Ich konnte ihn über die App weder leiser stellen noch stoppen, da er laut App einfach nicht verfügbar war. Wenn nicht die Tasten direkt am Lautsprecher gewesen wären, würde er noch stundenlang so weiterspielen.


Das Problem bei der Bedienung mittels App ist, dass man sie auch nicht immer aktiv hat. Nutzt man das Iphone auch anderweitig, muss die App erst gestartet werden, sich ins WLAN-Netz einwählen, was manchmal einige Zeit dauern kann. Will man also schnell mal leiser stellen oder einen anderen Titel anspielen, kann es schon mal eine Zeitlang dauern. Die Tasten am Play:3 haben durchaus ihre Berechtigung, auch wenn man sie im Normallfall eher selten benutzen wird.
Will man den Play:3 mal auf einen anderen Platz stellen, ist das auch kein Problem, solange ein Stromanschluss vorhanden ist, und die Funkreichweite der Bridge für den Betrieb ausreicht. Der Play:3 ist aufgrund der Größe und der fehlenen Netzteile relativ portabel. Es ist nur der Lautsprecher selbst und das Stromkabel notwendig. Der Play:3 benötigt dann jedoch etwa 45 Sekunden um sich neu ins System einzuklinken. Also schnell mal aus der Küche und ins Bad gestellt, wird man mit nicht ganz 1 Minute rechnen müssen, bis man damit wieder Musik hören kann.

Sehr lobenswert am Sonos-System ist, dass kaum eine Latenz vorhanden ist. Drückt man Play, wird auch tatsächlich sofort losgespielt. Ab und zu werden zwar Lautstärkeänderungen etwas zeitverzögert ausgeführt, aber bei weitem nicht so extrem wie bei Apple's Airplay, wo sich erstmal gar nichts tut.
Da das Sonos-System modular aufgebaut ist, lassen sich jederzeit zusätzliche Player bzw Komponenten ins System hinzufügen. Darüber hinaus lassen sich einzelne Zonen definieren, wie z.B. Räume oder Bereiche in einem Haus, aber es lassen sich auch 2 Player komplett zu einem Stereosystem zusammenfassen. All das kann über die App komfortabel ohne jeglichen Aufwand bewerkstelligt werden.
Was beim Sonos-System natürlich nicht geht, ist die direkte Wiedergabe von einem Iphone oder Ipad zu den Playern. Sonos ist eher dafür ausgelegt, den Zugriff auf die gesamte Musik im Netzwerk zu ermöglichen. Sich schnell mal auf dem Ipad ein Youtube-Video anzuschauen und den Ton dabei über einen Sonos-Player zu hören ist nicht möglich, außer natürlich über eine Airplay-Express Station, die man an einen Aux-In Anschluss anhängt. Der Anschluss sowie die Einschleifung von analogen Signalen ist jedoch nur über die Zoneplayer bzw den größeren Play:5 möglich. Ob der Umweg über Airplay wirklich wünschenswert ist, sei dahingestellt, da ein Video mit 2 Sekunden Verzögerung beim Ton wohl jeden verrückt machen würde.

Von all den verschiedenen angebotenen Musikdiensten habe ich keinen ausprobiert, da ich keinen davon abonniert habe. Für mich würde das teilweise sogar in einem musikalischen Overkill ausarten, da ich dann jeden Titel, der mir gefällt, sofort kaufen wollte. Ich habe genügend eigene Musik, die ich in Ruhe durchhören muss. Bei 60.000 Titeln verliert man da auch schnell den Überblick.
Internetradio funktionierte, wurde jedoch vor allem im Firmennetzwerk immer wieder unterbrochen und konnte trotz Verbindung zum Play:3 nicht mehr gestartet werden. Ich persönlich finde sogar die nativen Iphone-Apps für Internetradio wie z.B. TuneIn oder iRadio um einiges intuitiver und komfortabler zu bedienen. Mit der Sonos-App lassen sich z.B. keine alternativen Streams wählen, auch wird die aktuelle Bitrate nicht angezeigt. Ich hatte das Gefühl als würden einige mir bekannten Sender mit eine schlechteren Qualität abgespielt, als eigentlich möglich. Was auch zusätzlich fehlt sind Empfehlungen für weitere Radiosender. TuneIn schlägt beispielsweise neue Radiosender vor, indem es die eigene Musik am Iphone mit den Playlists der Radiosender vergleicht. Ich bin dank dieser Funktion oft auf Radiosender gestoßen, die ich zuvor nicht gekannt habe.Insgesamt gibt es an der Sonos-App sowie der Funktionalität nicht viel zu bemängeln, außer dass die Iphone-Version deutlich umständlicher zu bedienen war als am Ipad.

Nun zum Play:3 und dem eigentlichen Klangtest.
Eines vorweg: Der Play:3 klingt durchaus überzeugend, aber leider nicht immer und nicht bei allen Lautstärken. Es war mir schwierig den Klang vom Play:3 allgemein zu erfassen und zu beschreiben, da er bei verschiedenen Lautstärkestufen auch einen unterschiedlichen Klangcharakter an den Tag legt.
Standardmäßig ist beim Sonos-System die "Loudness"-Funktion aktiviert. Deaktiviert man die Funktion, dann klingt der Play:3 ziemlich leblos, wie ein kleiner billiger Regallautsprecher. Mit aktivierter Funktion, bekommt er dann Feuer unter dem Hintern mit ansprechendem Bassfundament und mehr Präsenz im Höhenbereich. Hier wird demnach offensichtlich viel über den DSP optimiert und geregelt, wie der ehrliche Charakter des Play:3 in Wirklichkeit aussieht, kann ich natürlich nicht sagen, wobei man auch erwähnen muss, dass alle ähnlich kompakten Lautsprecher und Docks den Klang auf irgendeine Weise elektronisch mitbeeinflussen, sonst würde man es nicht schaffen aus so kleinen Membranen und Gehäusen einen derart tiefen Bass zu quetschen.

Wirklich druckvoll und ansprechend beginnt der Klang beim Play:3 erst ab 1/3 der Lautstärkeskala zu werden. Man fühlt sich immer wieder genötigt den Lautstärkeregler bis etwa zur Hälfte hochzudrehen, damit der Play:3 zum Leben beginnt. Darunter klingt er eher kraftlos und wenig überzeugend. Obwohl die Loudness-Funktion genau dafür geschaffen worden ist, um dem Lautsprecher bei niedrigen Lautstärken zu etwas mehr "Pepp" zu verhelfen, bzw. die akustischen Unzulänglichenkeiten des menschlichen Gehörs auzugleichen, tut sie dies im Fall vom Play:3 nicht. Die Loudness-Funktion scheint hier eher ein allgemeiner Bassboost-Effekt zu sein, der sich lautstärkabhängig auch nicht sonderlich anpasst.

Eher nur so zum Spass  habe ich dann den Play:3 auf meinen Schreibtisch neben die Bose Computer MusicMonitors gestellt und bei leisen Lautstärken beide miteinander verglichen. Das Ergebnis war sogar für mich überraschend. Bis zur Hälfte der Sonos-Lautstärkeskala waren die Bose dem Play mehr als überlegen. Gerade bei leisen Lautstärken zeigten die Bose eine klangliche Dominanz, die den Play:3 zu einem durchschnittlichen Tischradio mutieren ließen. Der Play:3 profitiert auf jeden Fall sehr von einer wandnahen Aufstellung. Der Bass vom Play:3 ist etwas tiefer abgestimmt als bei den MusicMonitors, das Problem ist, dass man den Bass frei aufgestellt kaum wahrnimmt. Nur mit etwas Rückendeckung werden die nach hinten abgegebenen Vibrationen vom Passivradiator auch genügend stark nach vorne gelenkt. Erst als ich den Play:3 ans Fensterbrett zum Fenster hin gestellt habe, spürte man den tieferen Bass vom Play:3, der sich im Vergleich zu den MusicMonitors nun auch besser durchsetzen konnte. Nichtsdestotrotz war ich von der klanglichen Leistung des Play:3 etwas enttäuscht. Erst bei noch höheren Lautstärken hatte dann der Sonos bei dieser optimierten Aufstellung einen hörbaren Vorteil zu den winzigen MusicMonitors. Die MusicMonitors, obwohl klanglich sicher nicht über den gesamten Frequenzbereich perfekt, überraschen mich trotzdem immer wieder mit ihrer Klangfülle, die sogar deutlich größeren Lautsprechern, in diesem Fall dem Play:3 Konkurrenz machen.
Ich habe den Play:3 auch zuhause an mehrern Standorten intensiv probegehört, und wirklich druckvoll wurde der Klang immer erst in einer Nische oder nahe einer Wand.




Neben der erwähnten Loudnessfunktion bietet die Sonos-App auch einen "Equalizer". Hier von einem echten Equalizer zu sprechen, wäre wohl zu viel des guten, denn es handelt sich dabei um einen einfachen Bass- und Höhenregler. Bei niedrigen Lautstärken profitiert man auf jeden Fall von einer Anhebung des Bassreglers sogar bis ans Maximum, ab einer gewissen Lautstärkestufe wird dann aber der Bass derart gepusht, dass er bald überhand nimmt. Man läuft Gefahr hier dauernd nachregeln zu müssen, je nachdem wie laut man im Moment hört. Hier hätte ich mir durchaus eine "intelligentere" Loudnessfunktion gewünscht. Man hat leider keinerlei Möglichkeit gezielte Frequenzbänder zu beeinflussen. Bei einer zu starken Anhebung sowie gleichzeitig höheren Lautstärken kann es bei Wandnähe durchaus etwas wummig werden. Obwohl der Passivradiator relativ tief abgestimmt zu sein scheint (die meiste Basspower kommt hauptsächlich von hinten), so ist er trotzdem nicht genügend tief, um den brummenden Charakter des Lautsprechers zu beseitigen. Im direkten Vergleich mit dem Audyssey Dock, hatte dieser ein viel tiefer reichendes Bassfundament mit einem deutlich schwächer ausgeprägten Oberbass. Der Audyssey klang für meinen Geschmack weicher und angenehmer, der Sonos hingegen war direkter und hatte durch den stärkeren Oberbass bei manchen Titeln teilweise sogar etwas mehr "Drive". Bei einigen Titeln konnte man mit dem Play:3 deutlich den Anschlag der Kickdrum hören, der beim Audyssey eher unterging und verwaschen wurde.


Im Bad aufstellt, wo üblicherweise unser Tivoli steht, konnte der Play:3 so gar nicht überzeugen. Die Raumakustik war hier dem Klangcharakter des Play:3 überhaupt nicht dienlich, denn der Klang wurde nun zu einem Brei, der vom zu starken Bass regelrecht dominiert wurde. Ich habe bei dieser Aufstellung den Bassrelger bis zur Hälfte senken müssen und gleichzeitig die Höhen maximal anheben, damit der Bass nicht alles andere zudröhnte. Derart "opmiert" klang dann auch der Play:3 kaum noch besser als ein Tivoli One und konnte auch in keinster Weise mehr beeindrucken. Sogar der FoxL klingt in meinem Bad derart aufgestellt imposanter und angenehmer.
In der Küche in einer Regalnische kam der Play:3 ab einer gewissen Lautstärke durchaus druckvoll, darunter vermochte der Klang jedoch kaum zu beeindrucken. 

Rein von der Größe der Lautsprecherfront wäre der Bose Soundlink dem Play:3 nicht unähnlich. Der Play:3 hat jedoch im Vergleich dazu ein vielfach tieferes Gehäusevolumen und spielt auch nicht von Akku. Bei optimaler Lautstärke und Aufstellung hatte der Soundlink klanglich nicht die geringste Chance gegen den Play:3, dieser klang einfach klarer, im Bassbereich druckvoller und insgesamt ausgewogener.
Im direkten Vergleich mit dem Sounddock Portable von Bose, wurde dann klar, dass beide Lautsprecher eigentlich einen sehr ähnlichen Klangcharakter lieferten. Der Sounddock hatte etwas betontere Mitten, der Sonos hingegen einen dominanteren Bass, wobei ingesamt der geringe Unterschied zwischen beiden trotzdem verblüffend war. Natürlich hatte der Sounddock bei leisen Lautstärken einen deutlichen Vorteil, aber trotzdem erwähnenswert, dass der Sounddock sogar höhere Lautstärken als der Play:3 erreichte, wobei dann doch schon starke Verzerrungen und Kompressionseffekte zu hören waren. Das letzte Lautstärkeviertel ist beim Play:3 eher als Gag zu sehen, denn da verliert der Klang jeglichen Zusammenhalt. Bass wird extrem zurückgeschraubt mit gleichzeitiger Anhebung der Mitten.
Demnach gibt es beim Play:3 eigentlich nur einen begrenzten Lautstärkebereich ab 1/2 bis 3/4 der Skala, bei dem er eine wirklich überzeugende Leistung abliefert, ohne dass man selbst an den Klangreglern fummeln muss.

Trotz der doppelten Stereomembranen wäre von einem Stereoeffekt zu sprechen beim Play:3 wohl etwas übertrieben. Der Play:3 ist nur mit einem einzelnen Hochtöner ausgestattet, weshalb auch der Wechsel von Stereo zu Mono nicht derart extrem ins Gewicht fällt. Wird der Play:3 vertikal aufgestellt, springt sein Klangbild binnen einiger Sekunden nach Mono um, Gleichzeitig wird die EQ-Kurve leicht angepasst, die bei horizontaler Aufstellung die Höhen etwas in den Hintergrund rückt.
2 Play:3 zu einem Stereosystem verlinkt, könnten durchaus eine ansprechende Performance abliefern, wobei man sich da preislich bereits bei 600 Euro bewegt und um diesen Preis auch schon sehr qualitative Regallautsprecher bekommt, die dann halt eben nicht wireless sind.
Mit 2 Play:5 ist man dann schon bei 850,- inklusive einer Bridge, ob dieser Preis gerechtfertigt erscheint, muss jeder für sich entscheiden.

Fazit:
Derzeit gibt es kaum vergleichbare Alternativen zum Sonos-System. Obwohl momentan Apple's Airplay vielfach gepusht wird und Airplay-fähige Lautsprecher wie Pilze aus dem Boden sprießen, ist es bei weitem nicht so komfortabel und leidet auch unter einer hohen Latenz sowie zeitweisen Streamingabbrüchen. Die Verlinkung von mehreren Lautsprechern zu einem Stereosystem oder die simultane Wiedergabe auf mehreren Lautsprechern ist bei Airplay weder über Iphone noch Ipad möglich und nur unter Zuhilfenahme von Itunes zu bewerkstelligen. Dafür bietet Airplay den Vorteil der Medienwiedergabe direkt vom Iphone bzw Ipad. Sonos hingegen hat nur Zugriff auf die Medien im eigenen Netzwerk bzw aus einem abonnierten Musikdienst.

Das Sonos-Bundle ist für Sonos-Einsteiger sehr empfehlenswert. Das System selbst besticht durch seinen einfachen Aufbau, denn eine spezielle Konfiguration sowie komplexe Einbindung ins eigene Netzwerk ist nicht notwendig, alles geschieht von selbst. Sogar das Setup meiner Apple Airport Express war komplizierter und erforderte auch eines wiederholten Resets, weil das System anfangs nicht sehr stabil lief.
 Das Sonos-System macht das was es soll perfekt und komfortabel: Nämlich den Zugriff auf die gesamte eigene Musik sowie zusätzliche Musikdienste. Das Stöbern in der eigenen Musik ist selbst bei großen Bibliotheken schnell, verzögerungsfrei und übersichtlich, die Suche nach Artist, Titel, Album usw. geschieht sehr schnell und zuverlässig, vorausgesetzt die ID3-Tags sind sauber abgelegt. Aber auch für Leute mit ID3-Abneigung bietet das System die Möglichkeit an, direkt über Ordner auf die eigene Musik zugreifen zu können. Titel eines Albums werden jedoch nach deren Tags angezeigt, nicht nach Dateinamen. Auch die Sortierung von Titeln geschieht trotz Ordneransicht nach deren Titelnummern-Tags, bzw. wenn keine Tags vorhanden sind, wird alphabetisch nach Titelnamen sortiert. Die Sonos App ist vor allem als Ipad-Version extrem bedienerfreundlich. Am Iphone wird man leider aufgrund vom kleinen Display zu zahlreichen Seitenwechseln genötigt. Eine störende Latenz ist beinahe nicht vorhanden, solange sich der Player in guter Reichweite zur Bridge befindet, auch sind mir Streamingabbrüche oder Ausfälle nicht unangenehm aufgefallen.
Da vom Iphone oder Ipad selbst nie direkt gestreamt wird, sondern die Apps das ganze System nur steuern, wird auch der Akku geschont. Beim Streaming über Airplay oder Bluetooth ist der Akkuverbrauch hingegen relativ hoch.

Der Play:3 selbst liefert klanglich eine anständige Performance ab. Die Schwächen liegen hier eher im Detail. So kann er nur in einem engen Lautstärkebereich wirklich voll überzeugen. Bei niedrigen Lautstärken klingt er eher flau und kraftlos, bei maximaler Lautstärke mittenbetont und nervig. Mag man den typisch warmen Bose-Klang mit üppigen Bässen, wird man auch den Play:3 mögen, da dieser sogar feiner und direkter klingt als ein Bose Sounddock, ein Bose Soundlink kann hier weder im Bass- noch im Höhenbereich ansatzweise mithalten.
Zu echtem Stereoklang ist ein einziger Play:3 kaum fähig, hier wäre ein zweiter Play:3 und die Verlinkung zu einem Stereosystem notwendig, wobei dann der Preis etwas fragwürdig erscheint.


Sonos-System allgemein:
+ Schnelles und einfaches Setup
+ jederzeit erweiterbar
+ Verlinkung von 2 Playern per Knopfdruck zu einem Stereosystem 
+ komfortabler Zugriff auf die gesamte eigene Musiksammlung im Netz vom Iphone, Ipad oder Computer
+ Browsing sowohl nach ID3-Tags als auch Ordnern möglich
+ Unterstützung von zahlreichen alternativen Musikdiensten und Internetradio
+ Sicherer Stream, keine Abbrüche, kaum Latenz 
+ übersichtliche Ipad-App

- Limit von 65.000 Titeln für die Musikbibliothek
- jedes mal neuerliche Indizierung beim Hinzufügen von weiteren Alben notwendig
- Iphone-App nicht so komfortabel zu bedienen und unübersichtlicher als am Ipad


Play:3
+ kompakt, schönes Design und wertige Verarbeitung
+ sowohl Hoch- als auch Querbetrieb möglich
+ für die Größe guter Klang bei gehobener Lautstärke

- relativ empfindlich auf die richtige Aufstellungsposition
- Klang bei leisen Lautstärken kraftlos und flau
- Loudnessfunktion bietet keinerlei lautstärkeabhängige Klanganpassung, eher als allgemeiner "Bassboost" zu sehen
- kaum Stereotrennung