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Wednesday, October 30, 2013

Review: Harman Kardon Onyx - the ultimate Boombox... er, "Boomegg"?



I have always been a big fan of Harman/JBL speakers. Despite being based on a several year old design I still think the latest go&play wireless version to be one of the best looking and sounding boomboxes around, with the only downside of a castrated sound when run from batteries. I was also very impressed by the JBL Radial, when I heard it for the first time, as well as the JBL On Stage 400-Series, which produced quite a big sound despite being rather small.
So far unfortunately none of the real portable and battery-driven speakers from Harman or JBL managed to convince me. The JBL Charge being larger while costing only slightly less than the Bose Soundlink Mini is not able to produce such a convincing sound as the Bose.

Monday, October 14, 2013

Bose: Nach Sounddock und Soundlink kommt nun Soundtouch


Bose hat soeben sein eigenes Streamingsystem "Soundtouch" vorgestellt. Offenbar will man damit Sonos Konkurrenz machen. Mein erster Gedanke war, dass hier offenbar bestehende Bose Geräte umverpackt und mit einer Streamingeinheit versehen wurden.
So entspricht der große Soundtouch 30 mehr oder weniger dem Sounddock 10, der mittlere Soundtouch 20 dem Sounddock portable (jedoch ohne Akku) und der Soundtouch portable dem Soundlink.
Das Design ist nett, jedoch nichts besonderes. Ein "habenwill"-Faktor wird bei mir nicht hervorgerufen.
Schön dagegen, dass alle 3 Modelle sich nur durch die Größe unterscheiden, und sonst vom Design beinahe identisch sind. Ich hätte jedoch Metallgitter an der Front edler als die Stoffbespannungen empfunden.

Klanglich wird es wohl keine großen Überraschungen geben, außer Bose hat die neuen Geräte etwas anders abgestimmt, oder sogar eine Klangregelungsmöglichkeit via App ermöglicht, ähnlich wie bei Sonos vorgesehen, was ich jedoch bezweifle.

Bose setzt auf eine eigene Streamingtechnologie, die einen Computer benötigt, auf dem die Soundtouch-Software läuft, um Musik zu den Geräten streamen zu können. Momentan werden keinerlei Streamingdienste wie Spotfiy, Rdio, Deezer etc. angeboten. Da ist Sonos viel weiter, werden beinahe alle möglichen Streamingdienste unterstützt, bietet Sonos mittlerweile sogar die Unterstützung für Google Play usw. Allem Anschein nach benötigt man auch einen Bose-Account, um überhaupt Internetradiostationen empfangen zu können etc.

Derzeit sind bei Bose im Gegensatz zu Sonos auch keine Netzwerkfestplatten vorgesehen. Ein Computer muss immer laufen, damit von da die Musik abgespielt werden kann. Wenigstens unterstützt Soundtouch Apple's Airplay, wodurch man über Umwege schon jetzt von einem Synology NAS direkt zu den Geräten streamen kann. Die Geräte werden entweder über eigene Apps bedient, oder über die 6 Presettasten am Gerät selbst, bzw. auf den mitgelieferten Fernbedienungen. Darüber hinaus soll es optional einen eigenen runden Controller (ähnlich wie bei B&O) geben, mit dem die Musikwahl erleichtert werden soll.

Soweit ich das mitbekommen habe, ist kein echter Multiroombetrieb mit Soundtouch möglich. Entweder eines oder alle Geräte spielen das gleiche. Ein Gerät in der Küche, das gerade einen Internetradiosender abspielt, ein anderes mit Musik von der Festplatte, ist derzeit wohl nicht drin. Nach dem Besuch im Bose-Store, hat man mir gezeigt, dass man unterschiedliche Musik auf unterschiedlichen Geräten gleichzeitig abspielen kann. Es gibt bei Bose aber im Moment keinerlei Möglichkeit 2 Geräte zu einem Stereosystem zu synchronisieren. Wie das in Zukunft sein wird, muss sich erst zeigen. Laut Bose will man alles so einfach wie möglich halten, weshalb so eine Funktion eher nicht kommen wird.

So interessant das ganze auch sein mag, mit Sonos hat man zur Zeit das viel besser ausgebaute System, zudem verwendet Sonos zum Streaming ein ganz eigenes Netzwerk, was nicht so störanfällig ist, als alle Geräte ins bestehende Wifi einzubinden.
Klanglich ist es sicher Geschmacksache, der Sonos Play:3 spielt in etwa auf dem Niveau des Sounddock Portable, weshalb er mehr oder weniger mit dem Soundtouch 20 vergleichbar sein wird, der jedoch deutlich mehr kostet. Der Sounddock 10 hat mich klanglich nie wirklich überzeugt, hatte jedoch ziemlich viel Power und der Soundtouch 30 dürfte demnach den Play:5 locker überspielen, zumindest was Pegel angeht.

Ich werde mir die Geräte rein aus Interesse trotzdem mal anhören, aber wirklich Bedarf habe ich für das Soundtouch System nicht.

Update: Wie vorab vermutet klingen die neuen Geräte in etwa so wie ich es mir erwartet habe. Der große Soundtouch klingt ähnlich dem großen Sounddock 10, während der mittlere eher dem Soundlink Air bzw Sounddock portable ähnelt und der kleine dem Soundlink. Es gibt natürlich Unterschiede, aber die Grundabstimmung ist ziemlich ähnlich.

Wednesday, May 8, 2013

Review: Libratone Zipp - Airplay für unterwegs

 
Mich hat der Libratone Zipp seit seiner Vorstellung interessiert. Das Design mit den Wollpullis fand ich irgendwie ulkig. Nicht, dass ich die optionalen Pullis unbedingt regelmäßig wechseln würde, aber eine sorgfältig ausgewählte Farbe für den Pulli, und der Lautsprecher sollte optisch perfekt mit dem Interieur abzustimmen sein, vor allem da er auch nicht unbedingt nach Lautsprecher aussieht, sondern eher wie ein Accessoir.


Auch der Gedanke, dass der Lautsprecher omnidirektional abstrahlen würde, wodurch die Aufstellung vor allem draussen nicht so kritisch sein sollte, und man theoretisch von rundherum den gleichen Sound erhält, war äußerst reizvoll. Etwas das mich beim Bose Soundlink immer schon gestört hat war, dass der Klang dumpf und breeig wurde, sobald man sich nur etwas aus dem Sweetspot bewegt hat, was beim Zipp nicht mehr der Fall sein dürfte.
Man stellt ihn bei einem Kaffeekränzchen mitten auf den Tisch und alle Beteiligten sollten (zumindest in der Theorie) eine gleichsam angenehme Klangkulisse erhalten, im Gegensatz zum Bose Soundlink, der  immer speziell ausgerichtet werden muss, damit er nicht nur wummert.


Leider fand ich keinen einzigen Händler in Österreich, der das Gerät vorführbereit hätte, auch auf direkte Anfrage bei Libratone, nannte man mir nur einen einzigen Händler in Graz, der den Zipp wiederum laut eigener Webseite gar nicht im Programm hatte.
Sorgen machten mir vor allem die mageren 4 Stunden Akkulaufzeit bei Airplaybetrieb, sowie der hohe Preis, aber ich wollte mir selbst ein Bild davon machen, und habe mir den Zipp kurzerhand bestellt, mit dem Gedanken, er würde meinen Sounddock Portable bzw auch den Soundlink ersetzen, von denen ich mich dann gerne wieder trennen würde.

Gekommen ist der Zipp in einer offensichtlich bereits geöffneten Verpackung, da die Siegel bereits mehrmals überklebt worden waren. Dies beruhigte mein schlechtes Gewissen den Lautsprecher bei etwaigem Nichtgefallen wieder zurückschicken zu können, da auch ich offenbar kein komplett neues Gerät erhalten hatte. Der Akku war auch vollständig entladen, sodass ich den Lautsprecher erst mal laden musste, bis ich ihn endlich hören konnte.

Der Zipp ist mit 1,8 kg nicht sonderlich schwer. Er ist zwar deutlich größer als der Bose Soundlink (mehr als das doppelte Volumen), aber er wiegt nur etwa 500 Gramm mehr.

Ein würdigerer Gegner wäre da eher der Bose Sounddock Portable bzw. das neuere Airplay-Modell Bose Soundlink Air, der mehr oder weniger auf dem Sounddock Portable basiert. Beide haben in etwa ein vergleichbares Volumen, wobei der Bose dann inklusive Akku mit 2,8 kg doch erheblich schwerer als der Zipp ist. Mit dem optionalen Cover ist der Bose Sounddock zwar nicht ganz so schick wie der Zipp, aber wenigstens passt er wie in meinem Fall farblich dazu:

Klanglich unterscheiden sich Bose Soundlink und Bose Sounddock Portable nicht dermaßen stark. Der Bose Sounddock hat natürlich um einiges mehr Power und klingt auch insgesamt differenzierter, aber die Grundabstimmung ist bei beiden dennoch bemerkenswert ähnlich, weshalb ich den Zipp vor allem mit dem "besseren" Bose Sounddock verglichen habe.

Das erstmalige Setup ist denkbar einfach. Man drückt die DirectPlay Taste, und wählt sich vom Iphone in das vom Zipp erstellte Wifi-Netzwerk ein. Schon kann man den Lautsprecher als Airplay-Ziel direkt anwählen, bzw ihn mittels seiner Ip-Adresse weiter konfigurieren, bzw die von Libratone angebotene App dafür bemühen, mit der sich der eigene Router sehr komfortabel auswählen lässt. Nach dem Einschalten hat man mittels 2 Tasten entweder die Wahl sich mit dem Heimnetzwerk zu verbinden, oder den DirectPlay Modus zu verwenden. Ganz so einfach hat sich das Umschalten jedoch nicht gestaltet, denn manchmal wollte der Lautsprecher trotz DirectPlay kein Netzwerk aufbauen, oder verweigerte jegliche Verbindung. Erst ein neuerlicher Start usw (manchmal sogar mehrmals hintereinander) behob das Problem.

Ich habe den Zipp vorwiegend im normalen Wifi-Modus in Verbindung zu meinem Router verwendet und hatte beinahe im ganzen Garten einen ungestörten Musikstream. Nur wenn die Mikrowelle an war, wurde die Musik immer wieder unterbrochen (vermutlich, weil sie mit dem 2,4Ghz Netz interferierte), und ab und zu hatte man auch sporadische Aussetzer, aber ingesamt war der Airplaystream doch eher störungsfrei. Überraschenderweise hielt der Zipp im Wirelessbetrieb bis zu 7,5 Stunden durch. Das ist beinahe das Doppelte der angegebenen 4 Stunden. Ich hatte den Lautsprecher eher auf niedrigen bis normalen Lautstärken im Garten im Betrieb, aber auch bei höheren Lautstärken schaffte ich immer wieder die 7 Stunden. Kabelgebunden habe ich den Zipp nicht ausprobiert, bin mir aber sicher, dass er da noch länger hält. Ich habe mich nur gefragt, wie man das interne Wifi komplett ausschalten könnte, um zusätzlich Energie zu sparen, denn üblicherweise ist der Zipp auch bei kabelgebundem Betrieb nach wie vor als Airplayziel verfügbar. Wird keine Musik gestreamt, geht der Zipp automatisch in den Standby über, und erst nach einer weiteren Weile schaltet er komplett ab, zumindest bei Akkubetrieb. Hängt er am Strom, verbleibt er im Standbymodus und ist somit auch permanent als Airplayziel verfügbar.

Doch kommen wir endlich zum Wichtigsten:
Schon beim ganz ersten Hörtest fällt mir der grundlegend andersartige Klang des Zipp auf. Der Klang wirkt anfangs auf mich sehr unspektakulär und gleichzeitig enttäuschend. Der Klang wirkt topfig, als würde der Lautsprecher in einer Tonne spielen. Es klingt fast so, als wären die Lautsprecher in die falsche Richtung ausgerichtet. So drehte ich den Zipp in alle Richtungen, aber der Klang wurde dadurch nicht besser.
Positiv dagegen, dass der Klang vom Zipp selbst bei leisen Lautstärken in sich geschlossen bleibt und weder im Bass- noch im Höhenbereich absauft. Auch bei hohen Lautstärken wird der Bass nicht derart stark zurückgefahren, wie z.B. beim Bose Soundlink, weshalb der Zipp bei hohen Lautstärken auch kraftvoller klingt als der Soundlink.

Im direkten Vergleich mit dem Sounddock Portable fällt beim Zipp ein wummig abgestimmter Bass auf, aber auch ein ziemlich dünner nasaler Mittenbereich und ein klarer jedoch gleichzeitig leicht zischelnder Hochtonbereich auf.
Der Bass vom Zipp ist zwar ähnlich druckvoll wie vom Sounddock Portable, jedoch höher abgestimmt, mit einem Frequenzbuckel zwischen 150-200 Hz, der eher unangenehm klingt. Wirklich enttäuscht hat mich die Mittenwiedergabe. Stimmen klangen unnatürlich, auch manche Instrumente klangen auf dem Zipp einfach nicht richtig. Selbst der dumpfe Bose Soundlink klang bei vielen Liedern natürlicher als der Zipp, der mich immer wieder klanglich an einen Küchentopf erinnert hat.

Ich habe viele Aufstellpositionen ausprobiert, aber am besten fand ich den Klang draussen, weil da die klanglichen Unzulänglichkeiten nicht derart stark aufgefallen sind, und der Zipp bei etwas höheren Lautstärken durch seinen insgesamt durchaus druckvollen Klang überzeugen konnte.


So ganz ohne Probleme hat der Zipp hohe Lautstärken jedoch nicht gemeistert. Bei vielen Stücken hat der Tieftöner bereits knapp über der Hälfte der Lautstärke überschlagen. Die Verzerrung war nicht extrem und selbst bei maximaler Lautstärke wurde sie nur unwesentlich stärker, aber sie war hörbar und störend. Beispielsweise war der Bassklang bei "Too Young To Die" von dem neu gemasterten Jamiroquai Album "Emergency On Planet Earth" auf dem Zipp im oberen Lautstärkedrittel bereits am Limit, der sich zusammen mit der Bassdrum in einer Art Blubbern äußerte. Der Bose Sounddock Portable hatte da viel mehr Reserven, obwohl er bei maximaler Lautstärke dann auch stark zur Verzerrung neigt.

Mit der Libratone App kann man den Klang mittels zusätzlicher Klangparameter weiter beeinflussen. So gibt es diverse FullRoom-Profile, die bestimmen wie der Zipp aufgestellt ist (Bodennähe, bzw im Regal, auf einem Tisch, oder Outdoor) und es gibt weitere Voicings, die den Klang nochmals entsprechend eines EQ-Presets weiterbearbeiten.
Bei den FullRoom-Profilen kann man immer den Abstand zur hinteren und seitlichen Wand in groben Schritten einstellen, jedoch sind die klanglichen Unterschiede eher marginal. Man muss schon oft hin- und herswitchen um wirkliche Nuancen tatsächlich feststellen zu können. Aber selbst die zusätzlichen Voicings greifen nur unwesentlich in den Klang ein. Mit einer normalen EQ-App könnte man den Klang viel weitreichender verbiegen.
Ich habe mich ursprünglich auf das "Outdoor"-Profil festgelegt, weil es am druckvollsten klang, bin jedoch nach einiger Zeit auf das "Floor" Profil mit Wandabstand >60cm umgeschwenkt, weil es den wummigen Bass etwas gezähmt hat und die Höhen gleichzeitig verstärkt. Zusätzlich aktivierte ich das "Movie" Voicing, das den Bass eine Spur druckvoller machte, jedoch im Gegenzug die Höhen zurücknahm. Wirklich glücklich wurde ich damit jedoch nicht. Immer wieder fummelte ich mit den Einstellungen rum, und versuchte eine passende zu finden, aber fand nie ein Setting, das mich befriedigt zurücklehnen ließ, um die Musik einfach zu genießen. Der Klang war zwar insgesamt sehr klar, denn die Höhenwiedergabe war wirklich brillant, aber alles passte irgendwie nicht zusammen. Auch beim Zipp hatte ich immer wieder das Bedürfnis ihn direkt zu mir zu drehen bzw. höher zu stellen, weil sonst die Höhen merkbar darunter litten, was ich der eigenartigen Treiberbestückung zuschrieb, die durchaus interessant ist.

Über dem nach oben strahlenden 4" Tief/Mitteltöner sind 2 Bändchenhochtöner (bzw. Air Motion Transformer) angeordnet, die wiederum mittels einer seltsamen fächerartigen Konstruktion klanglich in alle Richtungen gestreut werden sollen. In Wahrheit ist die Streuung dennoch nicht 100% indirektional. So klingt der Zipp direkt von vorne am besten. 90° von den Seiten ist der Klang am schlechtesten, da nimmt die Höhenwiedergabe doch stark ab, um dann von schräg hinten wieder besser zu werden. Man merkt dieses Phänomen selbst von größeren Entfernungen. Stellt man den Zipp völlig frei auf und geht rundherum, merkt man immer wieder, wie der Klang sich ändert. Auch ist die Höhenwiedergabe vertikal recht gerichtet. Steht der Zipp direkt auf Ohrenhöhe, klingt er am besten. Stellt man ihn jedoch zu niedrig, leidet die Höhenwiedergabe sofort. Der von Libratone beworbene omnidirektionale Klangcharakter ähnlich eines Instuments ist meiner Meinung nach eher als Gag zu sehen, so wirklich zu Ende gedacht wurde es nicht. Anstelle von irgendwelchen komischen Fächern, wäre ein völlig frei montierter einzelner Hochtöner sicherlich effizienter gewesen. Denn obwohl im Zipp 2 getrennte Hochtöner für die jeweils beiden Stereokanäle verbaut sind, ist die Klangwiedergabe insgesamt dennoch mono. Ich habe testweise "Money" von Pink Floyd angespielt, das am Anfang ziemlich krasse links/rechts-Effekte aufweist, die sich vorwiegend auf den Hochtonbereich beschränken, aber von den Effekten war am Zipp nicht das Geringste zu hören, es klang einfach monophon, in welche Richtung ich den Lautsprecher auch drehte.


Auch der frei montierte Hochtöner meiner Philips Soundsphere schafft es zumindest in einem großen Radius um die Lautsprecherfront ein sehr homogenes Klangbild zu erzeugen. Bei den Philips ist der Tief/Mitteltöner ebenso indirekt nach oben strahlend ausgeführt, sodass die Philips teilweise sogar einen weniger direktionalen Klang erlauben als der Zipp. Insgesamt war der Klang der Philips natürlich um einige Klassen besser, abgesehen von der imposanten Stereobühne, dank 2 getrennter Lautsprecher. Der Zipp klang eher wie ein Kofferradio, während die Philips beinahe an eine größere Anlage erinnern.
Mir sind überdies noch weitere Probleme mit der Hochtonwiedergabe beim Zipp aufgefallen und zwar bei Stücken wo gewisse Klänge (zb. Hi-Hats, oder Tamburin) nur links oder rechts abgemischt wurden. Diese Klänge gingen beim Zipp fast völlig unter.
Bei der Basswiedergabe setzt Libratone ausschließlich auf den 4-Zöller. Es handelt sich um ein geschlossenes Gehäuse, der Zipp ist also weder mit einer Bassreflexröhre, noch mit einem zusätzlichen Passivradiator ausgestattet. In Wahrheit ist damit natürlich eine sauberere Basswiedergabe möglich, als bei Bassreflexsystemen, jedoch ist es auch viel ineffektiver, vor allem bei kleinen Membranen und Gehäusen. So verwundert es ein wenig, wie Libratone da die Basswucht rausgeholt haben, denn selbst das Gehäusevolumen im Inneren hinter dem Chassis ist voll zugestopft, sodass der Lautsprecher kaum einen wirklichen Resonanzkörper zu haben scheint:
(c) recordere.dk
Etwas ungewöhnlich ist auch die Bassabstrahlung. Hält man sein Ohr direkt hin, vermag man kaum einen nennenswerten Bass zu hören, erst aus einiger Entfernung hört man wirklich tiefe Töne.

Um mich von meinen subjektiven Klangeindrücken nicht in die Irre leiten zu lassen, habe ich den Zipp auch mit einigen weiteren Lautsprechern verglichen, die ich selbst nicht besitze. In einem B&O Laden hatte ich die Möglichkeit zum direkten Vergleich mit einem Beolit12. Dieser klang im Bassbereich gewaltiger und sauberer, im Mittenbereich natürlicher, nur im Höhenbereich war der Zipp deutlich klarer, ohne schrill zu klingen. Aber mir ist aufgefallen, dass grundsätzlich alle B&O Lautsprecher einen etwas dumpferen Klang produzieren.


Obwohl ich nie ein großer Fan des B&W Zeppelin war, klang der Zeppelin im Vergleich zum Zipp doch um einiges edler. Negativ fiel hier wieder die Mittenwiedergabe des Zipp auf, sowie die Höhenwiedergabe, die stark nachließ, wenn der Lautsprecher nicht auf Ohrenhöhe stand. Ich fand selbst den Klang des alten JBL Radial, den es mittlerweile seit 7 Jahren auf dem Markt gibt, und der inzwischen um 150 Euro verscherbelt wird, um einiges imposanter als den des Zipp. Sogar der JBL Radial schaffte ohne große Tricks eine viel homogenere Höhenabstrahlung. Auch von hinten klang der JBL noch einigermaßen klar und der Klang änderte sich kaum, egal von welchem Winkel man zum JBL stand. Schade, dass JBL es nie geschafft hat einen vergleichbaren wirklich vernünftigen portablen Lautsprecher zu bauen.

Ich hatte den Zipp mehrere Tage am testen, bis ich mich entschieden habe ihn doch zurückzuschicken. Ich wollte mich mit dem Zipp wirklich anfreunden und habe ihn auch teilweise liebgewonnen, wie auch mein kleiner Sohn, dem ich ihn ab und zu zum Einschlafen mit ruhiger Bossanova Musik ins Bettchen stellte. Ich hatte mit meiner Entscheidung zu kämpfen, aber für den Preis war es mir einfach nicht möglich den gegebenen Klang zu akzeptieren.



+ schönes neutrales aber gleichzeitig auffälliges Design
+ akzeptable Akkulaufzeit
+ insgesamt druckvoller Klang
+ sehr klare brillante Höhenwiedergabe
+ Klang bleibt bei allen Lautstärken homogen
+ mehr oder weniger 360° Abstrahlung
+ komfortable App für die Einrichtung als auch zur Klangeinstellung
+ Dank DirectPlay auch unterwegs ohne zusätzlichen Router Airplay möglich

- teuer
- "Mono"klang
- topfiger Klang, vor allem Mittenwiedergabe dünn
- Bass wummig abgestimmt
- Höhenwiedergabe vertikal stark direktional
- Verzerrungen bei gewissen Titeln bereits knapp über der Hälfte der Lautstärke
- Klangparameter der App beeinflussen den Klang nur unwesentlich
- für wirklichen portablen Betrieb zu groß und schwer
- gelegentliche Verbindungsprobleme bei DirectPlay-Betrieb

Wednesday, January 2, 2013

Philips Fidelio DS9800W Soundsphere


Amazon bietet die Philips Soundsphere Airplay Lautsprecher derzeit stark reduziert an. UVP von Philips liegt bei 999,- sonst hatte Amazon die Lautsprecher die meiste Zeit um 699,- angeboten, seit einiger Zeit ist der Preis jedoch bei knapp 560,- was einen recht guten Deal darstellt, da die Soundsphere klanglich die teurere Konkurrenz von B&W locker überspielen.


Abgesehen von einigen Stabilitätsproblemen würde ich den Soundsphere meine volle Empehlung aussprechen, für jemanden der eine gut klingende und außergewöhnlich designte Kompaktanlage mit Airplay sucht.

Ursprünglich nur als limitierte Edition angekündigt, wurden die Soundsphere vor einiger Zeit auch mit einem natürlichen Holzfinish vorgestellt. Nun soll dieses Modell als DS9860W bezeichnet doch auch parallel zur schwarzen Version erhältlich sein. Über die genaue Verfügbarkeit ist jedoch nichts weiteres bekannt.
Ich hätte mir dann aber auch gerne eine Version in weiss oder dunkelrot gewünscht.

Tuesday, October 16, 2012

Bluetooth vs. Airplay

Bluetooth Lautsprecher liegen derzeit voll im Trend, täglich werden weitere Modelle vorgestellt. Die schnelle Anbindung ohne lästige Kabel ermöglicht vor allem unterwegs eine komfortable Art des Musikhörens, vorausgesetzt die Klangqualität des Lautsprechers passt auch.

Im Gegensatz dazu liegen die Vorteile von Airplay auf der Hand: Der Airplay-Stream arbeitet mit verlustfreier Datenkomprimierung, dadurch ist auch tatsächlich CD-Qualität möglich, weshalb immer öfter Geeks nach Airplay- statt Bluetoothlautsprechern schreien, denn Bluetooth sei demnach bereits Schnee von gestern.

Tatsächlich erscheinen auch immer mehr portable Lautsprecher mit Apple's Airplay Streaming, aber welche Vorteile bietet Airplay außerdem, bzw. gibt es auch Nachteile?

Mich hat vor allem interessiert, wie sich beide Streamingarten auf den Energieverbrauch auswirken. Sowohl Wifi als auch Bluetooth verwenden 2,4Ghz als Sendefrequenz und können sich manchmal auch in die Quere kommen, außerdem gilt Bluetooth immer schon als Stromfresser schlechthin. Musikstreaming über Bluetooth sauge den Akku unnötig schnell leer, behaupteten alle.
Airplay benötigt hingegen eine Wifi-Verbindung. Entweder Lautsprecher und Zuspieler befinden sich im gleichen Wifi-Netzwerk, oder der Lautsprecher selbst baut ein eigenes Netzwerk auf, mit dem sich dann der Zuspieler direkt verbindet. Diese Art wird "DirectPlay" genannt, und soll angeblich von Libratone erstmalig umgesetzt worden sein, was jedoch mit  Sicherheit nicht stimmt, da jeder Airplay Lautsprecher, den ich bisher getestet habe, die selbe Art von Ad-hoc Netzwerk zur erstmaligen Konfiguration aufbaut, während dieser man bereits zum Lautsprecher streamen kann, ohne dass ein weiteres Wifi-Netzwerk benötigt würde.

Im Grunde ist Airplay noch komfortabler als Bluetooth, da irgendwelche Paarungsrituale von Beginn an entfallen. Ist der Lautsprecher erstmals richtig konfiguriert, ist er sofort auch von jedem Gerät aus sichtbar, sofern man sich im selben Wifi-Netzwerk befindet. Dadurch kann man den Lautsprecher von allen Apple-Geräten nutzen, falls nicht gerade bereits ein anderes Gerät den Lautsprecher "blockiert", sprich falls nicht ein anderes Gerät in diesem Moment Musik zum Lautsprecher streamt. Wie man sieht, handelt es sich bei Airplay um ein Apple-eigenes Protokoll, das im Grunde nur von Apple Geräten nutzbar ist. Inzwischen existieren jedoch bereits einige Möglichkeiten, um Airplay auch von Android-Geräten zu nutzen. Es gibt sogar NAS Festplatten von Synology, die direkt zu Airplaylautsprechern streamen können, die Steuerung geschieht dann mittels Browser, oder einer App, die sowohl für Android als auch iOS angeboten wird.

Bei Bluetooth ist dagegen nur eine einzige Verbindung gleichzeitig möglich, sodass ein Wechsel zwischen Zuspielern oftmals etwas ausarten kann und man vorher Bluetooth am ersten Zuspieler deaktivieren muss, um sich mit dem nächsten  Zuspieler verbinden zu können. Logitech's UE Boombox bietet jedoch als einer der ersten mir bekannten Bluetoothlautsprechern ebenfalls die Möglichkeit einer Verbindung mit bis zu 3 Geräten gleichzeitig. Auch hier ist zwar nur die Wiedergabe von einem einzigen Gerät möglich, aber stoppt das erste Gerät, kann das nächste Gerät sofort und ohne eine weitere Paarung losspielen, sofern es davor schon mit dem Lautsprecher gepaart wurde. Ein Manko hat Logitech's Lautsprecher aber dann doch, denn er verband sich nach dem Einschalten immer nur mit einem einzigen Zuspieler. Die weiteren Zuspieler musste man erst recht wieder manuell verbinden. Wenn dies beseitigt würde, hätte man dann tatsächlich eine Art "Airplay" über Bluetooth.
Der größte Nachteil von Bluetooth ist eigentlich die notwendige Datenkomprimierung. Je nach dem welcher Codec für die Komprimierung verwendet wird, kann das Ergebnis schlechter oder besser ausfallen. Am schlechtesten klingt der SBC-Codec, der an 96kbit MP3-Dateien erinnert. Darüber hinaus kann jedoch auch MP3 oder AAC für die Übertragung verwendet werden, wobei sogar Bitraten bis 320kbps unterstützt werden. Am besten sollte der Apt-X Codec klingen, der theroetisch auch eine verlustfreie Kompression erlauben würde. Leider wird Apt-X von mobilen Geräten noch kaum unterstützt (außer z.B. vom Galaxy S III).

Zur "Messung" des Stromverbrauchs habe ich mein Iphone 4 herangezogen. Ich habe eine 5-stündige Playlist vorbereitet, die ich mit dem vollgeladenen Iphone einmal über Bluetooth am Bose Soundlink abgespielt habe und am nächsten Tag über Airplay an die Philips Soundsphere. Beide male war das Iphone im Flugmodus, wobei für die Bluetoothwiedergabe nur Bluetooth aktiviert war, für Airplay nur Wifi. Andere Apps im Hintergrund wurden deaktiviert und das Iphone mit ausgeschaltetem Bildschirm liegengelassen.

Etwas überrascht haben mich dann die Ergebnisse:

Bei Bluetoothwiedergabe war nach 5 Stunden der Akku noch zu 86% voll.

Bei Airplay hingegen nur noch zu 62%!

Die Musikübertragung über Wifi benötigt demnach weit mehr als das Doppelte an Energie.

Aus diesem Grund kann ich den fortwährenden Wunsch nach portablen Airplaylautsprechern nicht ganz nachvollziehen. Selbst der angekündigte Libratone Zipp soll bei Airplaybetrieb nur 4 Stunden Akkulaufzeit bieten, während er über Aux-in 8 Stunden halten soll.
Außerdem ist seit Bluetooth 4.0 ein "low energy" Protokoll verfügbar, der den Stromverbrauch noch weiter senken sollte, was ich derzeit leider noch nicht testen konnte.
Ob weitere Optimierungen auch im Falle von Wifi möglich sind, bleibt fraglich. Für mich bleibt Airplay derzeit eine stationäre Hörmöglichkeit zuhause, und selbst da lasse ich aufgrund des hohen Akkuverbrauchs den Zuspieler meistens im Ladedock, weshalb eine simple Dockinstation statt Airplay den Zweck genauso gut erfüllen würde.

Thursday, September 27, 2012

Libratone Zipp - der Kuschelige...

...obwohl, wie kuschelig ist Wolle schon, wenn ich von Wollpullis immer Irritationen bekomme!

Jedenfalls hat Libratone konform ihrem bisherigen Wolldesign einen neuen portablen Airplay-Lautsprecher vorgestellt. Der Libratone Zipp ist deutlich kompakter als die Vorgänger und verfügt auch über einen eingebauten Akku. Die Angaben zur Akkulaufzeit laufen etwas auseinander, so soll er bei Airplayanbindung 4 Stunden halten, bei Anbindung per Kabel 8 Stunden. 4 Stunden wären etwas mager, ehrlich gesagt, und ich kaufe mir auch keinen kabellosen Lautsprecher, um ihn dann erst recht per Kabel zu betreiben.
Der Libratone Zipp benötigt angeblich kein bestehendes Wifi zum Aufbau der Airplay-Verbindung, sondern verwendet das PlayDirect Protokoll, wobei mir nicht ganz einleuchten will, was da der Unterschied zu allen bestehenden Lösungen mittels eigenem Hotspot sein soll, das vom Lautsprecher selbst oder vom iOS-Gerät aufgebaut wird, denn genauso wie bei einer direkten Verbindung mittels Hotspot, kann bei PlayDirect die Wifi-Verbindung nur noch fürs Airplay-Streaming genutzt werden, man kann nicht etwa gleichzeitig Internetradio aus dem Netz streamen, außer über das Mobilfunknetz.


Das Design des Lautsprechers finde ich sehr gelungen: schlicht und edel, aber durch die Wollhülle auch ungewöhnlich. Die Hülle wird in vielen verschiedenen Farben erhältlich sein, und soll 50 Euro kosten. Der Lautsprecher selbst hat ein Volumen von 3 Litern und wiegt nicht ganz 2 kg, wodurch ich ihn noch als durchaus portabel ansehen würde. Dank der Trageschlaufe, könnte man ihn sogar an einen Rucksack dazuhängen oder ähnliches.


Libratone wendet einige DSP-Tricks an, um den Lautsprecher auch auf die räumlichen Gegebenheiten abzustimmen. Der Lautsprecher soll 360° abstrahlen und keinen engen Sweetspot verlangen (Bose, so macht man das), heikel ist halt der Preis, der über 400 Euro liegen soll. Interessant wird zu hören sein, wie er sich mit der Konkurrenz messen wird. Ich muss gestehen, dass ich bisher noch keinen einzigen Libratone Lautsprecher gehört habe, man liest aber viel gutes darüber. Der neue Bose Soundlink Air kostet mit Akku vergleichbar viel, ist aber vom Design natürlich nicht ganz so chic!

Friday, June 29, 2012

Sony RDP-XA 700 IP - Airplay für "Reiche"!

Da die Sony RDP-XA 700 IP Airplay Dockingstation derzeit beim Saturn im Gerngross Wien um 359,90 im Angebot ist, wollte ich sie kurz vorstellen.



Obwohl Dockingstations meiner Meinung nach über kurz oder lang zum Aussterben verdammt sind, kann der Sony Lautsprecher auch drahtlos angesprochen werden, denn er lädt sowohl aktuelle Iphones und Ipads, fungiert aber auch als Airplaylautsprecher.
Sich derzeit einen teuren Lautsprecher nur mit Dockingstation zu kaufen (ich denke da an die ganzen Geneva Labs Kisten, NAD Viso 1 usw.) ist ein gefährliches Spiel, denn Apple wird mit der nächsten Iphone Generation vermutlich auch den Dock-connector ändern, wodurch alle aktuellen Dockingstations zu Briefbeschwerern mutieren. Beim Sony kann man dann im Notfall den Dock einfach ins Innere schieben, und ihn nur noch als Airplaylösung nutzen.

Ich habe mir den RDP-XA 700 IP schon mehrmals angehört und finde, dass er eine äußerst beeindruckende Performance abliefert. Von allen Sony Dockinstations, die ich bisher gehört habe, klingt er bei weitem am besten und klingt meiner Meinung auch viel angenehmer als der große und teurere "Bruder" RDP-XA 900 IP, der dafür jedoch außer Airplay auch Bluetooth mit an Bord hat.

Trotz seiner bescheidenen Ausmaße, macht der RDP-XA 700 IP ziemlich Dampf und liefert einen beeindruckend vollen und angenehmen Bass, durchaus vergleichbar mit JBL's OnBeat Xtreme, der teilweise sogar teuer ist und vom verschnörkelten Design etwas dick aufträgt. Das Design vom Sony ist hingegen angenehm neutral gehalten, nur die Rückseite, die etwas stärker gewölbt ist mag vielleicht klobig wirken, wobei man die im Normalfall nie sehen wird.
Mittels einer eigenen Sony App "D-Sappli" lässt sich der Lautsprecher komfortabel konfigurieren, darüber hinaus bietet die App auch die Möglichkeit einer Klangbearbeitung mittels EQ sowie weitere Features wie Uhr, Wecker usw, die auch gut ohne den Lautsprecher verwendet werden können. Ich fand, dass der RDP-XA 700 IP mit einer leichten Anhebung der hohen Frequenzen ein noch brillanteres Bild erzeugen konnte, wobei eine echte Stereoabbildung trotzdem nur bei nahen Entfernungen zu erahnen war.

Was mir sofort auffiel, war die relativ starke Eigenvibration des Lautsprechers, die wohl durch die große Passivmembran hinten hervorgerufen wird. Der Sony benötigt eine stabile Unterlage und kann durch die Vibration nahe Gegenstände zum Rattern mitanregen. Empfehlenswert wäre eine zusätzliche Dämmung an der Unterseite mittels Stoff, Schaumstoff oder ähnlichem, um auch das Wandern zu unterbinden, das bei glatten Unterlagen und hohen Lautstärken auftreten kann.

Wer das nötige Kleingeld hat, und eine gut klingende Airplaylösung benötigt, die nebenbei auch das Ipad laden kann, macht mit dem Sony RDP-XA 700 IP sicherlich nichts verkehrt, weshalb sich der Lautsprecher auch einen Eintrag in meine Liste der besonders empfehlenswerten Dockingstations sichern konnte.

Thursday, June 28, 2012

Review: Philips AD7000W "SoundAvia" - Airplay für Arme?

Bereits seit einem Monat bei Conrad in Österreich um € 89,95 im Angebot, gehört der Philips AD7000W damit zu den billigsten Airplay-fähigen Lautsprechern überhaupt. Tummeln sich in diesem Billigsektor nur noch Kandidaten von iHome oder eher Vertreter der Gattung "Bluetooth", muss man dem AD7000W tatsächlich gewisse Qualitäten zusprechen und macht um diesen Preis nichts verkehrt, wenn man einen gut klingenden Airplay-Lautsprecher für die Küche, Bad oder seinen Hobbyraum usw. braucht.


Wieviele Lautsprecher benötigt ein Normalsterblicher überhaupt? Ich höre in den seltensten Fällen starr sitzend auf dem Sofa Musik, sondern bin mal in der Küche, dann wieder im Bad, im Schlafzimmer usw. Eine Option wäre, man trägt einen Lautsprecher mit sich herum. Ich habe früher tatsächlich meistens den FoxL ins Bad getragen, oder zurück in die Küche, was jedoch irgendwann lästig wurde, wenn man schnell mal duschen wollte, jedoch der FoxL irgendwo sonst rumlag oder nicht geladen war. Außerdem genügt die Klangfülle vom FoxL nicht immer allen Ansprüchen. Der Soundlink von Bose ist noch weniger geeignet, da er in kleinen Räumen schnell wummig klingt und er sich beim Rumtragen aufgrund des Flipcovers eher hinderlich zeigt, da er auch immer erst richtig positioniert werden muss etc.

Für solche Zwecke wäre eine günstige Multiroom-Lösung die beste Variante. Um ein Haus mit Sonos Komponenten auszustatten, bedarf es schon ein wenig an Kleingeld. Ein einzelner Play:3 kostet etwa 300 Euro, bleibt demnach die Variante über Airplay. Eine Paarung zweier Geräte wie bei Bluetooth entfällt, und wird der Lautsprecher gerade von keiner anderen Quelle verwendet, habe ich von jedem Gerät Zugriff darauf, ob Ipad, Iphone, oder Laptop usw. Je nachdem wo man sich gerade befindet, schaltet man einfach auf den entsprechenden Lautsprecher um, das Umschalten dauert etwa 2-3 Sekunden, und im Normalfall kann mit kurzer Unterbrechung gleich im anderen Raum weitergehört werden, wo man vorher aufgehört hat.
Ein AD7000W ist um 90 Euro zu haben und würde sich tatsächlich bestens dafür eignen mehrere Räume im Haus damit auszustatten, doch was bekommt man hier wirklich um 90 Euro? Oder ist der AD7000W eher was für den Mistkübel? Selbst eine Airport Express kostet nicht weniger, und hat man nicht bereits passende Aktivlautsprecher zur Hand, müsste man diese noch entsprechend dazurechnen.

Erstaunlicherweise klingt der AD7000W tatsächlich nicht schlecht und übertrifft sogar deutlich teurere Lautsprecher von Philips selbst, wie z.B. deren Soundring. Mit etwas EQ-Bearbeitung kann man ihn durchaus auf ein hohes Niveau bringen und auch die damit möglichen Pegel sollten normalen Bedürfnissen genügen.

Dank der Fidelio-App lässt sich der Klang mittels Mehrband EQ nach Wunsch anpassen, oder auch die Philips-eigene Klangverbesserung "FullSound" dazuschalten, die klanglich einer Art "Loudness" entspricht. In großen Räumen verträgt der AD7000W relativ viel Bass, teilweise kann man hier den 60hz Regler sogar ans Maximum fahren, mit gleichzeitiger Anhebung der Höhen, um das beste Ergebnis zu erhalten. Auf die Art "getuned", klingt er beinahe wie der Bose Soundlink, wobei der Philips feiner und in den Höhen brillanter klingt, im Bass trotz Anhebung etwas dezenter und nicht ganz so dick auftragend. Natürlich hat der Philips keinen Akkubetrieb und ist nicht ganz so kompakt, aber was will man um 90 Euro mehr? Da wäre vielleicht noch die Logitech Wireless Boombox, die man als direkten Konkurrenten mit Bluetooth statt Airplay hinzuziehen könnte, aber selbst die klingt schlechter und ist für Akkubetrieb aufgrund des dann noch schlechteren Klangs sowieso nicht empfehlenswert.

EQ-Einstellung für "Soundlink-Sound"
"FullSound" deaktiviert alle anderen Klangparameter

Von der Größe in etwa mit einem Bose Sounddock vergleichbar, ist der AD7000W jedoch deutlich leichter und nicht ganz so wertig verarbeitet. Er ist vollkommen aus Kunststoff, bei der Front handelt es sich um ein Plastikgitter mit Stoffbespannung, nur die Oberseite ist aus gebürstetem Aluminium, das in der Tat recht wertig wirkt, wobei man die Oberseite kaum sieht, wenn man den Lautsprecher nicht gerade auf Brusthöhe aufstellt.

AD7000W und Bose Sounddock portable im Vergleich

Der AD7000W kann zwar mit dem Sounddock klanglich nicht wirklich mithalten, kommt diesem aber schon gefährlich nah, beim Bruchteil des Preises. Auch die Treiberbestückung ist dem Sounddock ähnlich: 2 Breitbandlautsprecher in einem Bassreflex-Gehäuse, wobei die Öffnungen etwas klein sind, und bei höheren Pegeln durchaus zu Furzgeräuschen neigen. Auch scheint Philips den Klang der Lautstärke entsprechend anzupassen, denn der AD7000W klingt selbst bei leisen Pegeln durchaus druckvoll. Bei lauteren Pegeln wird der Bass mit der Lautstärke angepasst.

AD7000W mit abgenommenem Frontgitter
 
Neben der Ansteuerung mittels Airplay, lässt sich der AD7000W auch über Aux-In betreiben, darüber hinaus ist er mit einer USB-Schnittstelle ausgestattet, die zum Laden eines Apple-Geräts dient, wobei das entsprechende Dock-Kabel jedoch nicht mitgeliefert wird. Theoretisch kann man auch über USB mit einem Iphone Musik hören, der Sinn bleibt mir dann eher verwehrt, und würde wohl nur für ältere nicht Airplayfähige Ipods oder einen Ipod Nano zutreffen, ansonsten besticht der Lautsprecher eben durch die komfortable Airplayanbindung.

Rückseite mit den kleinen Bassreflexöffnungen (sehr anfällig auf Fingerabdrücke wie man sieht)
Die erstmalige Airplay Einrichtung läuft völlig problemlos nach einem typischen Muster ab: Zuerst wird durch längeres Drücken der Wireless-Setup Taste ein adhoc Netzwerk des Lautsprechers erzwungen, mit welchem man sich dann vom Iphone, Ipad oder sonstigem Browser verbinden kann. Durch Aufruf von 192.168.1.1 gelangt man zur Hauptseite des Lautsprechers, wo man ihn umbennen kann, das eigene Wifi Netzwerk auswählen, Passwort eingeben oder gegebenfalls etwaige Firmwareupdates durchführen. Nach Anwahl des richtigen Netzwerks startet der Lautsprecher neu und bestätigt dies bei erfolgreicher Verbindung mit einem Piepston. Danach ist er als Airplayziel verfügbar und man kann sofort Musik hinstreamen. Der Lautsprecher ist dann mit seiner neuen vom DHCP zugewiesenen Ip-Adresse jederzeit vom Browser verfügbar und lässt sich neu konfigurieren, umbenennen etc.
Noch einfacher geschieht die Einrichtung mittels WPS, wobei ich keinen einfachen Zugang zu meinem Router habe um die entsprechende Taste zu drücken, weshalb ich die manuelle Konfiguration gewählt habe.

Nach dem Aus- und Einschalten benötigt der Lautsprecher immer einige Zeit (etwa 15-30 Sekunden), um sich erneut ins Wifi-Netzwerk einzuwählen. Ein Standbymodus ist leider nicht vorhanden. Entweder das Gerät ist dauernd in Betrieb, oder man schaltet es immer manuell aus und ein. Leider befinden sich die entsprechenden Tasten unverständlicherweise auf der Gehäuserückseite, so dass man meist etwas rumfummeln muss, um den richtigen Knopf zu erwischen, da die Lautstärketasten gleich neben der Powertaste zu liegen kommen, und man blind kaum feststellen kann, um welche Taste es sich eigentlich handelt. Schön wäre ein eigener Powersave-Modus gewesen, der außer des Funks alle Funktionen des Lautsprechers bei Nichtbetrieb ausschaltet, denn jedes mal eine halbe Minute warten zu müssen, bis man nach dem Einschalten endlich Musik hören kann, ist irgendwann lästig.
Abgesehen davon hat der AD7000W ein weiteres Problem, da er nach dem Ausschalten alle vorgenommenen Klangeinstellungen zurücksetzt. Hier bleibt nur die Hoffnung auf ein zukünfiges Softwareupdate von Philips, denn passt man den Lautsprecher nach seinem Geschmack mit der Fidelio-App entsprechend an, muss man dies nach einer Stromunterbrechung jedes mal von neuem tun.

Ich habe den AD7000W an einigen Standorten im Haus ausprobiert und war überrascht, wie gut er sich überall gemacht hat. Selbst in unserem großen Wohnzimmer war die Klangfülle für eine überzeugende Darbietung nach etwas EQ-Bearbeitung ausreichend. So ganz neutral eingestellt klang er doch etwas flau. In der Küche aufgestellt, musste der Bass hingegen etwas runtergefahren werden, im Bad habe ich auf den EQ komplett verzichtet und habe nur "Full Sound" aktiviert. Auf diese Art klingt der AD7000W sogar besser als ein Sonos Play:3, den ich während meines Tests auch im Bad ausprobieren wollte, aber wirklich einfügen wollte sich der Klang des Play:3 nicht, und war je nach Lautstärke entweder zu flach oder zu basslastig.
Bemerkenswert, dass der AD7000W bereits im unteren Lautstärkedrittel ein entsprechendes Lautstärkeniveau aufweist. Bei der Hälfte der Lautstärkeskala könnte es bereits zu laut sein. Selbst bei Lautstärken nahe des Maximums sind mir keinerlei Verzerrungen aufgefallen. Nur die hinteren Bassreflexöffnungen lassen dann beim genaueren Hinhören bereits Strömungsgeräusche erahnen. Parties wird man mit dem AD7000W zwar keine beschallten können, aber für den Alltag sollte die Leistung reichen.

Ernsthafte Probleme habe ich bisher mit dem AD7000W nicht festgestellt. Ab und zu vergisst er seinen Namen und benennt sich selbst um, aber dieses Problem hat auch ein anderer Airplay-Lautsprecher von Philips aus der Fidelio Serie, weshalb ich eher ein allgemeines Problem bei der Software vermute. Je nach Abstand bzw Verbindungsqualität zum Router sind durchaus kurze Unterbrechungen möglich, aber ich würde da Airplay allgemein als etwas anfällig sehen.
Mit iOS 4.3.3 war der Verbindungsaufbau zum Lautsprecher mittels der Fidelio-App noch relativ fehlerbehaftet, mit iOS5.1.1 hatte ich bisher kaum noch Probleme.

Fazit:
Ich kann den AD7000W wahrhaftig jedem empfehlen, der nicht gerade Highend erwartet. Der AD7000W liefert anständigen Klang zu einem günstigen Preis, vor allem wenn man das derzeitige Angebot von Conrad heranzieht. Ich habe schon viele teurere Lautsprecher ohne Airplay gehört, die um vieles schlechter geklungen haben.
Einem Multiroomsystem, ausgestattet mit mehreren AD7000W für gelegentliches Hören steht nichts im Weg, wäre da nicht der permanente Stromverbrauch, falls man die Lautsprecher sofort einsatzbereit haben will. Aber selbst Sonos ist da eher nachlässig und bietet bei deren Komponenten keinen echten Standbymodus an.
Von mir auf jeden Fall eine glatte 1 minus!

+ günstig
+ neutrales kompaktes Design
+ anständiger Klang, je nach Geschmack und Standort mit einer App anpassbar
+ klingt leise und laut gut, keine hörbaren Verzerrungen
+ problemlose Einrichtung und Bedienung

- kann unter Umständen "billig" wirken
- alle Bedienelemente auf der Rückseite
- kein Standbymodus
- vergisst nach dem Ausschalten alle Klangeinstellungen
- Airplay Implementation etwas instabil

Tuesday, April 3, 2012

Kampf der Wireless-Lautsprecher: Parrot Zikmu vs. Philips Soundsphere

Wireless Lautsprecher haben einen großen Vorteil: Kein Kabelgewirr, oder wenig Kabelgewirr, je nach dem...
Sowohl die Zikmu von Parrot als auch die Soundsphere von Philips bestechen durch ihr ungewöhnliches und wie ich finde ansprechendes Design, das sich perfekt in ein modern eingerichtetes Interieur integrieren lässt, im Gegensatz zu vielen gewöhnlichen Lautsprecherkisten.
Beide Lautsprechertypen sind trotz der kompakten Größe zu beeindruckend vollem Klang fähig, und beide Lautsprecher ermöglichen den Empfang von Musik ohne weitere Kabel, wobei beide Hersteller unterschiedliche Ansätze verfolgen.

Die Zikmu von Parrot, die ich bereits früher kurz testen konnte, bieten eine Vielfalt an Anbindungsmöglichkeiten. Neben dem eingebauten Dock, können sie auch per Bluetooth Musik empfangen, aber die interessantere Möglichkeit ist die Anbindung an das bestehende Wifi-Netzwerk, und die Steuerung der Lautsprecher per Upnp. Zu den Besonderheiten der Zikmu zählt, dass es sich um vollständig voneinander unabhängige Lautsprecher handelt, die keine Kabelverbindung untereinander benötigen. Die Zikmu lassen sich nach korrekter Konfiguration im Wifi-Netzwerk mittels Browser, diversen Apps oder sonstigen Upnp-fähigen Geräten fernsteuern. Die Klangabstrahlung ist durch die beidseitig angeordneten NXT-Flachmembranen sowie den downfiring Tieftöner mit 360° besonders weit und erlaubt dadurch eine riesige Hörzone. 4 unterschiedliche Farben ermöglichen außerdem die perfekte Abstimmung mit der eigenen Einrichtung.

Die Philips Soundsphere DS9800 sind von den Streamingmöglichkeiten viel eingeschränkter, da es sich vorwiegend um Airplay-Lautsprecher handelt, die auf Apple's proprietärer wireless-Technologie beruhen. Außerdem benötigen die Soundsphere untereinander eine Kabelverbindung, da nur einer der Lautsprecher als Master all die Elektronik beinhaltet, der andere hingegen nur als Slave angestöpselt wird.
Während die Zikmu auch völlig ohne Wifi-Netz dank des eingebauten Apple-Docks bzw der Möglichkeit des Streamings über Bluetooth nutzbar sind, benötigen die Soundsphere ein bestehendes Wifi-Netzwerk, damit sie von Apple-Geräten als Airplay Klangziel gewählt werden können. Airplay funktioniert jedoch nur von Wifi-fähigen Apple-Geräten, und da auch erst ab iOS-Version 4.3.


Die Soundsphere sind zwar zusätzlich mit einem analogen Eingang via 3,5mm Klinke ausgestattet, aber sie verhalten sich dann wie ganz normale Aktivlautsprecher, der "Wirelesseffekt" geht dann völlig verloren. Der mitgelieferte Appledock dient nur zum Laden von Apple-Geräten wie Iphone oder Ipad und bietet leider keinerlei zusätzliche Streamingfunktion. So können mit den Soundsphere ältere Apple-Player wie z.B. ein Ipod Classic nicht genutzt werden, ohne eine Verkabelung per Aux-In, was durch die zusätzlichen digital/analog Wandlungen natürlich zu weiteren Klangverlusten führt.
Während das Gehäuse der Zikmu aus billigstem Plastik besteht und die Lautsprecher selbst auch überraschend leicht sind, werden die Soundsphere angeblich aus massivem Holz (nicht MDF) gefertigt und dann aufwändig in mehreren Schichten mit Klavierlack überzogen. Leider sind die Soundsphere bisher nur in schwarz erhältlich, außer einer streng limitierten holzfarbenen Version. Es Bleibt zu  hoffen, dass Philips sich doch noch irgendwann dazu aufrafft weitere Farben anzubieten. 

Rein technisch gesehen, handelt es sich bei den Zikmus um die weit anspruchsvollere Lösung, da die Lautsprecher sowohl im Netzwerk auf etwaige DLNA-konforme Medienserver zugreifen können, als dass sie auch selbst einen Medienserver darstellen, sobald ein Apple-Gerät angedockt ist. Auch kann von einem Rechner dank eigens installiertem Treiber direkt über Wifi zu den Zikmu gestreamt werden.
Sehr schön empfinde ich die Steuerungsmöglichkeit über einen Webbrowser, sodass man nicht auf Apple-Geräte angewiesen ist. Die Tücke liegt hier leider im Detail, bzw wie sie von Parrot umgesetzt wurde. Die Soft- bzw. Firmware scheint sehr anfällig auf Fehler zu sein. Die Lautsprecher ignorieren oft Upnp-Steuerungsbefehle, wie Titelwechsel und ähnliches, oder sie machen sich vollkommen selbständig und springen von Titel zu Titel, bis der letzte erreicht wird. Auch das Streaming vom Computer klappte in meinem Fall nicht überzeugend, da von beiden Rechnern die Musik nur mit Störungen wiedergegeben wurde. Das Streaming von meinen beiden Rechnern endete mit exakt dem selben Ergebnis, das ich versucht habe hier mit einem Iphone aufzunehmen.
Aber ebenso das direkte Streaming von einem NAS war nicht unterbrechungsfrei hinzubekommen. Sobald ich versucht habe MP3-Dateien mit einer höheren Bitrate (in diesem Fall 320Kbit) von den Zikmu abzuspielen, hörte man wiederholt kurze Unterbrechungen. In diesem Beispiel ist schon am Anfang bei 0:13 ein kleines Sync-Problem bemerkbar, 2 weitere deutliche Pausen sind bei 1:25 und 5:09 zu hören.


Obwohl ich versucht habe die Zikmu umzustellen, die Entfernung zum Router zu verkürzen usw, gab es immer wieder während der Wiedergabe kurze Aussetzer, manchmal sogar bei der einfachen Wiedergabe von einem gedockten Iphone, die bei dieser Aufnahme von leisen Knacksern im Hintergrund begleitet wird. All das und die Tatsache, dass die Lautsprecher mehrmals keinen Ton mehr von sich gaben und dann meistens ein Reset notwendig war, machten das Wirelessvergnügen eher zu einem Frusterlebnis.

Doch auch die Soundsphere von Philips sind nicht ganz ohne Probleme. Ob es an Apple's Airplay-Technologie liegt, oder an deren Implementation von Philips kann ich nicht sagen, aber manchmal bleiben die Lautsprecher nach Anwahl als Airplay-Ziel stumm, oder die Wiedergabe wird kurz nach dem Start wieder gestoppt. Meistens genügt es, ein anderes Wiedergabeziel zu wählen und anschließend wieder zu den Soundsphere zu wechseln, andere Male muss man die Lautsprecher neu starten. Kurze Unterbrechungen können auch mit Airplay passieren, wobei es da eher seltener auftritt und nicht an hohe Bitraten gekoppelt zu sein scheint, da bei Apple's Airplay der Stream angeblich sowieso auf CD-Qualität hochgerechnet wird, unabhängig vom Ausgangsmaterial. Eine Aufnahme als Apple Lossless, wird über Airplay bei den Soundsphere auch als solche ankommen, und wird nicht extra umcodiert bzw. von der Bitrate reduziert.



Klanglich sind zwischen beiden Lautsprechern enorme Unterschiede. Hatte ich schon bei meinem ersten Test vor einem Jahr den Eindruck, als würden die Zikmu höhere Frequenzen krass beschneiden, bestätigte sich diese Vermutung beim direkten Vergleich mit den Soundsphere mehr als deutlich. Die Soundsphere klingen runder, natürlicher und viel klarer als die Zikmu. Vor allem bei niedrigen Lautstärken ist der Klang der Zikmu dumpf, detaillos und breeig. Dumpfe Aufnahmen klingen auf den Zikmu noch dumpfer, wo sie auf den Soundsphere dennoch einen natürlichen Eindruck hinterlassen, vermutlich auch aufgrund des frei montierten Hochtöners, der eine relativ breite Streuung ermöglicht.


Rein vom Volumen und von der Basswiedergabe sind beide Lautsprecher vergleichbar. Beide Hersteller geben die Verstärkerleistung mit jeweils 2x50 Watt an. Die Zikmu sind nicht ganz so kritisch bei der Aufstellung, da sich der Bass dank der nach unten gerichteten Abstrahlung gleichmäßiger ausbreiten kann. Die Soundsphere haben hinten eine Bassreflexöffnung, die erst wirklich zu tragen kommt, wenn man die Lautsprecher näher an eine Wand stellt. Ganz frei aufgestellt können sie sogar etwas dünn klingen. Ich hatte die Soundsphere zu Anfang kurz im Büro aufgebaut und war überrascht, wie trivial sie eigentlich geklungen haben. Mein Bose Soundlink hatte im Bassbereich bei niedrigen Lautstärken viel mehr Volumen und Durchsetzungskraft, wobei er gleichzeitig auch deutlich dumpfer geklungen hat. Erst die wandnahe Aufstellung zuhause hat dann das volle Potential der Soundsphere demonstriert. Auch bekommen sie mit aktivem "Full Sound", das sich per Fidelio App kontrollieren lässt, einen zusätzlichen Kick im Bassbereich, der mir persönlich mehr zusagt. Perfekt abgemischte und gemasterte Aufnahmen wie z.B. von Fourplay haben auf den Soundsphere so ihre volle Wirkung entfalten können. Ich habe plötzlich Details gehört, die mir schon lange verborgen waren. Obwohl der Klang der Soundsphere etwas weniger räumlich ist, als der von den Zikmu, da diese doch erheblich weiter und auch rückwärtig abstrahlen, sind die Soundsphere bei entsprechend breiter Aufstellung jedem integrierten Appledock haushoch überlegen, da jene Einzellautsprecher kaum eine Stereoabbildung ermöglichen. Mir fehlt zwar der direkte Vergleich zu dem vielfach gelobten B&W Zeppelin Air, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass die Soundsphere diesen alleine aufgrund der Stereoabbildung an die Wand spielen sollten.
Nach wie vor werden leider viel zu viele Dockingstations als "Mono"-Lautsprecher verkauft. Obwohl Soundsysteme wie JBL OnBeat Xtreme, Harman Kardon go+play einen beeindruckend erwachsenen Klang zaubern können, fehlt ihnen jegliche Stereoabbildung, außer man drückt die Nase direkt ans Gehäuse.

Bleibt die finanzielle Frage. Die Zikmu sind nach wie vor mit ca 1200-1300,- deutlich überteuert. Mittlerweile findet man zwar auch Händler, die sie unter UVP anbieten, so wie ich meine um 800 Euro bekommen habe. Die Philips Soundsphere kosten etwa das selbe, wobei ein Händler in Holland sie sogar um unter 600 Euro anbietet. Ein Zeppelin Air kostet auch nicht viel weniger, weshalb meiner Meinung nach die Soundsphere als reine Airplay-Lösung auf jeden Fall klanglich die weit bessere Wahl wären.

Die Parrot Zikmu habe ich inzwischen bereits zurückgeschickt, da sie im direkten Vergleich mit den Soundsphere vor allem klanglich den Kürzeren gezogen haben. Zwar waren die Streamingfeatures der Zikmu interessanter und weitreichender, aber nichts davon funktionierte so wirklich überzeugend. Jedes mal war ein Reset notwendig, wenn plötzlich die Lautsprecher ohne ersichtlichen Grund stumm blieben.

Ich überlege nach wie vor, ob ich die Soundsphere tatsächlich behalten werde, da mich eine vollkommen kabellose Lösung ähnlich der Zikmu wegen der flexibleren Aufstellungsmöglichkeiten mehr gereizt hätte. Die Zikmu haben bei völlig freier Aufstellung im Garten noch in 20m Entfernung voneinander ohne Protest gespielt (im Bild ist der zweite Lautsprecher mit einem Pfeil markiert.)
Auf diese Art ließe sich ohne großen Aufwand durchaus eine größere Gartenparty veranstalten: In jedes Garteneck einen Zikmu aufgestellt, und die so erzeugte Stereobühne beeindruckt mit Sicherheit sogar die Nachbarn.

Ich habe demnächst vor die Soundsphere gegen das neue wireless System your_World von Canton antreten zu lassen. Und vielleicht habe ich auch die Möglichkeit des direkten Vergleichs mit den Monster Clarity HD Model One. Bis dahin stay tuned!

Thursday, November 24, 2011

Ist die Zukunft wireless? Gedanken zum stressfreien wireless-Streaming

Die Anforderungen an ein gutes Wireless-System sind für mich eine komfortable und intuitive Möglichkeit von überall zuhause auf meine gesamte Musiksammlung im Netzwerk zugreifen zu können und diese wo immer ich zuhause will abzuspielen. Darüber hinaus bieten sich natürlich auch Radiosender an wie auch andere zusätzliche Musikdienste, die jedoch im Normalfall eines kostenpflichtigen Abos benötigen.

Ich habe mich immer schon für das Sonos-System interessiert, doch mit der Entwicklung des Iphones war mir irgendwann nicht mehr klar, welche Vorteile mir das Sonos-System gegenüber meinem jetzigen Setup bieten würde. Bereits jetzt kann ich per Iphone oder Ipad auf meine komplette Musikbibliothek (etwa 1/2TB), die sich auf einem NAS befindet, zugreifen. Auch Radiosender sind fürs Iphone kein Problem, die App TuneIn ist da besonders komfortabel und schlägt einem auch Radiosender vor, indem es die am Iphone gespeicherte Itunes-Library durchforstet und mit den Playlists der Radiosender vergleicht. Diese Musik kann ich dann per Airplay an jeden Airplay-fähigen Lautsprecher oder auch eine Airport-Express weiterstreamen, an der wiederum ein Aktivlautsprecher oder ein Verstärker angeschlossen ist.
 
Oder ich mache es auf die altmodischere Art und Weise per Bluetooth und trage dann z.B. den Soundlink oder die Jambox dort hin wo ich sie gerade brauche. In die Garderobe, ins Bad oder auch mal aufs WC, damit das Sch... mit dem richtigen Titel leichter fällt. Bin ich wieder im Wohnzimmer, kann ich die Musik auch über die Airport-Express an meine Hauptanlage "weiterleiten", mit einem kleinen Aussetzer natürlich.


Bluetooth funktioniert im Grunde genommen für wireless Streaming sehr gut, wenn die Qualität des Streams, die die Quelle unterstützt auch gut genug ist. Im Normalfall ist der Qualitätsabfall kaum bemerkbar und zum nebenher Hören durchaus genügend. Probleme mit Bluetooth sind die eher beschränkte Reichweite, sowie die umständliche Paarung. Es reicht oftmals aus, dass man das Iphone mit der Hand verdeckt und schon bricht der Stream ab. Auch kann man einen Bluetoothlautsprecher nicht einfach anstreamen, wenn ein anderes Gerät bereits damit gepaart ist. Man müsste die vorherige Verbindung am anderen Gerät lösen, damit sich der Lautsprecher mit dem neuen Gerät verbindet.

Apple's Airplay ist die "Luxusvariante" und wird immer verbreiteter. Es gibt bereits dutzende Airplay-fähige Lautsprecher am Markt, und es kommen wöchtenlich neue dazu. Das Problem bei Airplay ist, dass es ein Apple-gebundenes System ist, und man es mit Geräten von anderen Herstellern eigentlich nicht nutzen kann. Angeblich gibt es jedoch für Android eigene Apps, die Airplay auch da freischalten, ich habe mich damit jedenfalls noch nicht so genau beschäftigt. Das Nokia meiner Frau kann natürlich mit Airplay nichts anfangen, es könnte jedoch jeden Bluetoothlautsprecher zuhause ohne Probleme anstreamen.
Airplay hat aber auch andere Tücken. Die Latenz ist ziemlich hoch, teilweise 1-2 Sekunden. Man drückt auf Play und es tut sich erstmal gar nichts, sodass man aus Gewohnheit wieder auf Play drückt, man aber inzwischen eigentlich auf Pause gedrückt hat, nachdem der Stream kurz darauf zu hören war und wieder gestoppt wurde. 1-2 Sekunden klingen eigentlich nicht nach viel, aber sie fühlen sich verdammt lang an. Lautstärkeänderungen mit 2 Sekunden Verspätung sind unzumutbar, auch Titelwechsel, wenn sie erst nach 2 Sekunden stattfinden. Des weiteren bricht der Stream bei Airplay manchmal ab. Es passiert nicht oft, aber doch manchmal. Mein Wireless-Netzwerk läuft über einen 450Mbit Router auf 2 unterschiedlichen Frequenzbändern. Die meisten Geräte hängen im 2,4Ghz Netz, die Airport Express hingegen im 5Ghz Netz, das von den anderen Geräten weitgehend frei ist. Trotzdem kommt es zu besagten Abbrüchen, was einen frustlosen Musikgenuss eher frustrierend macht.
Man kann zwar mit Airplay auch mehrere Lautsprecher gleichzeitig ansteuern, sogar 2 zu einem Stereosystem verlinken, dies ist jedoch nur direkt vom Computer aus über Itunes möglich. Es gibt sehr wohl Programme wie z.B. Airfoil, die die Nutzung von Airplay auch vollkommen ohne Itunes erlauben, aber das Streamen zu 2 Airplaylautsprechern gleichzeitig ist unverständlicherweise weder vom Iphone noch vom Ipad möglich.

Im Gegensatz dazu baut das Sonos-System ein komplett eigenes wireless-Netzwerk fürs Musikstreaming auf, um mit dem eigentlichen Netzwerk keine Datenstaus zu erzeugen. Auch fungieren einzelne Sonos-Lautsprecher als Repeater und bringen das Wireless-Signal entsprechend weiter, wo sonst kaum noch Empfang wäre. Beim Sonos-System würde ich aber pro Raum mindestens einen Lautsprecher benötigen, wo mir mit meinem jetzigen Setup hingegen nur ein einziger akkubetriebener reicht, den ich eben dort hin trage wo ich ihn gerade brauche, solange er klein und leicht genug ist. Der Soundlink wäre eigentlich der perfekte Kandidat, jedoch empfinde ich seinen Sound eher draussen als angenehm, drinnen wirkt er zu muffig und dumpf, außerdem stört zum dauernden Rumtragen das runterhängende Cover, das dann eher im Weg ist, als dass es nützt. Einen wirklich guten universell einsetzbaren Bluetoothlautsprecher, der klein genug wäre, um ihn schnell mal da oder dort hinzustellen, gibt es leider nach wie vor nicht. Die Jambox wäre da noch der beste Kanditat, wobei diese natürlich auch schnell an ihre Grenzen kommt, für kleine Räume, Küche, Bad etc. aber vollkommen ausreichen sollte.

Leider beginnen die ersten Probleme bereits beim Streaming vom NAS zum Iphone. Die Apps, die dies erlauben sind zwar zahlreich vorhanden, aber keine ist wirklich perfekt, es gibt immer wieder Streamingabbrüche, Abstürze etc.
Bisher habe ich für diesen Zweck immer PlugPlayer verwendet. Dabei handelt es sich um einen Upnp-Player, der einen Medienserver benötigt, um Mediendateien abspielen zu können. Da auf meinem NAS Twonkymedia als Medienserver läuft, kann PlugPlayer schön darauf zugreifen. Leider sind die Konfigrationsmöglichkeiten von Twonkymedia etwas beschränkt. Meine ID3-Tags sind oft etwas durcheinander gewürfelt, deshalb bevorzuge ich eher die Musiksuche nach Ordnern. So kann zwar Twonkymedia meine Musik auch in Ordnerform an PlugPlayer weitergeben, aber die Titel eines Albums werden dann alphabetisch sortiert angezeigt und abgespielt und nicht nach Titelnummern, um das zu erreichen, hätte ich meine Musiksuche eben per ID3-Tags starten sollen.  Ein weiteres Feature von PlugPlayer ist, dass ich auch andere Upnp-fähige Geräte damit ansteuern kann. In meinem Fall wäre das ein WDTV, ein Medienplayer den ich z.B. ebenso an eine Anlage sogar per optischen Digitalausgang anschließen könnte. Doch auch hier scheitert es eher an PlugPlayer bzw. der Umsetzung, wie auf die eigenen Medien zugegriffen wird, wie komfortabel die Titelansicht ist etc. aber vor allem wie stabil die Applikation wirklich läuft. Mit dem neuesten Update von PlugPlayer stürzt die App bei vielen Titeln einfach komplett ab, ist also kaum noch benutzbar. Ich hoffe, dass hier bald ein Update kommt, dass das Problem beheben wird. Trotzdem nutze ich Plugplayer eher ungern, da ich trotz Ordneransicht, nie die ursprüngliche Titelreihenfolge eines Albums erhalte.

Um etwas einfacher zu meiner Musik und vor allem auch in der richtigen Reihenfolge zu kommen, experimentiere ich seit kurzer Zeit mit der App Aceplayer. Es handelt sich dabei eigentlich um einen universellen Medienplayer, der vor allem für Videowiedergabe gedacht ist. Das tolle an Aceplayer ist, dass er nicht nur auf die vom Medienserver bereitgestellten Dateien zugreifen kann, sondern auch ganz normal auf Samba-Netzwerkfreigaben und nebenbei auch etwaige FTP-Server. Ich kann so direkt meine originale Ordnerstruktur am NAS durchforsten, nach Datum, Größe, Namen sortieren und dann einzelne Dateien eines Ordners abspielen, diese sogar lokal aufs Iphone oder Ipad runterladen für eine spätere Wiedergabe etc.
Doch leider ist auch Aceplayer nicht perfekt. Cover werden z.B. gar nicht angezeigt. Auch aktiviert sich der Screenlock nicht von selbst, was für Videowiedergabe durchaus von Vorteil ist, aber bei Musikwiedergabe zu schnell den Akku leersaugt.
Man kann mit Aceplayer keine Netzwerk-Playlisten erstellen. Es werden immer nur alle Dateien eines Ordners der Reihe nach abgespielt, man kann auch während der Wiedergabe nicht zu einem anderen Ordner wechseln, ohne dass die Wiedergabe stoppt, und vor allem gibt es auch da einige Instabilitäten: Manche Dateien wollen gar nicht abgespielt werden, sie stocken bereits beim Buffering, Ogg-Dateien werden gerne übersprungen, oder Aceplayer bleibt beim Start aus dem Hintergrund stumm und muss vorher gekillt und komplett neu gestartet werden, wobei man dann natürlich mit der Ordnersuche wieder von ganz oben beginnen muss. Aceplayer ist noch relativ jung und einige Fehler der Vorgängerversion wurden mit dem letzten Update bereits behoben. Ich habe den Programmierer schon einige male mit Vorschlägen kontaktiert und ich hoffe, dass die App mit der Zeit zu einem ernsthaften Tool reifen wird.

Ein ganz anderer Ansatz wäre Apple's iCloud, bei dem die eigene Musik zuhause völlig obsolet wird, da sie nun auf virtuellen Servern irgendwo im Himmel gespeichert ist. Apple will zusätzlich mit Itunes-match die Möglichkeit anbieten, die eigene Ituneslibrary mit Apple's eigenen Servern abzugleichen, und falls vorhanden (egal ob bei Itunes gekauft, oder wo anders) mit einer hohen Bitrate zum Streaming auf allen eigenen Apple-Geräten zur Verfügung zu stellen. Leider gibts dieses Wunder noch nicht im deutschsprachigen Raum, und ob es wirklich kommt ist eher fraglich, aber auch andere (Amazon, Google...) bieten ähnliche Cloud-Lösungen bereits an. Voraussetzung hier natürlich ist ein Internetanschluss mit hoher Bandbreite, da ich die Musik ja quasi immer online streamen muss.

Wie man sieht, gibt es bisher fürs Iphone, obwohl technisch durchaus möglich, noch keine wirklich befriedigende Lösung, um Musik im Netzwerk komfortabel und vor allem ohne Fehler, Abbrüche oder sonstigem abspielen zu können. Für jegliche andere App-Vorschläge oder Lösungsansätze bin ich natürlich offen.
Man könnte zwar auch Itunes mit dem Iphone fernsteuern und dieses auf die gesamte Musiksammlung zugreifen lassen, aber dazu müsste der Computer auch dauernd laufen, außerdem ist Itunes bei großen Musiksammlungen, die noch dazu im Netzwerk sind, komplett zum vergessen. Da käme also das Sonos-System ins Spiel, das angeblich darauf optimiert ist auf große Musiksammlungen zugreifen zu können. Sonos wäre eigentlich auch strikt ID3-Tag basiert, bietet aber auch die Möglichkeit direkt nach Ordnern Musik zu suchen und abzuspielen. Das Problem an ID3-Tags ist, dass viele Künstler redunant gelistet werden. Wo für mich alles von Nils Landgren in einem Ordner landen würde, findet sich dieser bei den ID3-Tags einmal als Nils Landgren, dann wieder als Nils Landgren Funk Unit, oder Nils Landgren and Joe Sample, bzw. Nils Landgren featuring Sonstwen. Um alle Titel umzutaggen, dazu habe ich nicht die Geduld, aus dem Grund ist für rmich die Musiksuche nach Ordnern nach wie vor die komfortabelste Lösung und wird von Sonos gottseidank auch unterstützt.

Wenn ich mir so über den Sinn oder Unsinn vom Sonos-System den Kopf zerbreche, stehen 2 Fragen für mich offen: Wie gut und komfortabel ist die Bedienung der App wirklich, und vor allem wie gut klingt das System überhaupt? Sonos bietet inzwischen 2 verschiedene eigene Wireless-Lautsprecher an. Der große Play:5 ist logischerweise der ernstzunehmendere von beiden, spricht mich jedoch designtechnisch überhaupt nicht an. Der komische Fuß auf dem er steht, genauso wie die breite Front und die etwas unausgewogenen Proportionen, treffen meinen Geschmack überhaupt nicht. Da finde ich den Play:3 schon deutlich eleganter, auch wenn er klanglich sicher nicht mit dem großen Bruder mithalten kann. Aber beim kleinen Play:3 hätte ich auch keine Scheu den exponiert im Wohnzimmer hinzustellen, da er einerseits optisch einiges hergibt, andererseits auch klein und kompakt genug ist, um nicht allzusehr aufzufallen. Dass geringe Größe nicht unbedingt ein Manko sein muss, hat Audyssey mit dem South Of Market Audiodock bestens bewiesen. Dieser Lautsprecher ist insgesamt vielleicht nur eine Spur größer als der kleine Play:3, jedoch kommt aus dem Audyssey ein Sound raus, der so mancher Standbox Konkurrenz macht.

Ganz verstehe ich auch nicht, warum Sonos keine weiteren wirklich ernsthaften Lautsprecher anbietet. Der große Vorteil vom Sonos System ist der modulare Aufbau. Ich kann das System jederzeit mit weiteren Lautsprechern erweitern, kann alle getrennt ansteuern, oder auch gleichzeitig, oder ganz einfach zu einem Stereosystem kombinieren. Warum Sonos jedoch nicht weitergedacht hat und nicht auch ein komplettes 5.1 Wireless-System erlaubt, bleibt mir ein Rästel. Ich stelle mir da als weitere alternative Lautsprecher etwas schlankes und hohes ähnlich der Tangent Evo-Modelle vor, in weiss hochglanz z.B. Natürlich könnte ich auch einen Zoneplayer ZP120 nehmen, und da jegliche Lautsprecher die ich nur will anschließen, aber dann ist ja auch der Wireless-Gag futsch. Ich muss vom Zoneplayer erst recht wieder Kabel zu den Lautsprechern ziehen. Viel schöner wäre es doch, wenn beide Lautsprecher aktiv und wireless wären und nur noch einen Stromanschluss benötigen würden. Auf die Art wäre die Aufstellung auch um einiges flexibler. Ich denke da an etwas den Zikmu von Parrot ähnliches, die ich auch schon mal zuhause zum Testen hatte und bei Gelegenheit auch sicher darüber berichten werde. Die Parrots waren technisch wirklich einmalig, da sie außer Bluetoothstreaming auch Streaming über Wifi erlaubten und sogar mit einem integrierter Ipod-Dock ausgestattet waren, außerdem ein echter Hingucker, der Nachteil hier war leider der etwas unausgewogene Klang bei einem zu hohen Preis sowie einige Instabilitäten, Streamingabbrüche, Knackser aber auch völlige Abstürze, die jedes mal eines Resets bedurften.


Aber was nützt nun die Nörgelei, wenn im Moment Sonos sowieso nur diese 2 kleinen Lautsprechermodelle anbietet? Ich jedenfalls habe mich entschieden, den Play:3 auszuprobieren, denn dieser wird von Sonos bis Ende dieses Jahres im Bundle mit einer Bridge als Starterset um 299 angeboten. Man spart sich somit etwa 50 Euro, die man sonst für die Bridge extra hätte zahlen müssen. Trotz der geringen Größe sollte der Play:3 natürlich ein gewisses klangliches Fundament bieten. Die technischen Daten lesen sich vielversprechend, und der zusätzliche Passivradiator sollte auch unten rum genügend Druck erzeugen können. Die direkten Vergleichsmodelle werden in meinem Fall der bereits erwähnte Audyssey sein, aber auch ein Bose Soundock portable oder sogar der kleine Soundlink, obwohl sie mit dem Sonos-System rein gar nichts zu tun haben. Mir geht es bei dem Vergleich aber rein um den klanglichen Aspekt: Welche klanglichen Kompromisse muss man bei einem derart kompakten Lautsprecher wie dem Play:3 machen? Kann er einen ähnlich vollen Klang liefern wie der Audyssey? Klingt er schlechter als der Bose Sounddock, oder sogar besser? Wie macht er sich bei hohen, wie bei leisen Lautstärken? Obwohl Sonos eigentlich keine Lautsprecherfirma im herkömmlichen Sinn ist, so besteht das Team angeblich aus ehemaligen Velodyne und Boston Acoustics Ingenieuren, weshalb die Lautsprecher von Sonos durchaus was auf dem Kasten haben sollten.

Der Review zum Sonos-System sowie insbesondere dem Play:3 folgen demnächst, also stay tuned!