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Monday, July 2, 2012

Review: Philips Shoqbox SB7300 - Mehr Schein als Sein?


Die Anküdigung der neuen Philips Shoqboxen klang nach ernstzunehmenden Konkurrenten für Jambox, FoxL, und vielleicht auch dem Bose Soundlink. Besserer Sound bei kleinerem Formfaktor? Selbst Philips wirbt mit "Big sound, shockingly clear, room filling sound and deep bass". Die Erwartungen waren dementsprechend hoch, um bei einem ersten kurzen Test schnell wieder enttäuscht zu werden.


Ich hatte die Gelegenheit eines der Exemplare testen zu dürfen. Ich entschied mich für den SB7300, der im Vergleich zum SB7200 über 4 statt 2 Lautsprecher und einen zusätzlichen Passivradiator verfügt und außerdem 12 Watt Leistung bieten soll. Technische Daten sind jedoch nicht alles, also musste ein Vergleich und Soundcheck mit den direkten Konkurrenten Jambox und FoxL her, um mit echten Qualitäten zu überzeugen.

Der SB7300 ist im Gegensatz zum SB7200 nicht derart robust gebaut und scheint auch nicht spritzwassergeschützt zu sein, sieht aber "normaler" aus und würde sich optisch sogar in einem Regal im Wohnzimmer gut machen. Die Materialien wirken hochwertig, die silberfarbenen Teile sind aus Aluminium, das Gitter scheint aus Metall zu sein, und gibt beim Zusammendrücken auch kaum nach. Die einzigen Teile aus Plastik sind die Klappe an der Unterseite, die den Micro-USB Anschluss schützt, sowie der Motionsensor an der Oberseite, der noch dazu glatt ist und bei intensivem Gebrauch vermutlich auch rasch zerkratzt. Warum Philips beide Versionen mit akustisch unterschiedlichem Innenleben anbietet, bleibt ein Rätsel. Mir wäre eine stossfeste Version, jedoch mit mehr Power lieber. Der SB7300 verfügt auch nicht über die Möglichkeit einen Karabiner zum Transport anzuhängen. Für die Hosentasche ist er bereits zu groß.

 
Hübsch der blaue LED-Kranz um die Powertaste, der erleuchtet, wenn die Taste zum Einschalten rausfährt. Die Taste selbst fungiert gleichzeitig als Lautstärkeregler, der endlos ausgeführt ist, man dreht im Uhrzeigersinn um lauter zu machen, und umgekehrt. Die Taste hat auch etwas Spiel, denn schiebt man sie zum Ausschalten wieder hinein, drückt jedoch nicht genau mittig, hinterlässt das ganze einen eher kratzenden Eindruck.


Hinter der Kappe an der Unterseite befindet sich eine Micro-USB Buchse zum Laden. Das Kabel ist leider nicht fix integriert, wie beim SB7200. Geladen wird der SB7300 entweder mit dem mitgelieferten Netzgerät, das 2A bei 5V liefert, oder von einem normalen USB-Anschluss aus, wobei ein spezial-Kabel mit 2 USB-Anschlüssen an der Gegenseite beigelegt ist, die man beide gleichzeitg anschließen muss, im Falle dass die USB-Buchse nicht genug Ladestrom liefert. Ich habe es dennoch mit einem einzelnen Kabel an meinem Standrechner ausprobiert und der Lautsprecher schien auch geladen zu werden, was er durch ein kleines rot-blinkendes und kaum erkennbares Licht signalisiert, wenn auch vermutlich etwas länger als mit 2 Kabeln gleichzeitig.

Nach dem Einschalten ertönt ein nerviger Dreiklang, den man auch nicht ausschalten kann, und wenn der Lautsprecher noch mit keiner Bluetoothquelle gepaart wurde, meldet kurz darauf eine Stimme, dass der Lautsprecher paarungsbereit sei. Hier hat sich Philips offenbar von Jawbone inspirieren lassen. Für mich völlig unverständlich, da mich die ganzen Töne und Ansagen schon bei der Jambox extrem genervt haben.
Ein weiterer Hinweis, dass Philips etwas zu stark von der Jambox beeinflusst zu sein schien, zeigt sogar eine Philips-eigene online FAQ, wo man in der Bluetooth-Geräteliste die Jambox ganz oben erkennt:


Ich habe nichts gegen Plagiate, Kopien usw, wenn diese besser als das Original sind. Im Falle von Philips jedoch, zeigt der SB7300 in keinster Weise eine Verbesserung gegenüber Jambox oder FoxL. Der SB7300 ist bereits doppelt so groß als die Jambox und wiegt mit 500 Gramm auch doppelt so viel. Vom Bruttovolumen ausgehend hat die Jambox 0.35 Liter, der SB7300 hingegen mehr als 0.7 Liter.

 
Der FoxL ist sogar entsprechend kleiner, da ihm die eckige Drahthülle der Jambox rundherum fehlt.


Der SB7300 ist mit 4 eigenen Lautsprechern ausgestattet, die Dipol-artig zu beiden Seiten hin abstrahlen. Auf einer Unterseite ist hinter dem Gitter ein schmaler länglicher Passivradiator zu erkennen. Durch die beidseitige Abstrahlung ist der Klang vom SB7300 auch relativ weitläuftig. Man hat sowohl von hinten als auch vorne den selben Klangeindruck, Stereobild oder ähnliches ist jedoch kaum erahnbar, selbst nicht mit der Nase ans Gitter gepresst.
Auf die Größe bezogen, ist der Klang des SB7300 enttäuschend, insbesondere im direkten Vergleich zum FoxL. Er klingt bei normalen Lautstärken dünner und topfiger. Der FoxL hat einen volleren Bass und klingt insgesamt ausgewogener und edler. Der Klang vom SB7300 erinnert eher an einen Radiowecker, während der FoxL nichts von jenem Charakter innehat. Er klingt leise gespielt zwar dünn, aber nie billig. Ich wurde wieder mal überrascht, wie gut der FoxL in Wahrheit klingt, auch wenn ihm im Bassbereich etwas Power fehlt, ist der Klang dennoch in sich geschlossen und angenehm. Der SB7300 ist dagegen relativ dominant im Höhen/Mittenbereich, ohne dass er dies durch stärkeren Bass wettmacht, dadurch wirkt der Klang beinahe etwas aufdringlich. Der Bass vom SB7300 scheint tiefer abgestimmt als beim FoxL, geht aber auf die Art auch sehr schnell unter, da er nicht präsent genug ist. Obwohl der Passivradiator das gesamte Gehäuse zum Vibrieren anregt, ist mir eine derart starke Vibration wie bei der Jambox oder beim FoxL nicht aufgefallen. Die Jambox tendiert bei hohen Lautstärken auf glatten Unterlagen zum Rumwandern, beim SB7300 war dies nicht der Fall.

Zugutehalten muss man Philips, dass der SB7300 um einiges lauter spielen kann als FoxL und Jambox. Er kann wirklich Lärm machen, ich würde sagen, er spielt in etwa doppelt so laut wie die Jambox, klingt aber bei hohen Lautstärken auch nicht wirklich besser, oder "fetter". Bei maximaler Lautstärke und basslastigen Mixes fängt auch der SB7300 an deutlich zu verzerren, dazu gesellt sich auch ein Brummen des Passivradiators, der tiefe Frequenzen nicht mehr sauber wiedergeben kann. Bis etwa 75% der maximalen Lautstärke ist der Klang noch in Ordnung, darüber fängt es an zu kratzen.
Ich hätte es begrüßt, wenn Philips den Klang etwas basslastiger und dafür mit weniger Lautstärke getuned hätte. Auch eine dynamische Klanganpassung mit einer Bassregelung entsprechend der Lautstärke könnte helfen, denn bei normalen Lautstärken ist der Klang des SB7300 einfach erbärmlich. Von der Performance draussen im freien Feld möchte ich gar nicht erst reden, da nervt er nur mit seinem Geplärre.

Ein einzelner Bose Computer Music Monitor (hätte er Bluetooth und Akkubetrieb) würde den SB7300 in Grund und Boden spielen, ist volumsmäßig jedoch sogar kleiner. Die klanglichen Unterschiede zwischen SB7300 und Jambox bzw. FoxL sind auch nicht derart groß, wie zwischen SB7300 und den Computer Music Monitors, die einen wirklich extrem erwachsenen Klang liefern.


Es macht auch wenig Sinn den SB7300 mit einem Bose Soundlink zu vergleichen. Meine Hoffnung war, dass der Philips wenigstens ansatzweise an den Bose rankommt, vielleicht etwas weniger im Bass, dafür klarer im Höhenbereich, aber die Wahrheit ist, dass er sogar vom FoxL überspielt wird, wenn man nicht gerade maximale Lautstärke benötigt. Das was der Soundlink im Bass zu viel hat, hat der SB7300 zu wenig, oder anders ausgedrückt würden dem Soundlink die präsenten Mitten und Höhen des SB7300 gut zu Gesicht stehen.


Fazit:
Für das Gebotene meiner Meinung nach viel zu teuer. Der UVP liegt bei € 199,- der SB7300 klingt jedoch kaum besser als eine Logitech Mini Boombox, die man teilweise schon unter 60 Euro kriegt. Ich habe meinen AD7000W um weniger als die Hälfte gekriegt, und obwohl beide Lautsprecher nicht direkt miteinander vergleichbar sind, ist der Klangunterschied immens.
Die Größe ist bereits etwas fragwürdig in Anbetracht der Klangqualität, da wäre viel mehr möglich gewesen, wie z.B. ein Bose Computer Music Monitor zeigt, wo ein einzelner Lautsprecher etwa genauso groß ist.
Der SB7300 klingt zwar im Höhen/Mittenbereich klar, und bei hohen Lautstärken auch sauberer als eine Jambox, aber durch den gedämpften Bass fehlt der gewisse "Punch", um der Musik zum nötigen "Drive" zu verhelfen, damit es wirklich Spaß macht zuzuhören.
Das Design ist nett, der Lautsprecher ist auf jeden Fall ein Blickfänger. Durch die schmale Unterseite steht der Lautsprecher jedoch nicht besonders stabil. Während der Fahrt im Auto z.B. kippt er dauernd vor oder zurück.

Schön die Tatsache, dass sich 2 Lautsprecher drahtlos zu einem Stereosystem koppeln lassen. Wäre die Klangqualität besser, könnte ich mir tatsächlich vorstellen 400,- für beide auszugeben. Mein Wunsch wäre zumindest eine ähnliche Klangfülle wie die der Bose Computer Music Monitors, die auch draussen voll und voluminös klingen und sogar höhere Lautstärken erreichen.

Die Möglichkeit zur Titelsteuerung direkt am Lautsprecher begrüße ich grundsätzlich, finde jedoch die Umsetzung mittels Motionsensor fragwürdig, da der Sensor nicht immer so reagiert wie er sollte. Einfache Tasten wären da praktischer gewesen. Gottseidank lässt sich diese Funktion auch ausschalten, hier wäre es auch nett gewesen, wenn die ganzen Töne und Ansagen deaktivierbar wären.

Insgesamt würde ich die Shoqbox keinem empfehlen wollen, der Wert auf guten druckvollen Klang legt. Wer es nicht ganz so laut benötigt, wird mit einer Logitech Miniboombox eine viel günstigere Lösung finden, die auch kaum schlechter klingt. Mich hat die Shoqbox jedenfalls geschockt, im negativen Sinn. Von Philips hätte ich mehr erwartet!

+ hübsches Design
+ klare Höhen/Mitten
+ laut
+ Möglichkeit zur Kopplung zweier Lautsprecher zu einem Stereosystem

- teuer
- Klangqualität im Bassbereich enttäuschend 
- Verzerrungen bei maximaler Lautstärke
- zu groß im Vergleich zur Konkurrenz
- Motionsensor unpraktisch
- nervige Töne und Statusmeldungen
- USB Kabel nicht voll integriert wie beim SB7200
- nicht derart robust und wassergeschützt wie der SB7200

Friday, June 29, 2012

Sony RDP-XA 700 IP - Airplay für "Reiche"!

Da die Sony RDP-XA 700 IP Airplay Dockingstation derzeit beim Saturn im Gerngross Wien um 359,90 im Angebot ist, wollte ich sie kurz vorstellen.



Obwohl Dockingstations meiner Meinung nach über kurz oder lang zum Aussterben verdammt sind, kann der Sony Lautsprecher auch drahtlos angesprochen werden, denn er lädt sowohl aktuelle Iphones und Ipads, fungiert aber auch als Airplaylautsprecher.
Sich derzeit einen teuren Lautsprecher nur mit Dockingstation zu kaufen (ich denke da an die ganzen Geneva Labs Kisten, NAD Viso 1 usw.) ist ein gefährliches Spiel, denn Apple wird mit der nächsten Iphone Generation vermutlich auch den Dock-connector ändern, wodurch alle aktuellen Dockingstations zu Briefbeschwerern mutieren. Beim Sony kann man dann im Notfall den Dock einfach ins Innere schieben, und ihn nur noch als Airplaylösung nutzen.

Ich habe mir den RDP-XA 700 IP schon mehrmals angehört und finde, dass er eine äußerst beeindruckende Performance abliefert. Von allen Sony Dockinstations, die ich bisher gehört habe, klingt er bei weitem am besten und klingt meiner Meinung auch viel angenehmer als der große und teurere "Bruder" RDP-XA 900 IP, der dafür jedoch außer Airplay auch Bluetooth mit an Bord hat.

Trotz seiner bescheidenen Ausmaße, macht der RDP-XA 700 IP ziemlich Dampf und liefert einen beeindruckend vollen und angenehmen Bass, durchaus vergleichbar mit JBL's OnBeat Xtreme, der teilweise sogar teuer ist und vom verschnörkelten Design etwas dick aufträgt. Das Design vom Sony ist hingegen angenehm neutral gehalten, nur die Rückseite, die etwas stärker gewölbt ist mag vielleicht klobig wirken, wobei man die im Normalfall nie sehen wird.
Mittels einer eigenen Sony App "D-Sappli" lässt sich der Lautsprecher komfortabel konfigurieren, darüber hinaus bietet die App auch die Möglichkeit einer Klangbearbeitung mittels EQ sowie weitere Features wie Uhr, Wecker usw, die auch gut ohne den Lautsprecher verwendet werden können. Ich fand, dass der RDP-XA 700 IP mit einer leichten Anhebung der hohen Frequenzen ein noch brillanteres Bild erzeugen konnte, wobei eine echte Stereoabbildung trotzdem nur bei nahen Entfernungen zu erahnen war.

Was mir sofort auffiel, war die relativ starke Eigenvibration des Lautsprechers, die wohl durch die große Passivmembran hinten hervorgerufen wird. Der Sony benötigt eine stabile Unterlage und kann durch die Vibration nahe Gegenstände zum Rattern mitanregen. Empfehlenswert wäre eine zusätzliche Dämmung an der Unterseite mittels Stoff, Schaumstoff oder ähnlichem, um auch das Wandern zu unterbinden, das bei glatten Unterlagen und hohen Lautstärken auftreten kann.

Wer das nötige Kleingeld hat, und eine gut klingende Airplaylösung benötigt, die nebenbei auch das Ipad laden kann, macht mit dem Sony RDP-XA 700 IP sicherlich nichts verkehrt, weshalb sich der Lautsprecher auch einen Eintrag in meine Liste der besonders empfehlenswerten Dockingstations sichern konnte.

Thursday, June 28, 2012

Review: Philips AD7000W "SoundAvia" - Airplay für Arme?

Bereits seit einem Monat bei Conrad in Österreich um € 89,95 im Angebot, gehört der Philips AD7000W damit zu den billigsten Airplay-fähigen Lautsprechern überhaupt. Tummeln sich in diesem Billigsektor nur noch Kandidaten von iHome oder eher Vertreter der Gattung "Bluetooth", muss man dem AD7000W tatsächlich gewisse Qualitäten zusprechen und macht um diesen Preis nichts verkehrt, wenn man einen gut klingenden Airplay-Lautsprecher für die Küche, Bad oder seinen Hobbyraum usw. braucht.


Wieviele Lautsprecher benötigt ein Normalsterblicher überhaupt? Ich höre in den seltensten Fällen starr sitzend auf dem Sofa Musik, sondern bin mal in der Küche, dann wieder im Bad, im Schlafzimmer usw. Eine Option wäre, man trägt einen Lautsprecher mit sich herum. Ich habe früher tatsächlich meistens den FoxL ins Bad getragen, oder zurück in die Küche, was jedoch irgendwann lästig wurde, wenn man schnell mal duschen wollte, jedoch der FoxL irgendwo sonst rumlag oder nicht geladen war. Außerdem genügt die Klangfülle vom FoxL nicht immer allen Ansprüchen. Der Soundlink von Bose ist noch weniger geeignet, da er in kleinen Räumen schnell wummig klingt und er sich beim Rumtragen aufgrund des Flipcovers eher hinderlich zeigt, da er auch immer erst richtig positioniert werden muss etc.

Für solche Zwecke wäre eine günstige Multiroom-Lösung die beste Variante. Um ein Haus mit Sonos Komponenten auszustatten, bedarf es schon ein wenig an Kleingeld. Ein einzelner Play:3 kostet etwa 300 Euro, bleibt demnach die Variante über Airplay. Eine Paarung zweier Geräte wie bei Bluetooth entfällt, und wird der Lautsprecher gerade von keiner anderen Quelle verwendet, habe ich von jedem Gerät Zugriff darauf, ob Ipad, Iphone, oder Laptop usw. Je nachdem wo man sich gerade befindet, schaltet man einfach auf den entsprechenden Lautsprecher um, das Umschalten dauert etwa 2-3 Sekunden, und im Normalfall kann mit kurzer Unterbrechung gleich im anderen Raum weitergehört werden, wo man vorher aufgehört hat.
Ein AD7000W ist um 90 Euro zu haben und würde sich tatsächlich bestens dafür eignen mehrere Räume im Haus damit auszustatten, doch was bekommt man hier wirklich um 90 Euro? Oder ist der AD7000W eher was für den Mistkübel? Selbst eine Airport Express kostet nicht weniger, und hat man nicht bereits passende Aktivlautsprecher zur Hand, müsste man diese noch entsprechend dazurechnen.

Erstaunlicherweise klingt der AD7000W tatsächlich nicht schlecht und übertrifft sogar deutlich teurere Lautsprecher von Philips selbst, wie z.B. deren Soundring. Mit etwas EQ-Bearbeitung kann man ihn durchaus auf ein hohes Niveau bringen und auch die damit möglichen Pegel sollten normalen Bedürfnissen genügen.

Dank der Fidelio-App lässt sich der Klang mittels Mehrband EQ nach Wunsch anpassen, oder auch die Philips-eigene Klangverbesserung "FullSound" dazuschalten, die klanglich einer Art "Loudness" entspricht. In großen Räumen verträgt der AD7000W relativ viel Bass, teilweise kann man hier den 60hz Regler sogar ans Maximum fahren, mit gleichzeitiger Anhebung der Höhen, um das beste Ergebnis zu erhalten. Auf die Art "getuned", klingt er beinahe wie der Bose Soundlink, wobei der Philips feiner und in den Höhen brillanter klingt, im Bass trotz Anhebung etwas dezenter und nicht ganz so dick auftragend. Natürlich hat der Philips keinen Akkubetrieb und ist nicht ganz so kompakt, aber was will man um 90 Euro mehr? Da wäre vielleicht noch die Logitech Wireless Boombox, die man als direkten Konkurrenten mit Bluetooth statt Airplay hinzuziehen könnte, aber selbst die klingt schlechter und ist für Akkubetrieb aufgrund des dann noch schlechteren Klangs sowieso nicht empfehlenswert.

EQ-Einstellung für "Soundlink-Sound"
"FullSound" deaktiviert alle anderen Klangparameter

Von der Größe in etwa mit einem Bose Sounddock vergleichbar, ist der AD7000W jedoch deutlich leichter und nicht ganz so wertig verarbeitet. Er ist vollkommen aus Kunststoff, bei der Front handelt es sich um ein Plastikgitter mit Stoffbespannung, nur die Oberseite ist aus gebürstetem Aluminium, das in der Tat recht wertig wirkt, wobei man die Oberseite kaum sieht, wenn man den Lautsprecher nicht gerade auf Brusthöhe aufstellt.

AD7000W und Bose Sounddock portable im Vergleich

Der AD7000W kann zwar mit dem Sounddock klanglich nicht wirklich mithalten, kommt diesem aber schon gefährlich nah, beim Bruchteil des Preises. Auch die Treiberbestückung ist dem Sounddock ähnlich: 2 Breitbandlautsprecher in einem Bassreflex-Gehäuse, wobei die Öffnungen etwas klein sind, und bei höheren Pegeln durchaus zu Furzgeräuschen neigen. Auch scheint Philips den Klang der Lautstärke entsprechend anzupassen, denn der AD7000W klingt selbst bei leisen Pegeln durchaus druckvoll. Bei lauteren Pegeln wird der Bass mit der Lautstärke angepasst.

AD7000W mit abgenommenem Frontgitter
 
Neben der Ansteuerung mittels Airplay, lässt sich der AD7000W auch über Aux-In betreiben, darüber hinaus ist er mit einer USB-Schnittstelle ausgestattet, die zum Laden eines Apple-Geräts dient, wobei das entsprechende Dock-Kabel jedoch nicht mitgeliefert wird. Theoretisch kann man auch über USB mit einem Iphone Musik hören, der Sinn bleibt mir dann eher verwehrt, und würde wohl nur für ältere nicht Airplayfähige Ipods oder einen Ipod Nano zutreffen, ansonsten besticht der Lautsprecher eben durch die komfortable Airplayanbindung.

Rückseite mit den kleinen Bassreflexöffnungen (sehr anfällig auf Fingerabdrücke wie man sieht)
Die erstmalige Airplay Einrichtung läuft völlig problemlos nach einem typischen Muster ab: Zuerst wird durch längeres Drücken der Wireless-Setup Taste ein adhoc Netzwerk des Lautsprechers erzwungen, mit welchem man sich dann vom Iphone, Ipad oder sonstigem Browser verbinden kann. Durch Aufruf von 192.168.1.1 gelangt man zur Hauptseite des Lautsprechers, wo man ihn umbennen kann, das eigene Wifi Netzwerk auswählen, Passwort eingeben oder gegebenfalls etwaige Firmwareupdates durchführen. Nach Anwahl des richtigen Netzwerks startet der Lautsprecher neu und bestätigt dies bei erfolgreicher Verbindung mit einem Piepston. Danach ist er als Airplayziel verfügbar und man kann sofort Musik hinstreamen. Der Lautsprecher ist dann mit seiner neuen vom DHCP zugewiesenen Ip-Adresse jederzeit vom Browser verfügbar und lässt sich neu konfigurieren, umbenennen etc.
Noch einfacher geschieht die Einrichtung mittels WPS, wobei ich keinen einfachen Zugang zu meinem Router habe um die entsprechende Taste zu drücken, weshalb ich die manuelle Konfiguration gewählt habe.

Nach dem Aus- und Einschalten benötigt der Lautsprecher immer einige Zeit (etwa 15-30 Sekunden), um sich erneut ins Wifi-Netzwerk einzuwählen. Ein Standbymodus ist leider nicht vorhanden. Entweder das Gerät ist dauernd in Betrieb, oder man schaltet es immer manuell aus und ein. Leider befinden sich die entsprechenden Tasten unverständlicherweise auf der Gehäuserückseite, so dass man meist etwas rumfummeln muss, um den richtigen Knopf zu erwischen, da die Lautstärketasten gleich neben der Powertaste zu liegen kommen, und man blind kaum feststellen kann, um welche Taste es sich eigentlich handelt. Schön wäre ein eigener Powersave-Modus gewesen, der außer des Funks alle Funktionen des Lautsprechers bei Nichtbetrieb ausschaltet, denn jedes mal eine halbe Minute warten zu müssen, bis man nach dem Einschalten endlich Musik hören kann, ist irgendwann lästig.
Abgesehen davon hat der AD7000W ein weiteres Problem, da er nach dem Ausschalten alle vorgenommenen Klangeinstellungen zurücksetzt. Hier bleibt nur die Hoffnung auf ein zukünfiges Softwareupdate von Philips, denn passt man den Lautsprecher nach seinem Geschmack mit der Fidelio-App entsprechend an, muss man dies nach einer Stromunterbrechung jedes mal von neuem tun.

Ich habe den AD7000W an einigen Standorten im Haus ausprobiert und war überrascht, wie gut er sich überall gemacht hat. Selbst in unserem großen Wohnzimmer war die Klangfülle für eine überzeugende Darbietung nach etwas EQ-Bearbeitung ausreichend. So ganz neutral eingestellt klang er doch etwas flau. In der Küche aufgestellt, musste der Bass hingegen etwas runtergefahren werden, im Bad habe ich auf den EQ komplett verzichtet und habe nur "Full Sound" aktiviert. Auf diese Art klingt der AD7000W sogar besser als ein Sonos Play:3, den ich während meines Tests auch im Bad ausprobieren wollte, aber wirklich einfügen wollte sich der Klang des Play:3 nicht, und war je nach Lautstärke entweder zu flach oder zu basslastig.
Bemerkenswert, dass der AD7000W bereits im unteren Lautstärkedrittel ein entsprechendes Lautstärkeniveau aufweist. Bei der Hälfte der Lautstärkeskala könnte es bereits zu laut sein. Selbst bei Lautstärken nahe des Maximums sind mir keinerlei Verzerrungen aufgefallen. Nur die hinteren Bassreflexöffnungen lassen dann beim genaueren Hinhören bereits Strömungsgeräusche erahnen. Parties wird man mit dem AD7000W zwar keine beschallten können, aber für den Alltag sollte die Leistung reichen.

Ernsthafte Probleme habe ich bisher mit dem AD7000W nicht festgestellt. Ab und zu vergisst er seinen Namen und benennt sich selbst um, aber dieses Problem hat auch ein anderer Airplay-Lautsprecher von Philips aus der Fidelio Serie, weshalb ich eher ein allgemeines Problem bei der Software vermute. Je nach Abstand bzw Verbindungsqualität zum Router sind durchaus kurze Unterbrechungen möglich, aber ich würde da Airplay allgemein als etwas anfällig sehen.
Mit iOS 4.3.3 war der Verbindungsaufbau zum Lautsprecher mittels der Fidelio-App noch relativ fehlerbehaftet, mit iOS5.1.1 hatte ich bisher kaum noch Probleme.

Fazit:
Ich kann den AD7000W wahrhaftig jedem empfehlen, der nicht gerade Highend erwartet. Der AD7000W liefert anständigen Klang zu einem günstigen Preis, vor allem wenn man das derzeitige Angebot von Conrad heranzieht. Ich habe schon viele teurere Lautsprecher ohne Airplay gehört, die um vieles schlechter geklungen haben.
Einem Multiroomsystem, ausgestattet mit mehreren AD7000W für gelegentliches Hören steht nichts im Weg, wäre da nicht der permanente Stromverbrauch, falls man die Lautsprecher sofort einsatzbereit haben will. Aber selbst Sonos ist da eher nachlässig und bietet bei deren Komponenten keinen echten Standbymodus an.
Von mir auf jeden Fall eine glatte 1 minus!

+ günstig
+ neutrales kompaktes Design
+ anständiger Klang, je nach Geschmack und Standort mit einer App anpassbar
+ klingt leise und laut gut, keine hörbaren Verzerrungen
+ problemlose Einrichtung und Bedienung

- kann unter Umständen "billig" wirken
- alle Bedienelemente auf der Rückseite
- kein Standbymodus
- vergisst nach dem Ausschalten alle Klangeinstellungen
- Airplay Implementation etwas instabil

Thursday, June 21, 2012

Neuer "Shocker" von Philips: Shoqbox 7200/7300

Als direkte Jamboxkonkurrenten könnte man die kürzlich (hierzulande leider noch nicht) erschienen und bereits auf iLounge getesteten Braven Lautsprecher sehen. Sie sollen angeblich sogar besser als eine Jambox klingen. Offenbar will auch Philips am Markt der ultraportablen Bluetoothlautsprecher kräftig mitmischen und hat ohne viel Trara einen neuen Shoqbox-Lautsprecher auf deren Produktseite gelistet, wobei sie nicht mal einen Preis bekannt geben wollen.

Das besondere am Shoqbox ist, dass er tatsächlich für echte portable Nutzung ausgelegt zu sein scheint. Er ist sowohl geschützt gegen Spritzwasser als auch gegen Stöße. Er ist nur unwesentlich größer als die Jambox, hat jedoch durch den Karabiner einiges an Potential zur Befestigung und Transport.
Zur Bassunterstützung setzt Philips 2 wOOx Passivradiatoren ein, und die Ausgangsleistung ist mit 2x4 Watt auch doppelt so hoch wie bei der kleinen Jambox. Neben einem eingebauten Mikrofon für die Freisprecheinrichtung besitzt der Shoqbox auch einen Motionsensor, mit dem sich verschiedene Funktionen (wie Titelwechsel usw) durch bloße Gesten bewerkstelligen lassen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass der Shoqbox eine anständige Performance liefern wird, da Philips vor allem in letzter Zeit schon des öfteren bewiesen haben, dass sie was von gutem Klang verstehen.



In den USA ist der Shoqbox 7200 bereits bei Amazon.com erhältlich und kostet dort 179$.
Darüber hinaus listet Amazon.com auch ein ähnliches Modell mit dem Namen Shoqbox 7300, der vermutlich baugleich ist, jedoch vom Design etwas eleganter erscheint und wohl eher die Damen unter uns ansprechen soll. Über Design lässt sich bekanntlich streiten, mir gefallen irgendwie beide Varianten. Der 7200 wirkt tatsächlich robust und stark, der 7300 erinnert eher an eine geschrumpfte Supertooth Disco:

Beide Modelle lassen sich angeblich auch zu einem Stereosystem verlinken (im Falle, dass man 2 davon besitzt), ein Feature das ich bei der Jambox immer vermisst habe.

Update: Alle Farbvarianten des 7200 sind bereits im deutschen Apple-Store um €179,95 erhältlich.
Den 7300 habe ich jedoch bisher noch nicht gefunden.
Besonders interessant auch die grüne Variante, die beinahe schon einen military-Look vermittelt:


Update:
Hier ist bereits mein kurzer Test zum SB7300 zu finden.

Thursday, May 10, 2012

Bose, Jawbone, Monster, Soundfreaq, Supertooth,... möge der "Beste" gewinnen!

Neben der neuen Big Jambox, dem Soundkick, dem bereits zum alten Eisen zählenden Bose Soundlink, kommen täglich neue Vertreter der Gattung "ultraportable Lautsprecher" dazu. Der Markt scheint im Moment besonders heiss umkämpft zu sein. Die meisten Geräte bieten beinahe die selben Fetures wie "Bluetoothstreaming" und "Akkubetrieb" an und Unterscheiden sich eher in Details und Design,... und natürlich auch Klang. Jeder will sein eigenes Gerät an den Mann bringen, vermutlich durch den überraschenden Erfolg der originalen Jambox angespornt.


Schon im Jänner angekündigt, hat Supertooth nun ausgiebig den neuen Disco2 vorgestellt. Das Design ist sicher nicht jedermanns Sache, aber der Lautsprecher ist deutlich kleiner und leichter als der Soundlink oder die Big Jambox, hat laut Angaben dennoch 16 Watt Ausgangsleistung zu bieten, die auf 2 Hoch/Mitteltöner und einen Woofer verteilt werden. Zudem wird der Klang 360° abgestrahlt, was frei aufgestellt im Gegensatz zum Soundlink einen deutlich frischeren Klang erlauben dürfte, da dieser wirklich nur gut klingt, wenn man genau davor sitzt. Das besondere Feature ist jedoch, dass sich 2 Disco2 kabellos zu einem Stereosystem verlinken lassen sollen. Eine Funktion die ich mir schon lange von Jambox usw gewünscht habe.


Nun hat auch Monster den ClarityHD Micro angekündigt (nicht zu verwechseln mit dem ClarityHD "Precision" Micro hehehe...ganz einfallsreich ist Monster mit den Produktbezeichnungen offenbar nicht).
Der neue ClarityHD Micro ist deutlich größer als der alte, jedoch trotzdem kleiner als Soundlink usw.
Neben der bereits bekannten und mittlerweile fast schon langweiligen Lautsprecherkonfiguration mit 2 Stereotreibern und einem Passivradiator hinten, funktioniert das Gerät auch als Freisprecheinrichtung und verwendet fürs Bluetoothstreaming den qualitativ besseren AptX Codec. Darüber hinaus sollen sich auch 2 Geräte zu einem Stereosystem verbinden lassen können, ob per Kabel oder kabellos ist leider nicht bekannt.

Techradar und Cnet konnten den ClarityHD Micro bereits ausgiebig begrapschen, und Techradar demonstriert sogar die Möglichtkeit der auswechselbaren Lautsprechergitter, die in unterschiedlichen Designs verfügbar sein werden:

Jetzt heisst es zurücklehnen und warten bis alle Geräte endlich am Markt sind, dann in Ruhe testen und für sich entscheiden!

Spar, Zephyr, Braven...WTF?



Die hübsch designten Zephyr Lautsprecher von Spar, die voriges Jahr vorgestellt wurden, haben offenbar nie wirklich Marktreife erreicht. Ein Testbericht von Ilounge hat die Teile ziemlich verrissen und seitdem hat man nicht mehr viel davon gehört bzw. gesehen, bis vor kurzem, als plötzlich identisch aussehende Lautsprecher unter dem Namen Braven vorgestellt wurden.

De facto handelt es sich bei "Braven" um das ehemalige "Spar". Die Produkte wurden allem Anschein nach jedoch überarbeitet und teilweise auch vom Design wie eben auch im Namen verändert.

Ich muss gestehen, dass mich das Design der Braven Lautsprecher viel mehr anspricht, als die Lego-artige  Jambox, die eher an ein Spielzeug erinnert. Die Braven Lautsprecher wirken elegant und edel, und auch die Materialwahl mit eloxiertem Aluminium für die Aussenhülle wirkt qualitativer als die gemusterten Gitter der Jambox. Sogar das schockresistente Modell, das mir persönlich weniger zusagt, zeigt vom Design dennoch mehr Klasse als eine Jambox wie ich finde:



Offenbar hat Braven auch das akustische Innenleben angepasst, so sind die neuen Lautsprecher im Gegensatz zu den Zephyr-Vorgängern nun auch mit einem Passivradiator-Paar ausgestattet (vielleicht als Antwort auf die Kritik von Ilounge bezüglich mäßigem Klang beim Vorgänger):
Beim Braven hat somit jeder der beiden Stereomembranen einen eigenen Passivradiator. In wie weit die Performance besser ist als mit nur einem einzigen Radiator (wie bei Jambox bzw FoxL) muss erst getestet werden. Leider sind auch die Preise inzwischen angepasst worden, so sind es keine "Spar"-Lautsprecher mehr, sondern erreichen beinahe schon das Niveau von Jawbone. Falls die Performance jedoch einigermaßen mit der Jambox mithalten kann, könnten die Braven Lautsprecher trotzdem eine interessante Alternative sein, da sie nicht nur die Möglichkeit bieten andere Geräte per USB zu laden, sondern auch ein Daisychaining erlauben, bei dem man mehrere Geräte hintereinander per Kabel zusammenschalten kann, um noch mehr Output zu erreichen. Ob dabei auch eine links/rechts Trennung möglich ist, konnte ich bisher leider nicht eruieren.

Monday, May 7, 2012

Gedanken zur "Big" Jambox



Nach den ersten Grüchten über eine neue "Big Jambox" anfang dieses Jahres, wurde die große Jambox letzte Woche endlich offiziell vorgestellt.
Es sind bereits mehrere Testberichte verfügbar, darunter Engadget, The Verge, Cnet, Wired, Macworld und manche andere, wobei die meisten sich durchaus positiv äußern. Nur Ilounge lässt sich nicht vom Design blenden und sieht die Big Jambox eher kritisch, vor allem aufgrund des überhöhten Preises.
Auf jeden Fall soll die Big Jambox verglichen mit dem Vorgänger klanglich einen deutlichen Sprung nach vorwärts gemacht haben. Cnet hingegen behauptet, dass der Bose Soundlink dennoch ein angenehmeres Klangbild liefert und die Big Jambox da nicht ganz mithalten kann. Macworld wiederum meint, dass die Big Jambox nun über eine dynamische Bassanpassung verfügt, die auch bei leisen Lautstärken entsprechend den Fletcher-Munson Loudness-Kurven den Bass verstärkt, was ich persönlich für eine besonders willkommene Neuerung halte, da mich gerade der flaue Sound der ursprünglichen Jambox bei leisen Lautstärken genervt hat und ich mich immer dabei ertappt habe, lauter drehen zu wollen.

Ich bin ehrlich gesagt etwas über die Größe der Big Jambox überrascht, die volumsmäßig beinahe schon 2 Liter erreicht. Ich habe eine kleine Grafik vorbereitet, in der ich versucht habe die Größenverhältnisse einiger Kompaktlautsprecher zu verdeutlichen:


Die neue Jambox hat demnach 35% mehr Volumen als der Bose Soundlink, oder anders ausgedrückt hätten sogar 3 Bose ComputerMusicMonitors darin Platz, wobei die MusicMonitors wohlgemerkt über keinen internen Akku verfügen und somit keinen stromlosen Betrieb erlauben.
Für mich stellen die MusicMonitors aber nach wie vor das Paradebeispiel eines möglichst kompakten Lautsprechers mit möglichst großem Klang, ohne allzugroße Kompromisse dar. Sie klingen für meinen Geschmack ausgewogener und im Bassbereich angenehmer als der Bose Soundlink. Bereits ein einzelner Lautsprecher davon schafft es einen beeindruckend vollen Klang zu erzeugen, der den ähnlich großen Geneva XS locker überspielt, ganz zu schweigen von der kleinen Jambox.
Die Big Jambox sollte volumsmäßig bereits dem Soundlink Konkurrenz machen können, wenn ihn nicht sogar überspielen. Wie die Realität aussieht, kann ich aber erst beurteilen, nachdem ich eine Big Jambox selbst gehört und verglichen habe. Aus den Testberichten lässt sich rauslesen, dass die Big Jambox jedenfalls klarer als der Soundlink klingen soll, bei gleichzeitig schwächerem Bass. Für jene, denen der Soundlink zu wummig und dumpf klingt, könnte die Big Jambox eine willkommene Alternative darstellen. Ich jedoch möchte den vollen Klang vom Soundlink gerade draussen nicht missen, für drinnen und kleinere Räume, dürfte die Jambox aber durchaus einen angenehmeren Klang liefern.


Neben üblichen 2,2" Chassis, die vermutlich von Soundmatters stammen und denen aus dem Slimstage entsprechen könnten (wie im Bild oben zu sehen), ist die Big Jambox nun auch mit 2 gegenüberliegenden Passivradiatoren, ähnlich dem Soundlink ausgestattet, was Vibrationen vom Gehäuse im Vergleich zum Vorgänger stark reduzieren sollte. Schade finde ich, dass Jawbone nach wie vor nicht an eine Kopplung mehrerer Geräte gedacht hat, sodass man aus 2 Jamboxen ein wireless Stereosystem machen könnte, ähnlich wie Nokia's Play 360°, der klanglich leider nicht vollends überzeugt. Die Vorschläge dazu kamen zu genüge von diversen Jambox-Enthusiasten im Jawbone eigenen User-Forum. Jawbone war das jedoch offenbar egal, genauso wie die Möglichkeit zum Deaktivieren der nervigen Tastentöne, die bei der neuen Jambox offenbar nach wie vor aktiv sind.

Auch das Design empfinde ich als etwas langweilig. Mir gefällt gerade das wüste Innenleben der Jambox sehr gut, und sollte mehr exponiert werden, anstatt mit seltsamen "Behar"-Mustern verdeckt.


Mein Wunsch nach einem batteriebetriebenen wireless MusicMonitor Stereo-System bleibt somit nach wie vor bestehen. Klanglich sind die Musicmonitors eine echte Wucht für ihre Größe. Jetzt müsste Bose das ganze nur noch optimieren und modernisieren, dann können sich Jawbone und alle anderen warm anziehen.

Sobald die Big Jambox bei uns verfügbar ist, würde ich sie mir dennoch gerne mal anhören. Bin sehr gespannt, was mich da erwartet.

Friday, April 13, 2012

Review: Canton your_duo - das einfachste drahtlose Hifi-Musiksystem?


Da ich schon länger auf der Suche nach einem kabellosen und gleichzeitig auch klangvollen Lautsprechersystem bin, wollte ich auch das neue wireless-System von Canton namens "my_world" ausprobieren. Neben einem Stereolautsprecherpaar "my_duo", über das ich hier berichte, ist auch ein Einzellautsprecher "my_solo" erhältlich, außerdem soll demnächst ein zusätzlicher Subwoofer erscheinen, der dem System auch im Bassbereich Feuer unterm Hintern macht, was es meiner Meinung nach auch dringend nötig hat.

Mir ist wichtig, dass ich das System in meine bestehende Infrastruktur mit NAS-Medienserver, auf dem sich meine gesamte Musik befindet, integrieren kann, gleichzeitig sollen sich meine bestehenden Apple-Geräte und Player nahtlos in das System einfügen, wobei mir auch wichtig wäre, dass beide Lautsprecher völlig unabhängig voneinander agieren und somit keine Kabelverbindung untereinander benötigen. Gerade bei der kabellosen Unabhängigkeit sieht es am Markt nach wie vor etwas mager aus. Kaum ein Hersteller bietet wirklich unabhängige Lautsprecher an, die einfach an die Steckdose angestöpselt werden, und dann die weitere Kommunikation kabellos (auch zwischen den einzelnen Lautsprechern) geschieht.

Leider bestehen auch bei den vielversprechenden Raumfeld-Systemen von Teufel die Stereosysteme zumeist aus einer Aktiveinheit und einer Passivbox, die dann untereinander erst recht wieder ein Kabel benötigen. Auch das beinahe perfekte Soundsphere Airplay-System von Philips, benötigt zu allem Überfluss zwischen den einzelnen Lautsprechern ein Kabel.

Etwaige Kandidaten, die tatsächlich vollkommen unabhängig agieren habe ich bereits ausprobieren können, darunter den Play:3 von Sonos, als auch die Zikmu von Parrot, wobei mich das Sonos-System zwar technisch überzeugen konnte, klanglich jedoch weniger, die Zikmu von Parrot hingegen in beiden Punkten versagten.

Um mich nicht vorab auf ein einziges System festzulegen, habe ich mir nun auch die wireless-Lösung von Canton genauer ansehen wollen, wobei ich gleich jetzt sagen muss, dass mir von allen jenen die Canton am wenigsten gefallen haben, sowohl vom Konzept als auch von den klanglichen Möglichkeiten.

Die Lautsprecher selbst sind sehr schön verarbeitet und machen einen massiven und robusten Eindruck. Die Oberfläche ist glänzend und wirkt edel und passt sich nahtlos in unsere vorwiegend weiße Einrichtung ein.
Mit abgenommenem Frontgitter gefallen mir die Lautsprecher sogar noch mehr, weil sie kraftvoller und imposanter aussehen, wobei ich bei der weissen Variante die Front dahinter auch gern in weiß gesehen hätte, während die Membranen von mir aus ruhig schwarz bleiben könnten. Mit Lautsprechergitter sehen sie für meinen Geschmack etwas trivial aus und erinnern mich an JBL's Control One. 
Etwas überrascht war ich von den billigen Gummiklebern, die wohl als Füsse dienen sollen und erst selbst an die Unterseite der Lautsprecher angeklebt werden müssen.


Im Grunde genommen ist das Canton-System auf möglichst einfache Bedienung ausgelegt. Einen Knopf am Sender drücken und sich für eine Farbe des Funkkanals entscheiden, danach an den Empfängern ebenfalls die selbe Farbe einstellen, und schon kann Musik gestreamt werden, ohne mühsame Routerkonfigurationen, Medienfreigaben, Firewallanpassungen etc.
Das Problem ist, dass Canton für das kabellose Musikstreaming eine eigene proprietäre Lösung nutzt. Im Falle des von mir getesteten Canton Starter Packs, der auch den Apple-Dock beinhaltet, ist man immer auf den Dock angewiesen, was ich sehr schade finde. Canton hätte auch eine Dock-freie Lösung anbieten können, bei dem zu den jeweiligen Lautsprechern per Airplay oder per Upnp gestreamt wird. So aber muss immer ein Iphone bzw Ipod angedockt sein, damit man überhaupt musikhören kann. Der Dock ist auch derart gestaltet, das ein Docken eines Ipads z.B. von vornherein unterbunden wird. Musik vom Ipad kriegt mit dem Canton-System nicht hin, außer man stöpselt es erst umständlich per Klinkenkabel am Dock an.



Man ist insgesamt vorwiegend auf die Fernbedienung angewiesen, die vom Design an ein Relikt aus den 80ern erinnert und auch gewichtsmäßig beinahe meinem Laptop Konkurrenz macht. Die Fernbedienung kann zwar die Grundfunktionen des Ipods steuern, aber viel praktischer und intuitiver ist nun mal die Steuerung per Tochscreen, weshalb ich auch die Sonos-App auf dem Ipad nach wie vor zu den besten und intuitivsten Musikapps zähle. Sich stattdessen mit einer Fernbedienung behelfen zu müssen, oder gar das Gerät direkt im Dock zu bedienen anstatt in der Hand, ist für mich persönlich eher ein Schritt zurück, weshalb das Canton-System schon allein deswegen im Vergleich zu den anderen Varianten abfällt.
Canton bietet zwar auch einen USB-Dongle an, um zusätzlich das Streaming vom Computer zu erlauben, was in meinem Fall jedoch kaum genutzt würde, da ich den Computer nur noch in Notfällen einschalte, und alles Alltägliche nur noch per Ipad bzw Iphone erledige. Extra den Computer hochzufahren, nur damit man ein wenig Musik hören kann, ist lästig.


Beiden Lautsprechern liegt ein eigenes externes Netzteil bei. Ich finde es schade, dass dies nicht in den Lautsprechern integriert werden konnte, sondern immer ein zusätzliches Kästchen bzw. zwei davon irgendwo rumliegen. Im Standby pendelt sich die Stromaufnahme zwischen gemessenen 0,5-1Watt pro Lautsprecher ein, was in erträglichem Rahmen bleibt. Die Lautsprecher selbst verfügen über keinerlei Bedienelemente, außer den Tasten zum Umschalten des Funkkanals, sowie zur Einstellung der Zonen. Mir war jedoch bis zum Schluss nicht klar, wie genau die Zuweisung nach unterschiedlichen Zonen funktionieren soll. Ich habe keinen Schimmer wie ich das System durch weitere Lautsprecher erweitern könnte, bzw. wie ich bestimme welcher Lautsprecher was abspielt, oder mit welcher Lautstärke, da es auch am Dock selbst keinerlei Lautstärkeregelung gibt, weshalb ich vermute, dass ich dann dauernd mit der klobigen Fernbedienung rumlaufen muss...
Sonos bietet beim Play:3 wenigstens dedizierte Lautstärketasten an, über deren Sinn ich mich aus eigener Erfahrung überzeugen konnte, nachdem die Lautsprecher über die App auf einmal nicht mehr ansprechbar waren, sie aber weiterhin munter Musik gespielt hatten.

Theoretisch könnte man am Canton-Dock auch eine Airport-Express anhängen, um das System Airplay-fähig zu machen, denn der Dock ist sowohl mit einem zusätzlichen Cinch-Audioausgang als auch einem Audioeingang über Miniklinke ausgestattet. Aber es ist klanglich nicht die Mühe wert und auch finanziell eher fragwürdig, denn klanglich haben mich die Canton überhaupt nicht überzeugt. Sie klingen für sich genommen nicht schlecht, aber sie klingen auch in keinster Weise überragend, eher wie mittelmäßige Böxchen von einer durchschnittlichen Minianlage. Ich habe mir bei dieser Größe doch viel mehr erwartet. Weder im Hochtonbereich können sie überzeugen, da der Klang hier teilweise etwas dumpf wirkt, und gewisse Töne beinahe lispeln. Die Mitten klingen zwar angenehm natürlich, jedoch fehlt beim Bass unterhalb von 100hz relativ viel. Für die Küche, fürs Büro oder ähnliches mag das System durchaus OK sein, aber bei mir soll das ganze immerhin die Hauptanlage ersetzen, und dafür klingen die Canton nicht gut genug, ganz zu schweigen vom Preis, der für diesen Zweck auch zu teuer wäre.


Ich war sogar sehr überrascht, dass die winzigen Bose Computer Music Monitors bei moderaten Lautstärken einen kraftvolleren Klang liefern konnten als die Canton, wenn auch insgesamt nicht ganz so differenziert. Die Bose waren in den obersten Frequenzen klarer, in den Mitten zurückhaltender, dafür im Bass aggressiver, wenn auch nicht ganz so tief reichend wie die Canton. Aber trotzdem bemerkenswert, wie 2 Lautsprecher in der Größe einer Coladose ein im Bassbereich vergleichbares Klangvolumen erzeugen können wie die Canton, in denen sie volumsmäßig jeweils etwa 6 mal Platz hätten. Erst bei höheren Leveln über Zimmerlautstärke konnten sich die Canton wirklich durchsetzen und ihre höhere Leistung ausspielen. Immerhin wird die Leistung herstellerseitig mit je 2 x 50 Watt angegeben, was auch ziemlich genau der Stromaufnahme von 24V und 2A entsprechen würde.



Exakt die selben Leistungsangaben nennt Philips auch für deren Fidelio Soundsphere, die ich bereits kurz vorgestellt habe, womit die Canton leistungsmäßig eigentlich direkt vergleichbar sein sollten, auch wenn sie von der Größe und vom Volumen leicht im Nachteil sind.
Im direkten Vergleich liefern die Fidelio Soundsphere jedoch einen viel reiferen und volleren Klang ab. Jedes mal wenn ich beim Testen von den Soundsphere auf die Canton zurückgeschaltet habe, hatte ich das Gefühl kleine Regalboxen zu hören, während man bei den Philips eher schon das Gefühl hatte richtige Standboxen vor sich zu haben.
Die Canton klangen nun tatsächlich dumpf und hohl. Gewisse Hihats gingen total unter, während sie von den Soundsphere klar und deutlich wiedergegeben wurden. Der Gesamtklang war bei den Philips runder in sich geschlossener und gleichzeitig auch angenehmer und transparenter. Es klang groß und teuer, während die Canton nicht über den üblichen Regalboxen-Durchschnitt kamen. Selbst den Play:3 hatte ich imposanter in Erinnerung, wenngleich auch er nicht perfekt war, da er erst bei höheren Lautstärken wirklich zu leben begann.

Mein Fazit:
Mit  my_World will nun auch Canton in den heiss umkämpften Markt der streaming Systeme einsteigen. Sowohl Sonos als auch Teufel bieten bereits ihre eigenen ähnlichen Produkte an. Darüber hinaus mischt Apple mit Airplay heftig mit, das von vielen Hersteller bereits in interessanten Airplay Lautsprechern umgesetzt wurde. Nach und nach kommen immer weitere Airplay-fähige Produkte auf den Markt.

Canton scheint jedoch ein eigenes Süppchen kochen zu wollen. Die Ansätze des your_World Systems sind sehr gut: dazu gehören völlig unabhängige Lautsprecher, die keinerlei Kabelverbindung untereinander benötigen, außerdem hat Canton bereits einen wireless-Subwoofer vorgestellt, der das System ergänzen wird und im etwas schwächelnden Bassbereich für genügend Dampf sorgen sollte. Das Setup ist als solches nicht mal den die Erwähnung wert, denn man drückt so lange einen Knopf, bis auf allen gewünschten Komponenten die selbe Farbe angezeigt wird. Einfacher geht es wirklich nicht.

Leider liegt die Tücke im Detail, denn Canton zwingt den Benutzer entweder den Ipod-Dock, der noch dazu für Ipads nicht geeignet ist, oder einen zusätzlichen USB-Dongle zur Musikwiedergabe zu verwenden. Gesteuert wird der Rest mit einer altmodischen und klobigen Fernbedienung. Das System wird in etwaige bestehende Netzwerkstrukturen nicht integriert und bietet so auch keinerlei Vorteile einer zentralisierten Medienverwaltung, des Medienzugriffs aus dem Netz usw.

Klanglich konnten mich die Lautsprecher im Endeffekt auch nicht überzeugen. Zu durchschnittlich, ohne wirklichen Pepp fand ich die Performance der my_duo. Der angekündigte Subwoofer würde dem System sicherlich auf die Sprünge helfen, ist aber zur Zeit noch nicht erhältlich. Aber nicht nur die schwache Basswiedergabe hat mich enttäuscht, sondern auch in oberen Frequenzbereichen zeigten die Lautsprecher Schwächen, die teilweise in relativ dumpfer Wiedergabe resultierten.

Für meine Zwecke ist das System von Canton derzeit noch zu unflexibel, es bleibt abzuwarten, ob Canton in Zukunft nicht zusätzliche Komponenten anbieten wird, die das System durch neue Funktionen erweitern wird wie Airplay, oder Upnp-Steuerung usw. Auch größere Lautsprecher wären vorstellbar. Ähnlich wie Teufel unterschiedliche Größen (S, M und L) anbietet.

Wer aber schnell mal ohne viel Aufwand und ohne aufwändige Verkabelung Musik von seinem Ipod/Iphone hören will, könnte mit den your_duo durchaus Spass haben. Günstiger kommt man jedoch mit einem Set Audioengine 5 weg, an die man zusätzlich einen Apple-Dock anschließt oder direkt eine Airport-Express ansteckt. Noch komfortabler sind die Epoz Aktimate, die bereits einen Apple-Dock integriert haben, bzw im großen Modell "Maxi" sogar einen Upnp-Netzwerkplayer. Die klangliche Performance dürfte mit beiden sogar besser sein.


+ Neutrales ansprechendes Design, wertige Verarbeitung
+ Lautsprecher agieren unabhängig, benötigen keinerlei Kabelverbindung untereinander
+ einfachstes Setup
+ Aufteilung in unterschiedliche Zonen
+ Erweiterbarkeit durch weitere Lautsprecher oder Subwoofer
+ niedriger Standbyverbrauch


- teuer
- durchschnittlicher Klang
- nur Streaming von einem Apple-Dock oder USB-Dongle möglich
- 3 externe Netzgeräte notwendig (2x je Lautsprecher, 1x Dockingstation)
- Musiksteuerung nur mittels Fernbedienung oder am gedockten Player

Thursday, April 12, 2012

Neues von Soundfreaq: Soundkick der Soundlink-Killer?

Der "Sound Kick" von Soundfreaq wurde schon auf der CES von ilounge zum overall Best of Show 2012 Product gekürt. Angekündigt war der neue Bluetoothlautsprecher für Frühling, und tatsächlich scheinen nun die ersten Geräte ausgeliefert zu werden, denn iLounge hat bereits ein Modell erhalten und ein kurzes Preview vorbereitet.

Ich habe bisher leider noch kein einziges Gerät von Soundfreaq gehört. Viele Tests von den größeren Modellen lesen sich durchweg positiv, sodass der Sound Kick tatsächlich eine günstige Alternative zum überteuerten und basslastigen Soundlink von Bose sein könnte. Ich habe auch das Gefühl als wäre der Sound Kick eine direkte Antwort an den Soundlink, denn nicht nur von der Funktionalität des wireless Streaming per Bluetooth ähneln sich beide, sondern scheinen auch von der Größe vergleichbar zu sein.Der Sound Kick wirkt von den bisherigen Bildern jedenfalls etwas kleiner und schlanker und wie alle Modelle von Soundfreaq wirkt das Design etwas "eckig" und gewöhnungsbedürftig. Das Besondere am Sound Kick ist jedoch der zusätzlich ausfahrbare Resonanzraum zur Unterstützung des Bassbereichs, der ausgefahren auch gleichzeitig als Ständer fungiert. 

Der Sound Kick soll 100$ kosten, was auch eine echte Kampfansage an die Konkurrenz von Jawbone, Soundmatters usw mit ihren kleineren Lautsprechern darstellt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Sound Kick auch um einiges besser klingen wird als all die kleinen Brüllkisten. Wie er sich gegen den Soundlink schlägt, wird man abwarten müssen.

Es ist bisher leider auch nichts zur Lautsprecherkonfiguration bekannt, ob nur Breitbänder oder auch Höchtöner verbaut sind, die gerade beim Soundlink sehr hilfreich gewesen wären. Interessant wäre zu wissen, wie gut der erweiterte Resonanzraum tatsächlich funktioniert und ob er mit dem Passivradiatordesign von Bose klanglich einigermaßen mithalten kann. Mir ist das Prinzip zwar bereits von Saitek's frühen A-200 Bluetoothlautsprechern bekannt, aber wirklich großartige Verbesserung hat das EAVS (Expanded Air Volume System) nicht gebracht. Im Grunde klang der A-200 aufgeschoben genauso schlecht wie zusammengeklappt.

Update:
Ilounge hat bereits deren Testbericht zum Sound Kick verfasst und ist sichtlich von dem Gerät angetan. Bleibt zu hoffen, dass es bald auch bei uns erhältlich sein wird. Denn es wird auf der deutschen Soundfreaq-Seite nach wie vor nicht einmal gelistet.

Tuesday, April 3, 2012

Kampf der Wireless-Lautsprecher: Parrot Zikmu vs. Philips Soundsphere

Wireless Lautsprecher haben einen großen Vorteil: Kein Kabelgewirr, oder wenig Kabelgewirr, je nach dem...
Sowohl die Zikmu von Parrot als auch die Soundsphere von Philips bestechen durch ihr ungewöhnliches und wie ich finde ansprechendes Design, das sich perfekt in ein modern eingerichtetes Interieur integrieren lässt, im Gegensatz zu vielen gewöhnlichen Lautsprecherkisten.
Beide Lautsprechertypen sind trotz der kompakten Größe zu beeindruckend vollem Klang fähig, und beide Lautsprecher ermöglichen den Empfang von Musik ohne weitere Kabel, wobei beide Hersteller unterschiedliche Ansätze verfolgen.

Die Zikmu von Parrot, die ich bereits früher kurz testen konnte, bieten eine Vielfalt an Anbindungsmöglichkeiten. Neben dem eingebauten Dock, können sie auch per Bluetooth Musik empfangen, aber die interessantere Möglichkeit ist die Anbindung an das bestehende Wifi-Netzwerk, und die Steuerung der Lautsprecher per Upnp. Zu den Besonderheiten der Zikmu zählt, dass es sich um vollständig voneinander unabhängige Lautsprecher handelt, die keine Kabelverbindung untereinander benötigen. Die Zikmu lassen sich nach korrekter Konfiguration im Wifi-Netzwerk mittels Browser, diversen Apps oder sonstigen Upnp-fähigen Geräten fernsteuern. Die Klangabstrahlung ist durch die beidseitig angeordneten NXT-Flachmembranen sowie den downfiring Tieftöner mit 360° besonders weit und erlaubt dadurch eine riesige Hörzone. 4 unterschiedliche Farben ermöglichen außerdem die perfekte Abstimmung mit der eigenen Einrichtung.

Die Philips Soundsphere DS9800 sind von den Streamingmöglichkeiten viel eingeschränkter, da es sich vorwiegend um Airplay-Lautsprecher handelt, die auf Apple's proprietärer wireless-Technologie beruhen. Außerdem benötigen die Soundsphere untereinander eine Kabelverbindung, da nur einer der Lautsprecher als Master all die Elektronik beinhaltet, der andere hingegen nur als Slave angestöpselt wird.
Während die Zikmu auch völlig ohne Wifi-Netz dank des eingebauten Apple-Docks bzw der Möglichkeit des Streamings über Bluetooth nutzbar sind, benötigen die Soundsphere ein bestehendes Wifi-Netzwerk, damit sie von Apple-Geräten als Airplay Klangziel gewählt werden können. Airplay funktioniert jedoch nur von Wifi-fähigen Apple-Geräten, und da auch erst ab iOS-Version 4.3.


Die Soundsphere sind zwar zusätzlich mit einem analogen Eingang via 3,5mm Klinke ausgestattet, aber sie verhalten sich dann wie ganz normale Aktivlautsprecher, der "Wirelesseffekt" geht dann völlig verloren. Der mitgelieferte Appledock dient nur zum Laden von Apple-Geräten wie Iphone oder Ipad und bietet leider keinerlei zusätzliche Streamingfunktion. So können mit den Soundsphere ältere Apple-Player wie z.B. ein Ipod Classic nicht genutzt werden, ohne eine Verkabelung per Aux-In, was durch die zusätzlichen digital/analog Wandlungen natürlich zu weiteren Klangverlusten führt.
Während das Gehäuse der Zikmu aus billigstem Plastik besteht und die Lautsprecher selbst auch überraschend leicht sind, werden die Soundsphere angeblich aus massivem Holz (nicht MDF) gefertigt und dann aufwändig in mehreren Schichten mit Klavierlack überzogen. Leider sind die Soundsphere bisher nur in schwarz erhältlich, außer einer streng limitierten holzfarbenen Version. Es Bleibt zu  hoffen, dass Philips sich doch noch irgendwann dazu aufrafft weitere Farben anzubieten. 

Rein technisch gesehen, handelt es sich bei den Zikmus um die weit anspruchsvollere Lösung, da die Lautsprecher sowohl im Netzwerk auf etwaige DLNA-konforme Medienserver zugreifen können, als dass sie auch selbst einen Medienserver darstellen, sobald ein Apple-Gerät angedockt ist. Auch kann von einem Rechner dank eigens installiertem Treiber direkt über Wifi zu den Zikmu gestreamt werden.
Sehr schön empfinde ich die Steuerungsmöglichkeit über einen Webbrowser, sodass man nicht auf Apple-Geräte angewiesen ist. Die Tücke liegt hier leider im Detail, bzw wie sie von Parrot umgesetzt wurde. Die Soft- bzw. Firmware scheint sehr anfällig auf Fehler zu sein. Die Lautsprecher ignorieren oft Upnp-Steuerungsbefehle, wie Titelwechsel und ähnliches, oder sie machen sich vollkommen selbständig und springen von Titel zu Titel, bis der letzte erreicht wird. Auch das Streaming vom Computer klappte in meinem Fall nicht überzeugend, da von beiden Rechnern die Musik nur mit Störungen wiedergegeben wurde. Das Streaming von meinen beiden Rechnern endete mit exakt dem selben Ergebnis, das ich versucht habe hier mit einem Iphone aufzunehmen.
Aber ebenso das direkte Streaming von einem NAS war nicht unterbrechungsfrei hinzubekommen. Sobald ich versucht habe MP3-Dateien mit einer höheren Bitrate (in diesem Fall 320Kbit) von den Zikmu abzuspielen, hörte man wiederholt kurze Unterbrechungen. In diesem Beispiel ist schon am Anfang bei 0:13 ein kleines Sync-Problem bemerkbar, 2 weitere deutliche Pausen sind bei 1:25 und 5:09 zu hören.


Obwohl ich versucht habe die Zikmu umzustellen, die Entfernung zum Router zu verkürzen usw, gab es immer wieder während der Wiedergabe kurze Aussetzer, manchmal sogar bei der einfachen Wiedergabe von einem gedockten Iphone, die bei dieser Aufnahme von leisen Knacksern im Hintergrund begleitet wird. All das und die Tatsache, dass die Lautsprecher mehrmals keinen Ton mehr von sich gaben und dann meistens ein Reset notwendig war, machten das Wirelessvergnügen eher zu einem Frusterlebnis.

Doch auch die Soundsphere von Philips sind nicht ganz ohne Probleme. Ob es an Apple's Airplay-Technologie liegt, oder an deren Implementation von Philips kann ich nicht sagen, aber manchmal bleiben die Lautsprecher nach Anwahl als Airplay-Ziel stumm, oder die Wiedergabe wird kurz nach dem Start wieder gestoppt. Meistens genügt es, ein anderes Wiedergabeziel zu wählen und anschließend wieder zu den Soundsphere zu wechseln, andere Male muss man die Lautsprecher neu starten. Kurze Unterbrechungen können auch mit Airplay passieren, wobei es da eher seltener auftritt und nicht an hohe Bitraten gekoppelt zu sein scheint, da bei Apple's Airplay der Stream angeblich sowieso auf CD-Qualität hochgerechnet wird, unabhängig vom Ausgangsmaterial. Eine Aufnahme als Apple Lossless, wird über Airplay bei den Soundsphere auch als solche ankommen, und wird nicht extra umcodiert bzw. von der Bitrate reduziert.



Klanglich sind zwischen beiden Lautsprechern enorme Unterschiede. Hatte ich schon bei meinem ersten Test vor einem Jahr den Eindruck, als würden die Zikmu höhere Frequenzen krass beschneiden, bestätigte sich diese Vermutung beim direkten Vergleich mit den Soundsphere mehr als deutlich. Die Soundsphere klingen runder, natürlicher und viel klarer als die Zikmu. Vor allem bei niedrigen Lautstärken ist der Klang der Zikmu dumpf, detaillos und breeig. Dumpfe Aufnahmen klingen auf den Zikmu noch dumpfer, wo sie auf den Soundsphere dennoch einen natürlichen Eindruck hinterlassen, vermutlich auch aufgrund des frei montierten Hochtöners, der eine relativ breite Streuung ermöglicht.


Rein vom Volumen und von der Basswiedergabe sind beide Lautsprecher vergleichbar. Beide Hersteller geben die Verstärkerleistung mit jeweils 2x50 Watt an. Die Zikmu sind nicht ganz so kritisch bei der Aufstellung, da sich der Bass dank der nach unten gerichteten Abstrahlung gleichmäßiger ausbreiten kann. Die Soundsphere haben hinten eine Bassreflexöffnung, die erst wirklich zu tragen kommt, wenn man die Lautsprecher näher an eine Wand stellt. Ganz frei aufgestellt können sie sogar etwas dünn klingen. Ich hatte die Soundsphere zu Anfang kurz im Büro aufgebaut und war überrascht, wie trivial sie eigentlich geklungen haben. Mein Bose Soundlink hatte im Bassbereich bei niedrigen Lautstärken viel mehr Volumen und Durchsetzungskraft, wobei er gleichzeitig auch deutlich dumpfer geklungen hat. Erst die wandnahe Aufstellung zuhause hat dann das volle Potential der Soundsphere demonstriert. Auch bekommen sie mit aktivem "Full Sound", das sich per Fidelio App kontrollieren lässt, einen zusätzlichen Kick im Bassbereich, der mir persönlich mehr zusagt. Perfekt abgemischte und gemasterte Aufnahmen wie z.B. von Fourplay haben auf den Soundsphere so ihre volle Wirkung entfalten können. Ich habe plötzlich Details gehört, die mir schon lange verborgen waren. Obwohl der Klang der Soundsphere etwas weniger räumlich ist, als der von den Zikmu, da diese doch erheblich weiter und auch rückwärtig abstrahlen, sind die Soundsphere bei entsprechend breiter Aufstellung jedem integrierten Appledock haushoch überlegen, da jene Einzellautsprecher kaum eine Stereoabbildung ermöglichen. Mir fehlt zwar der direkte Vergleich zu dem vielfach gelobten B&W Zeppelin Air, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass die Soundsphere diesen alleine aufgrund der Stereoabbildung an die Wand spielen sollten.
Nach wie vor werden leider viel zu viele Dockingstations als "Mono"-Lautsprecher verkauft. Obwohl Soundsysteme wie JBL OnBeat Xtreme, Harman Kardon go+play einen beeindruckend erwachsenen Klang zaubern können, fehlt ihnen jegliche Stereoabbildung, außer man drückt die Nase direkt ans Gehäuse.

Bleibt die finanzielle Frage. Die Zikmu sind nach wie vor mit ca 1200-1300,- deutlich überteuert. Mittlerweile findet man zwar auch Händler, die sie unter UVP anbieten, so wie ich meine um 800 Euro bekommen habe. Die Philips Soundsphere kosten etwa das selbe, wobei ein Händler in Holland sie sogar um unter 600 Euro anbietet. Ein Zeppelin Air kostet auch nicht viel weniger, weshalb meiner Meinung nach die Soundsphere als reine Airplay-Lösung auf jeden Fall klanglich die weit bessere Wahl wären.

Die Parrot Zikmu habe ich inzwischen bereits zurückgeschickt, da sie im direkten Vergleich mit den Soundsphere vor allem klanglich den Kürzeren gezogen haben. Zwar waren die Streamingfeatures der Zikmu interessanter und weitreichender, aber nichts davon funktionierte so wirklich überzeugend. Jedes mal war ein Reset notwendig, wenn plötzlich die Lautsprecher ohne ersichtlichen Grund stumm blieben.

Ich überlege nach wie vor, ob ich die Soundsphere tatsächlich behalten werde, da mich eine vollkommen kabellose Lösung ähnlich der Zikmu wegen der flexibleren Aufstellungsmöglichkeiten mehr gereizt hätte. Die Zikmu haben bei völlig freier Aufstellung im Garten noch in 20m Entfernung voneinander ohne Protest gespielt (im Bild ist der zweite Lautsprecher mit einem Pfeil markiert.)
Auf diese Art ließe sich ohne großen Aufwand durchaus eine größere Gartenparty veranstalten: In jedes Garteneck einen Zikmu aufgestellt, und die so erzeugte Stereobühne beeindruckt mit Sicherheit sogar die Nachbarn.

Ich habe demnächst vor die Soundsphere gegen das neue wireless System your_World von Canton antreten zu lassen. Und vielleicht habe ich auch die Möglichkeit des direkten Vergleichs mit den Monster Clarity HD Model One. Bis dahin stay tuned!